„Für dich soll’s tausend Tode regnen“ – Anna Pfeffer

DasBuch

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Verlag: cbj


Es war nicht die typische Schuleinsamkeit, die dich beschleicht, wenn du kapierst, dass du die Witze der anderen nicht lustig findest und dein Lächeln deine Augen nicht erreicht, nicht die Einsamkeit, die du empfindest, wenn du alleine im Pausenhof stehst oder nach der Schule in den Bus steigst, während sich deine Mitschüler noch aufgeregt unterhalten. Es war die Einsamkeit, die durch dich schneidet und dir ins Gesicht schreit, dass du nicht hierher gehörst, auch wenn dein Vater dich wie eine blöde Topfpflanze einfach mitgenommen hat und offenbar der Meinung ist, dass zu einem Zuhause nicht mehr als ein bescheuertes Haus gehört.


Klappentext

Wer Emi auf die Nerven geht, dem verpasst sie in Gedanken eine Todesart. Und sie weiß gerade nicht, wer mehr nervt: die Neue ihres Vaters, die sich ernsthaft in der Mutterrolle sieht, ihr Strahlemann von Bruder, der das auch noch gut findet (stirbt bestimmt mal an, weil er auf einer Schleimspur ausrutscht), oder Erik, Alphatier an ihrer neuen Schule, der einen auf cool macht und sie ständig provoziert (stirbt garantiert an einem Hirntumor wegen wegen übermäßigen Handykonsums). Als Emi sich in Chemie mit Erik anlegt, kracht es wortwörtlich zwischen den beiden. Die Strafe dafür sind acht Samstage Graffiti schrubben. Mit Erik! Kann das Leben noch beschissener sein? Emi wünscht Erik tausend Tode an den Hals, bis sie merkt, dass er längst nicht so nervig ist, wie sie dachte…


Dann ging ich weiter, sah mir die Leute auf der Straße an und versuchte, mir vorzustellen, wie sie sterben würden. Bei ein paar war es geradezu lächerlich einfach. Der dünne alte Mann auf der Parkbank mit dem unstillbaren Husten und den gelben Fingern: Lungenkrebs. Der fahrige Junge an der Rolltreppe zur U-Bahn mit den stumpfen Haaren und dem schäbigen alten Parka: Überdosis. Die keifende Mittzwanzigerin am Obststand, die eine Staatsaffäre daraus machte, dass die Verkäuferin für die normalen Äpfel den Bio-Preis verrechnet hat: Schlaganfall.


Bewertung

Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die beiden Autorinnen die hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer stecken, haben mit dem Buch „Für dich soll’s tausend Tode regnen“ ihren ersten Jugendroman veröffentlicht. Ich möchte den beiden eins sagen: Bitte schreibt mehr davon!!

Ich war von dem Roman einfach restlos begeistert. Die beiden Autorinnen haben es geschafft aus einem ganz normalen Schulalltag etwas wirklich besonderes zu machen.
Man kann sich von Anfang an in Emi hineinversetzen und fühlt den ganzen Roman mit ihr,egal ob es um die Abneigung gegen die neue Freundin ihres Vaters geht oder um die wirklich nervige Louisa (die versucht Emis Leben so schwer wie möglich zu machen). Das hat bei mir dazu geführt, dass ich wirkliche einige male herzlich lachen musste und mir ein mal (ich muss leider zugeben) sogar fast die Tränen gekommen sind. Die beiden Autorinnen sind dabei auf viele Kleinigkeiten bei den Figuren eingegangen, wodurch man das Gefühl bekommt sie alle auch wirklich kennen zu lernen.

Wie bereits im Klappentext angedeutet hat Emi eine Vorliebe für den Tod. Bevor ich das Buch angefangen habe, hatte ich deswegen die Angst, dass es Emi sich in einer eher düsteren Welt bewegt und das ganze Buch dadurch ein zu ernsten Weg einschlägt. Das ist allerdings gar nicht der Fall, denn Emi beschäftigt sich nicht mit dem Tod in dem Sinne sondern sammelt außergewöhnliche Todesarten in Form von Zeitungsartikeln. Das macht das ganze Buch witzig und erfrischend, außerdem wirkt die Hauptfigur dadurch einfach sehr authentisch und geht nicht farblos zwischen ihren gleichaltrigen Mitschülern unter.

Insgesamt fällt es mir schwer meine Begeisterung über diesen Jugendroman wirklich in Worte zu fassen. Am besten ihr lest das Buch einfach selbst. Ihr werdet es sicherlich nicht bereuen.

Aus den genannten Gründen kann ich einfach nur die volle Punktzahl vergeben.

vier-punkte

Und glaubt mir, ich würde am liebsten extra Punkte, Sternchen, Herzchen oder ähnliches verteilen. Geht aber leider nicht.


Und in dem Moment schloss ich die Augen. Blendete alles aus, die Kameras und die spöttischen Blicke, das Gekicher und das Getuschel. Ich hörte auf, darüber nachzudenken, was die anderen von mir hielten, ob sich meine Beine gerade komisch bewegten oder was ich mit meinen Armen machen sollte. Ich bewegte mich einfach nur im Takt der Musik und aus irgendeinem Grund sah ich Eriks Gesicht dabei die ganze Zeit vor mir, obwohl meine Augen zu waren.


Fazit

Es macht einfach einen riesen Spaß diesen Roman zu lesen. Und ich vermute nahezu jedem der jemals in der Schule war wird die Geschichte auch gefallen.

Mehr will ich auch nicht mehr sagen, ich will euch ja schließlich nicht zu viel verraten.

Viel Spaß beim Lesen!


Es ist seltsam, wie sehr einen der Blick eines Menschen zum strahlen bringen kann. Es hat fast schon etwas magisches. Als wäre die Zuneigung einer fremden Person wie ein Schalter, der das Licht in dir anknipst und dich mit Energie versorgt, bis du so hell leuchtest, dass es nach außen hin sichtbar wird.


unterschrift-laura

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