Die Schule der Nacht – Ann A. McDonald

DasBuch

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Verlag: Penhaligon


Sie rannte.
Durch den Tunnel, barfuß über den Steinboden. An den Hauptwegen leuchteten blakende Fackeln, darum tauchte sie tiefer ins Labyrinth ab, stolperte verborgene Treppen hinunter und die dunklen, verschlungenen Gänge entlang, bis stickiger Modergeruch in der Luft lag und die Türen protestierend aufstöhnten, wenn sie sie aufstemmte. Und immer noch rannte sie weiter.


Klappentext
»Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken. Bitte komm zurück, und bring alles zu einem guten Ende.« Diese Nachricht erhält die Amerikanerin Cassandra Blackwell in einem mysteriösen Päckchen, zusammen mit einem alten Foto ihrer verstorbenen Mutter, gekleidet in die schwarze Robe der Oxford Universität. Kurzerhand beschließt sie, nach England zu reisen, um mehr über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren. Dort entdeckt Cassie eine Welt voller Traditionen und Privilegien und merkt schnell, dass hier eine dunkle Macht am Werk ist – verbunden mit einer geheimen Gesellschaft, die sich Die Schule der Nacht nennt …


Sie hatten denselben Traum wie so oft: von staubigen Katakomben und flackernden Fackeln, von Flucht und Panik und Angst. Sie träumte von der Dunkelheit, und als sie erwachte, klebte der Hunger dick in ihren Adern. Cassie lag wach, sie zählte die Minuten. Dies war ihre letzte Nacht. Die einzige Nacht.
Dies war das Ende.


Bewertung

Mit „Die Schule der Nacht“ entführt uns die Autorin in eine Welt voller Intrigen, Lügen und Geheimnisse. Man findet sich sofort in der Geschichte wieder und rutscht zusammen mit Cassie immer mehr in diese Verstrickungen und Verwirrungen des Colleges. Dabei schafft es die Autorin auch den Leser lange im Dunkeln zu lassen – Wer ist gut und wer böse? Wem kann man vertrauen und wem nicht? Und wie hängt nun eigentlich alles zusammen? Diese Fragen beschäftigen den Leser sehr lange und man kommt auch wirklich erst kurz vor dem Ende allem auf die Schliche. So baut sich der Spannungsbogen langsam aber sicher auf – für mich hätte es zwar an manchen Stellen ein wenig mehr Tempo sein dürfen aber zu sehr hat es mich nicht gestört.

Eine entscheidende Rolle spielen in diesem Roman die Figuren. Im Mittelpunkt steht Cassie mit ihrer Vergangenheit. Sie ist der Auslöser von allem und man erkundet zusammen mit ihr eine neue Welt. Nach und nach treten dann immer mehr Nebenfiguren in das Geschehen ein, wodurch ich manchmal das Gefühl hatte beim lesen ins schlingern zu geraten. Ich denke, dass liegt vor allem daran, dass Cassie immer misstrauisch ist und nur langsam anfängt anderen zu Vertrauen und man als Leser von ihrer Vorsicht „infiziert“ wird. Was mich hier manchmal ein bisschen ratlos zurückgelassen hat war das Gefühl, dass die Hauptprotagonistin keine klares Verhalten an den Tag gelegt hat. Mal hat sie meiner Meinung nach schneller vertraut und wieder andere grundlos von sich gestoßen. Mal wurde sorgfältig geplant und dann wieder überstürzt gehandelt. Hier hätte ich mir einfach ein bisschen mehr Tiefe gewünscht.

Trotzdem habe ich jede Seite gespannt weiter verfolgt – ich bin ein neugieriger Mensch und musste einfach wissen wie die Autorin diese ganzen Geschehnisse verknüpfen will und alles zu einem Ganzen zusammenfließen lässt. Und dann war ich von dem Ende leider so sehr enttäuscht… ich finde es passt einfach nicht zum Rest des Buches. Die Wendungen und Ereignisse am Ende haben sich für mich einfach ein bisschen an den Haaren herbeigezogen angefühlt. Ich hab einfach keine Verbindung zum Rest des Buches sehen können und die Erklärung und die geschlossenen Zusammenhänge schienen mir auch irgendwie nicht so richtig plausible. Das fand ich im schon ziemlich schade – denn wie gesagt mit dem Anfang der Geschichte bin ich ziemlich gut klar gekommen. Deswegen vergebe ich 2 von 4 möglichen Punkten.

zwei-punkte


Er hielt sie sanft, und Cassies Widerstand fiel in sich zusammen. Die Schatten erhoben sich, um sie ganz zu verschlingen, und im nächsten Moment war da nichts mehr, nur noch Schwarz und Rot, Zorn und Macht, und ein ekstatischer Wirbelsturm in ihren Adern.


Fazit

Starker und spannender Anfang gegen schwaches und für mich unpassendes Ende. Leider konnte mich das Buch so nicht komplett überzeugen und hat mich eher unzufrieden zurückgelassen. Vor allem von der Auflösung hatte ich mir mehr erhofft.

Für alle Liebhaber von Geheimbünden und Verschwörungen die Fantasy nicht scheuen empfehlenswert. Für Leser die klare Strukturen und hohe Spannungsbögen mögen meiner Meinung nach leider eher nicht.


Morde und Komplotts können warten. Erst wird gegessen.


unterschrift-laura

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4 Kommentare zu „Die Schule der Nacht – Ann A. McDonald

  1. Huhu!
    Mit dem Ende hab ich auch gehadert. Als man entdeckt, was genau sie tun, war ich zuerst ziemlich enttäuscht, fand das Fantasy-Element reichtlich deplaziert und die Erklärung dazu fadenscheinig. Aber als es dann zum großen Finale ging, hat es dann für mich wieder gepasst – vermutlich hatte ich mich dann an den Gedanken gewöhnt. 😄

    Gefällt 2 Personen

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