„Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat“ -Jürgen Todenhöfer

DasBuch

is

Hier geht’s zum Buch!

Verlag: Penguin Verlag


„Hat man beim Anblick der Vorgänge in der Welt nicht den Eindruck, dass der Europäer für anderen Rassen das ist, was der Mensch für die Tiere bedeutet? Er macht sie seinem Dienst untertan, und wenn er sie nicht mehr unterjochen kann, vernichtet er sie.“


Klappentext

Im Sommer 2014 führte Jürgen Todenhöfer mehrere Monate lang Gespräche mit deutschen Islamisten (via Skype), die sich dem IS-Staat angeschlossen haben. Die Erkenntnisse, die er in diesen Gesprächen gewann, sind mehr als erschreckend und enthüllen die mörderischen Absichten des sogenannten Kalifats, das einen weltweiten Gottesstaat errichten will und dabei auch vor Massenmorden nicht zurückschreckt, selbst unter Muslimen. Nach der Erweiterung Ihres Staates im Nahen Osten, bei der sie die Nachbarstaaten unterwerfen wollen, haben sie Europa und den Westen im Visier.

Im November 2014 fuhr er als bislang weltweit einziger westlicher Journalist in das Zentrum des IS-Staats, nach Mossul, hielt sich dort 10 Tage lang auf und führte weitere Interviews. In seinem Buch beschreibt er eindringlich seine Erlebnisse vor Ort.


„Die zurückgehaltene Wut dreht sich im Kreis und richtet unter den Unterdrückten selbst Verheerung an. Um sich von ihr zu befreien, schlachten sie sich untereinander ab. Die Stämme kämpfen gegeneinander, weil sie den eigentlichen Feind nicht angreifen können, und man kann sich darauf verlassen, dass die Kolonialpolitik ihre Rivalitäten schüren wird. Die Sturmflut der Gewalt reißt alle Schranken nieder. Das ist der Moment des Bumerangs. Die Gewalt schlägt auf uns zurück, und wir verstehen so wenig wie früher, dass es unsere eigene Gewalt ist.“


Bewertung

Kaum ein Thema dominiert die heutigen Schlagzeilen so sehr wie das Thema IS. Die Meinungen in Bezug darauf sind sehr gespalten. Während laut einer Umfrage ca. 82% der Deutschen behaupten, dass sie sich sicher und beschützt fühlen, gibt es noch immer 18% die eine ganz andere Meinung vertreten. Angst, Ungewissheit und Missverständnisse leiten uns durch den Alltag. Obwohl wir immer wieder hören, dass eben diese Angst unseren Alltag nicht bestimmen soll, was auch so ist, bleibt doch Bedenken.

Als ich die Möglichkeit bekommen habe, dieses Buch zu rezensieren, ging ich mit sehr gemischten Gefühlen an die Sache ran. In manchen Momenten des Lebens dachte ich mir: „Man ist das ein guter Roman – was wenn es wirklich so … ach stimmt, dass ist ja leider die Realität.“ Mein Kopf wollte noch immer nicht begreifen, dass es keineswegs unrealistisch ist, sondern knallharte Realität.

Ich habe einen riesengroßen Respekt vor Herr Todenhöfer und bin auch sehr dankbar, dass er uns durch seine lebensgefährliche Recherche die Möglichkeit gegeben hat, den unbekannten Islamischen Staat etwas genauer kennen zu lernen. Seine Telefonate, Gespräche, Berichte der Tage im IS … Alles hat mich sehr berührt. Wie können Menschen nur so naiv an eine so schreckliche Sache herangehen? Was muss mit einem Menschen passieren, dass er bereit ist sein eigenes Leben zu opfern für einen Glauben, der nicht dem eigentlichen Glaubensansätzen des Korans entspricht? Diese Fragen werde ich wohl nie wirklich beantwortet bekommen.

Für diesen emotionalen, erschreckenden und dennoch aufschlussreichen Erfahrungsbericht gibt es von mir drei von vier möglichen Punkten. Ich musste leider einen abziehen, da es für mich sehr schwer war mit den verschiedenen Begriffen klar zu kommen und es für einen Laien auch sehr kompliziert geschrieben ist.

drei-punkte


All das sind Erklärungen, keine Entschuldigungen. Terrorismus lässt sich nicht rechtfertigen. Der des IS schon gar nicht. Wenn Zivilisten getötet werden, handelt es sich immer um Mord. Darüber kann es keine Diskussion geben.


Fazit

Es ist schwer ein derartiges Buch zum empfehlen bzw. es anderen Menschen ans Herz zu legen. Das Interesse für das Thema muss gegeben sein und die Angst darf nicht allzu groß sein, denn es ist nun mal nicht auszuschließen, dass man am Ende sehr aufgewühlt sein wird. Trotz alledem würde ich es jederzeit wieder lesen und Interessierten ans Herz legen. In der heutigen Zeit kann es nie schaden, sich über die Hintergründe der aktuellen Ereignisse und der Krisensituation zu informieren.

Lassen Sie sich von Herrn Todenhöfer des IS schildern. Zum Denken regt vor allem der letzte Teil, der offene Brief an den Kalifen an.


Eines Tages sehen wir, wie unsere Freunde in eurem orangefarbenen Overall in einer trostlosen Wüste sitzen. Neben ihnen ein messerwetzendes gesichtsloses Ungeheuer, das sich darauf vorbereitet, Menschen, die uns ans Herz gewachsen sind, den Kopf abzuschneiden. Oder zu verbrennen. Indem das Ungeheuer die tötet, tötet es voller Sadismus auch etwas in uns. Und baut Angst auf. Und Kriegsbereitschaft.


unterschrift-cindy

Advertisements

Veröffentlicht von

... Studentin (BWL) ... Leseratte ... Kreativkopf ... Konzertgängerin ... verliebt in das Leben ... Hobbyfotografin ... Momentesammlerin ... Instagrammerin ... aufgeschlossen und herzlich ... witzig und hilfsbereit ... ein Mensch wie Du und Ich!

6 thoughts on “„Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat“ -Jürgen Todenhöfer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s