„Club der letzten Wünsche“ – Tamy Fabienne Tiede

DasBuch

ClubDerLetztenWünsche

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Verlag: PIPER


„Die Rocca di Garda ist eine Ruine. Sie ist verfallen und von den Jahren gezeichnet. Trotzdem besuchen unheimlich viele Leute diesen wunderbaren Ort. Was ich damit sagen will, Jesslyn: Auch wenn du selbst eine Ruine mit bröckelnder Fassade bist, heißt das noch lange nicht, dass du nicht schön sein kannst. Denn diese macht dich zu dem, was du bist: wundervoll und einzigartig.“


Klappentext

»Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich im Kindergarten Würmer gegessen und anderen Kindern meine Schippe über den Schädel gezogen, und jetzt lag ich in einem Krankenhaus mit einem Tumor in meiner Lunge.« Jesslyn wird sterben. Aber nicht, bevor sie nicht unter freiem Himmel geschlafen, das Meer gesehen, sich verewigt hat. Und nicht, bevor sie nicht die ganz, ganz große Liebe getroffen hat. Gemeinsam mit ihren Freunden erfüllt sich Jesslyn ihre letzten großen Wünsche.


Und nun waren da drei Menschen, die mir aufmunternd zulächelten. Drei Menschen, die ich liebte und die mir gezeigt hatten, wie man dauerhaft glücklich sein konnte, und das auch ohne Drogen. Ich realisierte, dass es gar nicht darum ging, wie viel Zeit einem noch blieb, sondern darum, mit wem man sie verbrachte.


Bewertung

Als mich dieses Rezensionsexemplar vom PIPER-Verlag erreichte, war ich mir nicht sicher gewesen ob ich es lesen könnte. Krebs – dieses Thema schwebt die letzte Zeit über Allem und holt mich privat auch immer mehr und immer wieder ein. Doch ich glaube genau das ist das Problem. Viele verschließen sich, halten sich die Ohren zu und wollen mit nichts dergleichen in Berührung kommen. Ich warne Euch schon mal vor – das könnte emotional werden.

Tamy Fabienne Tiede ist Baujahr ’96. Ein paar Bedenken stellten sich ein. Ein Debütroman von einer Person die jünger ist als ich? Dieser Gedanke verschwand aber sofort mit den ersten Seiten. Tiede schreibt unfassbar ehrlich, realistisch und berührend. Sie weiß ganz genau, wie man die Leser gleichzeitig zum Lachen und Weinen bringen kann. Ich ziehe außerdem den Hut vor ihr, dass sie ein derartiges Thema mit ihren jungen Jahren angerissen hat und somit nicht irgendwelchen Fantasiegeschichten erzählt, sondern die pure Wahrheit – ohne Rücksicht auf Verluste. „Tamy Fabienne Tiede – Falls Du das jemals lesen solltest: Du bist eine wunderbare Autorin und ich finde es mehr als stark von Dir über Krebs zu schreiben!“

Jesslyn ist eine Person die viele Leser zu Beginn des Buches wahrscheinlich etwas schrecklich finden. Ein zerbrochenes Mädchen, Piercings, Tattoos und eine wilde Jugend. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge und verschont niemanden mit ihrer Meinung. Dies wiederrum ist genau das was mich vom ersten Moment an so fasziniert hat. Von der ersten Beschreibung und dem ersten Satz an habe ich sie geliebt, mich ihr nahe gefühlt und sie in mein Herz aufgenommen. Ihre Eltern habe ich jedoch gehasst. James ist ein so wunderbarer Junge. Er opfert sich komplett für Jesslyns Krankheit, setzt alle Hebel in Bewegung und versucht stets das Unmögliche möglich zu machen. Boomer und Yiulja sind auch Freunde, welche man sich selbst an der Seite wünschen würde. Ich habe mich in beinahe alle Figuren schockverliebt und mit ihnen gelitten, gelacht und geweint.

Da wir gerade beim Thema „Weinen“ sind … ich habe noch nie wirklich bei einem Buch weinen müssen. Klar, ich habe öfters mal eine Träne verdrücken müssen – aber bei diesem Buch kam ich am Ende aus dem Weinen und Schluchzen nicht mehr raus. Bei den letzten Seiten bin ich ins Bad gegangen um alleine und in Ruhe weinen zu können 😀

Das Cover spiegelt komplett den Inhalt wieder und auch wenn es nur ein Taschenbuch ist, so ist es bei jedem Kapitel sehr schön gestaltet und ich hatte es an einem Tag durch.

vier-punkte

Wenn ich könnte, würde ich mehr Punkte geben. Irgendwann, wenn ich nicht mehr allzu viel weinen muss, werde ich dieses Buch definitiv wieder lesen.


„Ich werde dir nicht versprechen können, dass du nicht leiden wirst. Denn das wirst du, wochen-, monate-, ja vielleicht auch jahrelang. Doch du wirst dich auch neu verlieben, eine Familie gründen und dir ganz sicher so einen treudummen, sabbernden Labrador mit deiner wunderschönen Frau und deinen wunderschönen Kindern kaufen. Und ich werde immer bei dir sein. Ich werde auf dich hinunterschauen und wissen, dass du nichts bereust, sondern die Tage, die dir noch bleiben, genießt. In vollen Zügen. Denn ich sterbe, nicht du, mein tapferer James. Mein wunderschönes tapferer James. Ich werde sterben, und du wirst leben. Lebe für mich.“


Fazit

Lest es! Es sei denn, Ihr könnt solche Geschichten absolut nicht leiden, verschließt Euch vor dem Thema oder müsst schnell weinen und mögt dies nicht. Allen Anderen kann ich es nur wärmstens empfehlen. Konfrontiert Euch mit dem Thema und lasst es einfach zu! Das Leben hat auch Kehrseiten und auch diese sollte man kennen. Mehr kann ich dazu nicht wirklich sagen.


Liebe ist ein rettender Anker und eine beflügelnde Macht, der Speer, der dich durchbohren kann, und die Arznei, die dich heilen lässt. Liebe hat keine Größe, denn sie ist endlos. Und sie liegt nie falsch. Sie ist niemals schwarz, niemals tot. Liebe hat kein Ende, aber dafür immer einen Anfang. Wenn jemand stirbt, verweilt sie auf der Erde, nämlich in den Herzen der Angehörigen. Auch die Liebe, die Boomer für Jesslyn empfindet, würde niemals vergehen. Schmerz vergeht, Leid vergeht, aber die Liebe bleibt. Sie ist eine Konstante.


Wie steht Ihr zu diesem Thema?

Ich selbst hatte die letzte Zeit sehr schlimme Erfahrungen damit. Nach dem das letzte Jahr der blanke Horror war, bin ich froh, dass ich mich solchen Themen geöffnet habe. Man sollte bei betroffenen Personen keinen Riegel davor schieben, sondern sie auf ihrem schweren Weg begleiten. Denkt immer daran, Jeder hat ein Ablaufdatum – die einen zeitiger, die anderen später.

unterschrift-cindy

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Verfasst von

... Studentin (BWL) ... Leseratte ... Kreativkopf ... Konzertgängerin ... verliebt in das Leben ... Hobbyfotografin ... Momentesammlerin ... Instagrammerin ... aufgeschlossen und herzlich ... witzig und hilfsbereit ... ein Mensch wie Du und Ich!

7 Kommentare zu „„Club der letzten Wünsche“ – Tamy Fabienne Tiede

  1. Ist mit Sicherheit keine leichte Kost- solche Bücher bringen mich oft an die Grenze, gerade nun auch in meiner Situation und wenn man dann zum Schluss wirklich hemmungslos weint- ich bin mir nun nicht sicher, ob ich es lesen möchte. Andererseits hört es sich doch sehr interessant an.- Ja das-miteinander-umgehen in solchen Situationen, ist ein eigenes Thema, als ich das erste Mal deswegen im Spital war, oder auch die beiden anderen Male- kam selten ein Anruf oder ein Besuch- einfach deshalb, weil das Umfeld nicht wusste, was sie tun oder sagen sollten- einfach ganz normal, sagte ich immer- hat dann auch nichts damit zu tun, die Augen zu verschließen, sie waren einfach hilflos. Danke für den Tipp 🙂 Glg Herta

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    1. Liebe Herta, dass muss jeder für sich selbst entscheiden wie er damit umgeht. Ich wurde zu oft damit konfrontiert und musste mich ne letztendlich stellen. Ich bereue es aber keinen Tag! Liebe Grüße, Cindy

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    1. Liebe Nicole, es freut mich sehr das Dir meine Rezension gefällt. Wenn Du es jetzt auch schon liebst wird sich sicher nichts mehr daran ändern. Es ist ein wundervolles Buch!

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