Geborene Freaks – Andrew Kaufman

DasBuch

DSC00684

Verlag: btb


… heute im Zeitalter der Fotografie, hat die Vergangenheit ihre Formbarkeit verloren. Bedeutungen sind nicht länger Auslegungssache, um uns die Gestaltung einer eigenen, kohärenten Biografie zu zu erleichtern. Wir alle sind nur noch die Kameraleute unseres Lebens, nicht mehr die Hauptdarsteller. Oder die Regisseure. Nicht einmal als Drehbuchautoren werden wir gebraucht!


Klappentext

Diese Familie ist verrückt: Die Freaks waren immer schon ein bisschen merkwürdig, doch niemand ahnt, dass sie von Großmutter Freak verflucht wurden. Eigentlich hatte sie nur vorgehabt, jedem der Enkel bei der Geburt eine spezielle Fähigkeit mit auf den Weg zu geben, doch dann kam alles ganz anders…


Seid nicht albern! Es bedeutet, dass ihr den Mut aufbringen und akzeptieren müsst, dass nicht alles im Leben rein zufällig geschieht. Manches ist von besonderer Bedeutung!


Bewertung

Das Buch entführt den Leser in die verrückte, verschrobene und einzigartige Welt der Familie Freak. Die Hauptprotagonisten bilden dabei die fünf Geschwister: Richard, Abba, Angie, Kent und Lucy. Jeder der Geschwister ist dabei einzigartig und doch verbindet sie sehr viel.

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Irgendwie war sie etwas besonderes, ich könnte euch kein vergleichbares Buch nennen. Es war auch recht lustig zu lesen – die Dialoge und auch die Situationen in die alle fünf immer wieder geraten sind amüsant und ich musste auch das ein oder andere mal schmunzeln. Eindeutig ein netter Zeitverteib und angenehm zum zwischen durch lesen, keine Frage. Wer auf der Suche nach einem solchen Buch ist, dem kann ich „Geborene Freaks“ nur ans Herz lesen. Wer sich  allerdings einen tiefer gehenden Roman, mit Witz und vielseitigen Figuren wünscht, sollte diese Geschichte für einen anderen Moment aufheben. Die Begründung dafür ist schnell gefunden. Zum einen sind die Figuren extrem schlicht gehalten. Sie scheinen alle in ein Raster zu passen und schauen über den eigenen Tellerrand auch gar nicht hinaus blicken zu wollen. Jeder der Geschwister wird einmal beschrieben und handelt dann nach diesen einmal besagten Muster, dass macht die Handlungen berechenbar und wenig überraschend. Diesen Punkt fand ich sehr sehr schade, denn ihr könnt mir glauben, die Geschichte hatte durch und durch Potential. Die Idee dahinter war stimmig und witzig – die Umsetzung war das leider nicht zu 100%. Und genau diese Sache – die Stimmigkeit – war es auch, die mich am meisten gestört hat, denn sie wollte sich nicht so recht durchsetzen. Angefangen hat es mit einigen Holperern und ein paar Stellen, die für mich ein bisschen überspitzt wirkten. Dazu kamen Passagen, bei denen ich mir dachte „Hui, war das nicht vorhin noch anders?“. Aber zu viel Wert habe ich darauf nicht gelegt, denn man kann sich als Leser ja auch mal die ein oder andere Kleinigkeit falsch merken. Später kamen dann meiner Meinung nach aber auch stärkere Logik-Fehler dazu. Leider zieht mich sowas immer vollkommen aus der Geschichte raus. Ich fange dann häufig an die kleinsten Sachen zu hinterfragen und dann macht das Lesen einfach keinen Spaß mehr. Vielleicht habe ich die Ironie oder den Witz hinter einigen Stellen auch einfach nicht richtig verstanden – kann ja alles sein und ich will dem Buch auf gar keinen Fall einen Fehler vorwerfen wo keiner ist.

Und doch bin ich dadurch nicht so recht warm geworden mit dieser Geschichte, die von ihrem Inhalt her auf jeden Fall die Bezeichnung ‚einzigartig‘ verdient hat. Sie hat so viel zu bieten, über den intensiven Zusammenhalt der Geschwister, einige Lebensweisheiten, bist hin zu witzigen Passagen. Trotzdem kann ich auf Grund meiner Kritikpunkte nur 2 von 4 möglichen Punkten vergeben.

zwei-punkte


Das Mutterdasein hielt eine Vielzahl von Anforderungen für Angie bereit. Das Schlimmste war nicht das Geheule, auch nicht der Schlafmangel, die ständigen Erkältungen oder die zehn zusätzlichen Kilo, die sie partout nicht mehr loswurde. Am schlimmsten war, dass ihre Tochter ihr die eigene Schwäche jeden Tag aufs Neue vor Augen führte.


Fazit

Eine tolle Idee für die Geschichte und eine starke Geschwisterliebe zeichnen diesen Roman deutlich aus. Leider wird dieses Bild für mich durch Überspitzungen und Logikfehler getrübt. Ich konnte kein richtiges Gefühl für diesen Roman entwickeln und wurde einfach nicht so richtig warm, was mir auch für das Buch ein wenig leid tut. Solltet ihr einen lockeren und leichten Roman für zwischendurch suchen könnte dieses Buch trotzdem eine kleine Empfehlung sein.

unterschrift-laura

Advertisements

Ein Kommentar zu „Geborene Freaks – Andrew Kaufman

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s