Wacholdersommer – Antje Babendererde

DasBuch

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Verlag: cbt


Düster und unheimlich war der Anfang allen Seins. Finsternis wallte wie schwarzer Nebel, es war kühl und feucht. Die Erste Welt erschien als Insel unter Wolken. Sie barg den Ursprung allen Lebens. In ihr hausten übernatürliche Wesen, genannt diyin, die Wissenden Leute. Paare von Wolken berührten einander und daraus entstanden Erster Mann und Erste Frau.


Klappentext

Die 17-jährige Halbindianerin Kaye war schon als Kind in Will verliebt, den Enkel eines benachbarten Schafzüchters und Silberschmieds, doch dann geschah etwas Schreckliches. Als der 19-jährige Will nach fünf Jahren Gefängnis plötzlich wieder auftaucht, ist Kaye ratlos: Ihre Briefe hat er nicht einmal gelesen – und doch kann sie nicht glauben, dass er getan hat, wofür er angeklagt wurde. Außerdem ist da noch immer die unverminderte Anziehungskraft zwischen den beiden…


Er hatte eine verlorene Seele in die Unterwelt zurückgeholt, hinab in ewige Dunkelheit und Kälte. Es war nicht der Erwählte, aber das tat nichts zur Sache. Einer war so gut wie der andere.


Bewertung

Antje Babendererde ist bekannt für ihre Jugendromane, die in Amerika und hier besonders in den Welten der Indianer spielen. Auch mit diesem Roman entführt sie den Leser wieder in eine Geschichte rund um diese besondere Kultur und die damit verbundene Lebensweise.

Für mich stehen die Romane dieser Autorin meistens für schöne Lesesstunden. Das liegt zum einen an ihrem lockeren und leichten Schreibstil, der einen durch ihre Geschichten begleitet. Zum anderen liegt es aber auch an den bereits beschriebenen kulturellen Einflüssen der Indianer, die ihren Büchern etwas Besonderes verleihen. Dadurch rücken sie zumindest ein Stück weg von dem klassischen „sie-verlieben-sich-sie-streiten-sich-sie-versöhnen-sich“. Die Figuren selbst bilden da schon eher die typischen Charaktere ab: Kaye, das starke Mädchen, dass an ihre Liebe glaubt und alle Hindernisse überwindet und auch Will, der nach außen harte aber doch auch verletzliche Kerl, der nicht so recht an sein Glück glauben kann. Mich persönlich hat der Abruf dieser kleinen Klischees nicht sehr gestört, aber ich fand man sollte sie trotzdem erwähnen. Die Figuren waren natürlich trotzdem sehr liebevoll gestaltet. Besonders gefallen hat mir hier, dass Eigenschaften, Meinungen und so weiter konstant waren. Es gab keinen Moment, in dem sich die Charaktere selbst widersprachen oder gegen ihre Maxime gehandelt haben – es ergab einfach ein schönes, komplettes Bild.

Die Handlung selbst spiegelt da wieder eher den klassischen Jugendroman wider. Böses muss überwunden, die Liebe durchgesetzt und die restlichen Charaktere von der Beziehung überzeugt werden. Was mir an dieser Stelle besonders negativ aufgefallen ist, ist der folgende Punkt: natürlich wissen beide schon seit 5 Jahren, dass sie heiraten werden… mit 19…. ich bin ja auch durchaus für Liebesgeschichten zu haben und auch ein bisschen Kitsch ertrage ich gern. Aber das war mir dann auch zu viel. Darüber konnten mir dann auch die mythologischen Elemente der indianischen Kultur nicht komplett hinweg helfen. Diese wurden durch die Autorin aber wirklich wunderbar eingearbeitet. Auf mich hat die gesamte geschaffene Atmosphäre stimmig und passend gewirkt – ich als Leserin hatte das Gefühl, dass die kulturellen Gegebenheiten Tatsachen entsprechen, nichts wirkte gekünstelt, gestellt oder übertrieben dargestellt. Dafür gibt es eindeutig einen Pluspunkt. Das gleiche gilt übrigens für das meiner Meinung nach sehr schöne Cover.

Trotzdem bin ich hin und her gerissen, wie ich das Buch bewerten soll. 2 Punkte? 3 Punkte? Ich vergebe einfach mal 2,5 von 4 möglichen Punkten.


Fazit

Ein schönes Buch für zwischendurch – mehr aber auch leider nicht. Wer auf der Suche nach einem tiefgehenden Roman mit dem gewissen etwas ist, ist mit diesem Buch wahrscheinlich eher schlecht beraten.
Alle anderen kann dieses Buch aber mit Sicherheit durch seinen leichten Schreibstil und die außergewöhnlichen indianischen Einflüsse viel Freude bereiten.

unterschrift-laura

3 Kommentare zu „Wacholdersommer – Antje Babendererde

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