„Eleanor“ -Jason Gurley

titelbild-rezension

dasbuch

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Verlag: Heyne


Lang Zeit starrt sie auf dieses Bild, dann sieht sie zu dem Man, der sagt: „Lady, war da noch jemand…“, und Agnes dreht sich um und schaut auf den leeren Rücksitz des Subaru und spürt, wie das nagende Gefühl in ihrem Inneren zu einer wilden Bestie wird, das den schrecklichen Jammerschrei aus ihrem Inneren aufsteigen lässt und durch ihren Mund in den Nebel schickt, wo er eine Ewigkeit nachhallt.


fazit

Eleanor ist sechs, als ihre Zwillingsschwester Esmeralda bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt. In den folgenden Jahren muss sie hilflos mitansehen, wie ihre Familie an dem Verlust zerbricht – bis zu dem Tag, an dem Eleanor versehentlich durch ein geheimnisvolles Portal schreitet und eine neue Welt betritt. Dort kommt sie einem ebenso magischem wie tödlichen Geheimnis auf die Spur…


Bis zu diesem Nachmittag hatte sie nicht an Magie geglaubt – oder Aliens oder alternative Welten – und jetzt musste sie die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es noch irgendetwas anderes gibt.


bewertung1

Irgendwie weiß ich dieses mal garnicht so recht wie ich mit der Rezension starten soll. Das ist mir eigentlich noch nie passiert , aber jetzt ist es eben so. Was gibt es zu „Eleanor“ zu sagen? Ich bin eher unentschlossen… fand ich das Buch gut oder nicht? Vielleicht kommt die Erkenntnis ja während ich hier die Rezension schreibe…

Ich fang einfach mal mit einem Punkt an, der mir wirklich sehr sehr gut gefallen hat: die Sprache. Jason Gurley hat wirklich eine wunderbare Schreibweise. Die Wörter sind nahezu in mich hinein geflossen und haben zu jedem Zeitpunkt ein Bild in mir hervorgerufen, ich habe quasi durch seine Worte die Geschichte sehen können. Davon war ich einfach restlos begeistert. Das Buch lässt sich dadurch auch flüssig lesen und ich bin nicht einmal ins stocken gekommen. Was ich auch gut fand, ist die zeitliche Gestaltung des Buches. Es gibt 3 „Zeitpunkte“ bei denen das Buch ansetzt. Der Autor springt da aber nicht hin und her sondern erzählt von Anfang bis Ende durch und lässt quasi immer ein paar Jahre aus. Für dieses Buch fand ich das sehr sehr passend, weil die Geschehnisse sich gegenseitig beeinflussen und von einander abhängig sind. Ich selbst bin kein Fan von Büchern in denen es immer wieder diese Rückblicke gibt, in denen auf einmal von der Vergangenheit erzählt wird. Deswegen ein Pluspunkt für diese Lösung.

Die Figur Eleanor wurde durch den Autor schön herausgearbeitet. Ich fand sie von Anfang an sympatisch und konnte die meisten ihrer Entscheidungen und Handlungen sehr gut nachvollziehen. Bei den anderen Figuren hätte Gurley aber ein bisschen mehr machen können… Vor allem Eleanors besten Freund Jack finde ich ein bisschen blass, da hätte mehr passieren können. Das Potential war auf jeden Fall da, ganz ohne Frage.

Kommen wir nun zu dem Punkt der meine Begeisterung über das Buch so ein bisschen abgeflacht hat : das Ende.
Ihr alle wisst mit dem Ende eines Buches ist das so eine Sache… das ganze Buch kann genial sein aber wenn der Schluss nix ist… na dann ist im nachhinein das ganze Buch irgendwie nix.
Es ist nicht so, dass bei „Eleanor“ das Ende 0 Punkte bringt… die Idee ist Spitze und hat mich auch überrascht (das finde ich immer besser als wenn von Beginn an klar ist was passiert), aber es war mir einfach zu schnell. Ich hatte das Gefühl als hätte jemand gesagt: hier ist die Lösung, ja sie ist völlig absurd aber es wird klappen. Und Eleanor hat das ganze einfach mal fix in 5 Minuten umgesetzt. Ohne nachzufragen, ohne zu überlegen oder sonstwas… mehr nach dem Motto: klar, das machen wir so.
Da hat mir dann doch was gefehlt und ich denke der Autor hätte an dem Punkt nochmal 100 Seiten schreiben können ohne, dass es die Geschichte langweiliger gemacht hätte oder so. Irgendwie wat das Ende für mich einfach unbefriedigend.
Ich will damit nicht sagen, dass das Ende total schlecht ist, aber irgendwie fehlt da was… Wie als würde man auf einer Wildblumenwiese stehen und der Duft würde fehlen. Die Wiese ist deswegen hübsch anzusehen, aber zur Perfektion reicht es eben nicht.

Alles in allem vergebe ich für das Buch 3 von 4 Punkten.

drei-punkte


In seiner Welt sieht Jack, wie sie verschwindet. Verblüfft lässt er seinen Milchkarton fallen, der sich erst aufbläht und dann die Flüssigkeit auf den Tisch rinnen lässt. 
Sie ist einfach verschwunden. 


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Ein wirklich schönes Buch dem aber doch irgendwie ein Stück fehlt. Vielleicht ergeht es euch beim lesen anders, vielleicht sagt ihr: was hat sie denn? Das ist doch ein klasse Buch!
Ich wünsche es dem Buch auf jeden Fall, weil die Idee dahinter wirklich toll ist.


Eleanor sieht, wie ihr Vater die Hand ihrer Mutter drückt, und stumm warten die vier auf den zweiten Krankenwagen an diesem Tag, der alles in Ordnung bringen soll. Auf dem Bildschirm dreht sich der Geist von Esmerelda langsam wie eine Balletttänzerin im Kreis und bricht schließlich kichernd auf dem Boden zusammen.


unterschrift-laura

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7 Kommentare zu „„Eleanor“ -Jason Gurley

  1. Ich bin auch schon öfters an diesem Buch vorbeigelaufen und hab mir überlegt, ob ich es mir kaufen soll. Du hast mich auf der einen Seite noch interessierter gemacht, weil ich jetzt wissen will, WAS für ein komischer Ende das denn ist.. Aber andererseits mag ich das auch gar nicht, wenn die Geschichten so abrupt enden. Eine sehr schöne Rezension, die (zum Glück ohne Spoiler) den Kern gut erfasst 😉
    Lg, Julia
    https://bucherblog2016.wordpress.com

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    1. Schön, das dir die Rezension gefällt 🙂
      Aber wenn der Klappentext dir schon nicht gefällt dann bist du am Ende vielleicht total enttäuscht von dem Buch 😉

      Liebe Grüße, Laura

      Gefällt 1 Person

  2. Huhu!

    Sehr schöne Rezension! Bei mir ist es so, dass mir ein schlechtes Ende wirklich das ganze Buch verdirbt – da sind Bücher bei mir tatsächlich schon quer durchs Wohnzimmer geflogen…

    Da ich aber eine Schwäche für lyrische Schreibstile habe, werde ich diesem Buch hier vielleicht mal eine Change geben.

    LG,
    Mikka

    Gefällt 1 Person

    1. Es freut mich, dass dir Rezension gefällt.
      Vielleicht gefällt die das Ende ja auch besser als mir.
      Mir ging es dann einfach zu schnell. 😉
      Liebe Grüße, Laura

      Gefällt mir

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