„Jogginghosen-Henry“ -Hannes Finkbeiner

DasBuch

jogging-hosen-henry

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Verlag: HEYNE


Und da war die Hitze, der Wind, die vielen Menschen, zwei hübsche Mädchen in Possessed-Shirts in unserer Nähe, dann die Musik, die ich so liebe, und plötzlich eine Gestalt in weißen Gewändern, die an mir vorbeilief, in den Händen eine weiße Sense, die Augen rot wie Feuer, das Zischen des ersten Biers, das eiskalt durch meine Kehle rann, die hämmernde Doublebase schäumte in meinem Bauch. Ich fühlte mich wie ein Eremit, der das erste Mal den Berg hinter seiner Höhle bestiegen hatte. Und dort entdeckte ich ein Land, unendlich groß und weit, bereit erobert zu werden.


Klappentext

Jogginghosen-Henry und der ewige Krach des Lebens …

Henry wollte natürlich schon immer seiner Traumfrau begegnen, aber ausgerechnet jetzt? Frühmorgens nach einer durchzechten Nacht, auf dem Campingplatz eines Metalfestivals? Ehe er begreift, was gerade passiert, ist die schöne Unbekannte wieder im Gewimmel verschwunden. Henrys Freunde Gabriel, Felix und Evil Enrico erkennen den Ernst der Lage und stellen umgehend eine Suchmannschaft auf die Beine. Was sie nicht ahnen: Das Wochenende hält noch einiges mehr bereit, das nicht auf dem Plan stand, und wird das Leben der Freunde mächtig durcheinanderbringen. Glück, Liebe und Tod sind im Leben eben auch nur Zeltnachbarn.


-war vielleicht die Angst vor dem Tod der einzige Grund, der uns am Leben hielt? Dreißig Milliarden Galaxien, hundert Milliarden Planeten? Konnte es wirklich wahr sein? Was war dann der Mensch, außer einer Witzfigur, die sich um sich selbst drehte, auf einem Gesteinsbrocken, in einem Universum, dessen Ausmaß er nicht ansatzweise erahnen konnte, geschweige denn, dessen Grenzen er kannte?


Bewertung

Heavy-Metal spielt keine zentrale Rolle in meinem Leben, dennoch bin ich nicht abgeneigt von diesem Musik-/Lebensstil und kann mich teilweise sehr gut damit identifizieren. Als ich dieses Exemplar von Hannes Finkbeiner entdeckt hatte, war ich sofort von der Geschichte gepackt. Ein Autor, der über sein Leben in der Heavy-Metal-Szene erzählt, zahlreiche Festivals besucht und sich auch noch unsterblich verliebt hat und nun auf der Suche nach seiner makellosen Schönheit ist? Klingt nahezu perfekt – perfekt für mich!

Zu Beginn des Buches hatte ich große Schwierigkeiten diese eigentlich recht simple Geschichte zu lesen, denn … ich hatte das Gefühl das Herr Finkbeiner echt jedes Adjektiv aus seinem Wortschatz in einen Satz gepresst hat. Ich war sehr verwirrt und dachte mir nur „das kann doch nicht sein, dass ich ein Buch über Heavy-Metal und Festivals lese und es mich beinahe noch mehr anstrengt als die Bücher von Paulo Coelho!“ Nach dem ersten Viertel des Buches wurde es aber zunehmend besser und man hat die wenigen Textpassagen etwas überlesen oder sich daran gewöhnt.

Ich muss nebenbei auch anmerken, dass ich dieses Buch verschlungen habe. Am Ende war ich ganz minimal enttäuscht, da sich der Klappentext für mich so gelesen hatte, als ob „Jogginghosen-Henry“ sich unsterblich verliebt hat, seine Angebetete auf dem Festival aus den Augen verloren hat und ihr nun hinterherreist nun sie wiederzufinden – die Geschichte ist komplett anders, aber auf jeden Fall trotz alledem gut! Am Ende hatte ich auch nur einen kleinen Denkfehler oder eine verzerrte Wahrnehmung.

Bei dem gesamten Lesen habe ich immer wieder den Drang verspürt Hannes Finkbeiner persönlich kennen zu lernen, denn sein Schreibstil kam mir sofort vertraut vor. Ich hatte das Gefühl, dass er mit seinen Lesern kommuniziert und dies in Form eines guten Freundes. Das gesamte Buch glich einem Brief eines guten Freundes, der dir eine besondere und vor allem aber lustige Geschichte aus seinen vergangenen Jahren schreibt. Während des Lesens hatte ich stets ein Lächeln auf den Lippen wegen seiner offenen, humorvollen und ehrlichen Art und Weise.

vier-punkte

Volle Punktzahl für diesen herzerwärmenden, ehrlichen und humorvollen Roman!


So. Und nach diesem Abend begann eine sehr intensive Phase meines Lebens, die sich stark um das Thema Liebesbriefe drehte. Harte Nummer. Echt. Wissen Sie, alle Gedanken, die man in Liebesbriefen zu Papier bringt, kommen ja niemals an die Intensität der Gefühle heran, die man in diesem Moment spürt, als ob die ganzen Worte nur leere Hülsen wären. Deswegen übertreibt man irgendwann auch maßlos, benutzt Metaphern, Vergleiche und Songzitate. Ab da gerät der emotionale Schwertransport in Schräglage, die Reifen beginnen zu quietschen, und die Situation wird für alle Verkehrsteilnehmer äußerst brenzlig.


Fazit

Dieses Buch wird nicht jeden Lesergeschmack treffen – so viel ist klar. Mir persönlich hat es extrem gefallen und war ein toller Ausgleich zu der sonst so hochtrabenden und anstrengenden Lektüre. Vor allem ist es aber auch für Personen, die gerne etwas mehr über die Heavy-Metal-Szene erfahren wollen. Hannes Finkenbeiner zehrt aus seinen eigenen Erfahrungen und gibt Vorurteilen keinen Raum. Ich bin hin und weg und kann es nur jedem empfehlen.


„Das Erste, was wir bei unserer Geburt machen, ist einatmen, und das Letzte, was wir bei unserem Tod tun, ist ausatmen. Klingt mir nach einem stimmigen Konzept.“

„Klingt nach einem beängstigenden Konzept.“

„Weißt nicht, ich find’s beruhigend. ‚Millionen streben nach Unsterblichkeit und wissen nicht,  was sie mit sich an einem regnerischen Sonntagnachmittag anfangen sollen.‘ Das ist ein Zitat von so einer Schriftstellerin, habe ich vor einiger Zeit gelesen. War das erste Mal, dass ich mir überlegt habe, wie absurd der Wunsch nach Unendlichkeit eigentlich ist“, sagte er und zog das Tuch beiseite wie ein Zauberkünstler, der seinen Bluff präsentierte.


Ich persönlich kann mich recht gut mit diesem Musikgeschmack identifizieren, da ich selbst gerne diverse Konzerte in diesem Bereich besuche und zum „Runterkommen“ diese Richtung sehr schätze.

Es würde mich sehr gerne interessieren, wie es unseren Lesern damit geht. Also …

Wie stehst Du zu Heavy-Metal?


unterschrift-cindy

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Verfasst von

... Studentin (BWL) ... Leseratte ... Kreativkopf ... Konzertgängerin ... verliebt in das Leben ... Hobbyfotografin ... Momentesammlerin ... Instagrammerin ... aufgeschlossen und herzlich ... witzig und hilfsbereit ... ein Mensch wie Du und Ich!

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