„Im Hause Longbourne“ – Jo Baker

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Verlag: Penguin Verlag


Abgesehen vom Quietschen der Pumpe herrschte vollkommene Stille. Am Hang gegenüber zu Knäulen zusammengedrängte Schafe, in den Hecken aufgeplusterte Vögel wie Distelflaum; Laubrascheln im Wald, als ein Igel vorbeihuschte; Lichtfunkeln im Bach, in dem sich Sterne spiegelten; glitzernde Steine.


fazit

Eine mächtige Familie und ihre Dienstboten. Und ein Haus, das alle Geheimnisse kennt.

Während oben in den Salons von Longbourn die Töchter der Familie Bennet überlegen, wie sie die reichen Junggesellen Mr Bingley und Mr Darcy einfangen können, müht sich unten in den Diensträumen das Hausmädchen Sarah über Wäschebottichen und Töpfen ab und träumt dabei von einem anderen, aufregenderen Leben. Als ein neuer Hausdiener im Herrenhaus auftaucht, scheint er wie die Antwort ihrer Stoßgebete. Doch James hütet Geheimnisse von großer Sprengkraft. Es könnte das Leben auf Longbourn für immer verändern.


Der Weg war frei, die Nacht war ruhig: Das Einzige, was sie aufhalten konnte, war ihre eigene Unsicherheit.


bewertung1

Ich weiß um ehrlich zu sein nicht so recht wie ich das Buch bewerten soll. Die Idee finde ich auf jeden Fall schon mal gut. Quasi die Geschichte hinter der Geschichte. Allerdings trat für mich hier schon das erste Problem auf. Ich habe zwar „Stolz und Vorurteil“ gelesen und auch den Film gelesen, bin aber trotzdem an einigen Stellen nicht hinterher gekommen wer jetzt wer ist (vor allem bei den verschiedenen Gentleman) und wer sich gerade wo aufhält. Ich vermute, dass lag daran, dass die Autorin versucht hat die eigentliche „Hauptgeschichte“ nur im Hintergrund ablaufen zu lassen, was ihr aber meiner Meinung nach leider nicht zu 100% gelungen ist.

Ein durchaus positiver Aspekt ist die historische Seite des Romans. Die Beschreibung der damaligen Umstände ist Jo Baker wirklich gut gelungen. Auch die Tatsache, dass auch die jungen Damen der Bennets z.B. nicht sauberer waren als alle anderen Leute damals (an einer Stelle wird der Waschtag beschrieben, da bekommt man wirklich tiefe Einblicke). Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Figurengestaltung. Egal ob Haupt- oder Nebenfigur, die Autorin hat es wirklich geschafft ganz individuelle Charakterzüge zu kreieren. Zudem hat sie auch die Charakter der Familie Bennet, die ja durch Jane Austin schon vorgegeben sind, gut aufgegriffen.

Die Geschichte an sich fängt relativ gut an und steigert sich zu Mitte hin. Allerdings fand ich das letzte Drittel ziemlich schwach. Erst hatte ich den Eindruck, dass Jo Baker nicht mehr wusste was sie schreiben sollte und deshalb (für mich) eher belanglose Dinge in die Geschichte eingebunden hat. Und dann ganz am Ende hatte ich wieder das Gefühl, dass es nach dem Motto geschrieben wurde „husch husch, schnell fertig werden“. Die letzten Handlungen wirkten dadurch etwas überstürzt und irgendwie hat mir auch ein Stück gefehlt.

Alles in allem vergebe ich deshalb 2 von 4 mögliche Punkte. Das Buch hat mich einfach insgesamt nicht überzeugt.

bewertung-2-punkte


James hatte keine Absichten, was Sarah anging, weil er sich Absichten gar nicht leisten konnte. Er konnte sich nicht leisten, einen anderen Menschen an sich zu binden, und deshalb wollte er einfach seinen Blick gesenkt halten und seine Arbeit tun. Dieses Ziehen im Bauch, das von Begehren sprach, aber auch von Eifersucht, war ihm ganz und gar unwillkommen. Er musste das Gefühl unterdrücken, denn schließlich bedeutete es nichts. Doch es war eine Schande, so viel musste er zugeben zugeben, es war eine Schande, wegschauen zu müssen, wo er lieber hingeschaut hätte.


fazit1

Eigentlich ist ja schon alles gesagt. Das Buch ist in Ordnung, aber für mich leider nichts besonderes. Ich hatte mir auch ehrlicher Weise mehr erhofft, weil mir „Stolz und Vorurteil“ wirklich sehr gut gefallen hat… vielleicht hatte ich deswegen auch zu hohe Erwartungen.


James arbeitete absichtlich langsam. Er trocknete jede Tasse und Untertasse, bis sie quietschte, blieb neben Sarah stehen und genoss ihre ernste Miene, ihr dickköpfiges Schweigen. Diese Hartnäckigkeit, diese Sturheit – warum fand er das eigentlich so bezaubernd?


unterschrift-laura

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