„Mädchen aus Papier“ – Sina Flammang

DasBuch

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Verlag: cbt


Mir ist es lieber, wenn ich nichts sehe, wenn ich die Augen schließe und mich fallen lasse. In das weiche Kissen der Dunkelheit. Ich habe es immer schon geliebt, unterzugehen, zu verschwinden. Wie blasse Wasserfarbe, die sich zurück ins Papier saugt.


Klappentext

“Meine Schwester ist das gestohlene Meisterwerk. Ich bin nur die Fälschung.“

Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.


Ich stelle mir mein Herz als Boxsack vor. Das einzige Spielzeug eines lebensmüden Zirkusaffen, der in mir eingesperrt ist und den ganzen Tag nichts anderes zu tun hat, als mein Herz anzustupsen. Würde er damit aufhören, wäre es mit mir vorbei.


Bewertung

Jeder hat sich doch sicher schon einmal Gedanken gemacht, wenn ganz groß auf den Titelseiten der Zeitungen von Vermissten die Rede war. Kinder, die spurlos verschwinden und leider meistens nur tot aufgefunden werden. Doch was ist, wenn die eigene, längst tot geglaubte Schwester auf einmal wieder auftaucht?

Dieser schwierigen Situation musste sich die Protagonisten des Buches, Mari, stellen. Fünf Jahre war ihre Schwester verschollen und auf einmal ist sie wieder da. Neben der eigentlich zu erwartenden Freude überwiegt jedoch eher die Angst, die Sorge und vor allem das Misstrauen. Flammang hat ein sehr bewegenden und zugleich beängstigendes Thema ausgewählt. Kindesentführungen sind keineswegs fiktive Geschehnisse, sondern sie sind real, waren schon immer da und werden auch immer präsent sein.

Sina Flammang ist dem Stil des Young-Adult-Romans treu geblieben und begeistert mit einer leichten und jedoch sehr detaillierten Schreibweise, welche den Leser in die Geschichte eintauchen lässt. Während der gesamten Geschichte hatte ich das Gefühl, dass ich mit Mari, Clementine, Ole und Annika vor Ort bin. Ich habe mich sofort wohlgefühlt, was sicherlich auch an der Tatsache lag, dass die beschriebenen Gedanken und Gespräche so realistisch rüber kamen und man sich oft selbst darin wiedererkannt hat. Mari ist das typische Beispiel für Außen hart und Innen weich. Während andere Kinder ihre Kindheit genießen konnten, wurde sie immer nur als kleine Schwester des verschwundenen Mädchens gesehen und behandelt. Ihre Eltern waren hierbei auch nicht gerade das Paradebeispiel … nach einer gewissen Zeit haben sie einfach nur versucht das idyllische Puppenhausleben aufrecht zu erhalten. Das Einzige was mir bei der Geschichte etwas gefehlt hatte war eine detailliertere und ausführlichere Beschreibung der Reise. Innerlich hatte ich mich so sehr darüber gefreut etwas mehr von einem Teenie-Roadtrip zu lesen, welcher jedoch nur ca. 40 Seiten andauerte.

Das Cover ist sehr schön gestaltet und spiegelt den Inhalt der Geschichte relativ gut wieder.

Für meine kleine Enttäuschung hinsichtlich des Road-Trips gibt es von mir drei von vier Punkten.

drei-punkte


Eigentlich müsste man jede Sekunde seines Lebens daran denken, dass es die letzte sein könnte. Sonst verpasst man sie eines Tages. Das letzte Mal ins Bett gehen. Die letzte Mathearbeit. Der letzte Kuss. Es kann alles so schnell vorbei sein.


Fazit

Mit diesem Buch hat Sina Flammang ein sehr bewegendes Thema aufgefasst. Dabei heraus, kam ein wundervoller Jugendroman, welcher mit seiner Leichtigkeit und emotionbeladenen Seite beeindruckt und dem Leser noch lange im Kopf bleiben wird.

Wer also Jugendromane mag und nicht vor der Thematik zurückschreckt, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Ich habe es an einem Tag gelesen – es lohnt sich wirklich!


Jede Familie ist doch irgendwie ihr eigener Unfall,denke ich, und auch wenn wir alle aus dem gleichen Baukasten kommen und die gleichen Fehler machen wie alle Familien, die es jemals vor uns gab, macht uns das doch nicht weniger besonders.


unterschrift-cindy

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Veröffentlicht von

... Studentin (BWL) ... Leseratte ... Kreativkopf ... Konzertgängerin ... verliebt in das Leben ... Hobbyfotografin ... Momentesammlerin ... Instagrammerin ... aufgeschlossen und herzlich ... witzig und hilfsbereit ... ein Mensch wie Du und Ich!

3 thoughts on “„Mädchen aus Papier“ – Sina Flammang

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