Kieselsommer – Anika Beer

DasBuch

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Verlag: cbj


Klappentext

Der beste Sommer überhaupt?

Der erste Urlaub ohne Eltern! Tilda und ihre beste Freundin Ella können es kaum erwarten. Zwei Wochen gehört ihnen das Ferienhaus von Tildas Tante im Spreewald ganz allein. Mit Terrasse und eigenem Boot. Das wird der beste Sommer ihres Lebens! Doch dann fängt Ella ein Glühwürmchen und wünscht sich die große Liebe – und am nächsten Tag taucht Mats auf. Mats, der irgendwie ganz besonders ist. Ella glaubt an das Schicksal und dass Mats und sie füreinander bestimmt sind. Doch Tilda traut Mats nicht über den Weg und fühlt sich mehr und mehr wie das fünfte Rad am Wagen. Aber muss man seiner besten Freundin nicht alles Glück der Welt gönnen?


… und das Licht so viele Formen hatte. Ob es im satten Sommergrün leuchtete, auf dem Wasser der Spree funkelte, zwischen den Zweigen der Bäume tanzte oder durchs Erlengeäst sickerte: es war wunderschön.


Bewertung

Mit „Kieselsommer“ von Anika Beer bekommt der Leser Einblicke in die Welt von Tilda und Ella – zwei 15 jährigen Mädchen, die gemeinsam als beste Freunde durchs Leben gehen. Dabei könnten sie verschiedener gar nicht sein, sowohl was ihr Auftreten, ihr Äußeres und auch ihren Charakter angeht. Aber genau das macht sie aus. Ich selbst habe es auf jeden Fall genossen durch dieses Buch zwei so unterschiedliche Personen kennen zu lernen. Was die Autorin für mich sehr gut eingefangen hat, ist das Verhalten der jungen Mädchen. Da ist es eben gleich die große Liebe, die einen absoluten Höhenflug verursacht, und in dem ein oder anderen Moment werden sie auch von ihren Gefühlen überrannt und wissen gar nicht so recht wohin damit oder machen Sachen, die einfach kein anderer nachvollziehen kann – auch nicht der Leser. Natürlich können diese Sachen den Roman auch schnell kitschig und klischeehaft wirken lassen. Aber sein wir doch mal ehrlich: als wir 15 waren, haben wir wahrscheinlich auch alles als doppelt schlimm empfunden und der/die ein oder andere hat sich doch bestimmt mehrmals heftig verliebt. Von daher wirkt diese Gestaltung auf mich eher authentisch, als überspitzt oder kindisch. Dazu passend hat die Autorin auch eine eher einfache und unkomplizierte Sprache gewählt – eben passend zum Rest des Buches.

Einen Punkt den ich aber dennoch ganz deutlich aus der eben beschriebenen Authentizität des Buches herauslösen muss ist das Thema der Eifersucht. Um hier ein bisschen genauer meine Meinung begründen zu können möchte ich einen kurzen Einblick in die Handlung geben. Wer auf keinen Fall den kleinen Spoiler lesen möchte, sollte also ein paar Zeilen vorspulen – bitte nehmt es mir nicht übel 🙂
Also… Einige kennen es vielleicht. Da hat die Freundin einen Freund. Und man selbst nicht. Da kann man schon mal ganz kurz ein wenig neidisch sein, denn schließlich hätte man vielleicht auch gern einen und es klappt einfach nicht. Hier wurde allerdings eine ganz andere Art der Eifersucht aufgefasst: die negativen Gefühle darüber, dass eine andere Person in das Leben einer Freundin tritt und ich nicht mehr die einzige bin. Das war für mich selbst Neuland, aber ich wollte mich überraschen lassen. Leider hat sich dieser Punkt immer mehr verschärft. Schlussendlich hat Tilda sogar bewusst Handlungen unternommen um Emma emotional von sich, und zwar wirklich nur von sich, abhängig zu machen. Und genau damit habe ich sehr gehadert. Sowas machen Freunde für mich nicht – auch nicht im dem Alter. Dieser Punkt hat mich auch am meisten „unzufrieden gemacht“.

Zusätzlich wurden meiner Meinung nach auch die Figuren viel zu schwach und farblos gestaltet. Egal ob Ella, Tilda, Mats oder einer der kaum vorkommenden Nebencharaktere.Vor allem in Ellas Vergangenheit liegt so viel Potenzial, aber außer einer kurzen und sehr groben Erwähnung erfährt man nicht wirklich etwas. Die Geschichte befasst sich nahezu ausschließlich mit den Geschehnissen vor Ort – hier hätte ich mir einfach ein bisschen mehr Tiefe und „Drumherum“ gewünscht.

Insgesamt habe ich zu diesem Buch durch und durch gemischte Gefühle. Zwar hatte mich besonders das Setting begeistert (der Spreewald liegt ja nicht so weit von hier entfernt und ich fand es einfach mal interessant, dass eine mir bekannte Gegend aufgefasst wurde) und auch die Umsetzung war oft stimmig, jedoch gab es auch das ein oder andere Manko. Deshalb vergebe ich 2 von 4 Punkten.

zwei-punkte


Und als Tilda sich umwandte, sah sie, dass Ella recht hatte. Rings um sie her glühten in der Dunkelheit die kleinen Leuchtwesen auf wie eine winzige Imitation des Sternenhimmels, der immer deutlicher durch die Baumkronen blinzelte.


Fazit

Für mich handelt es sich bei diesem Jugendroman um eine Geschichte, die dem Leser noch viel mehr geben könnte – das Potential ist da, aber leider reicht das eben nicht aus. Teilweise stimmig und authentisch, an manchen Stellen aber auch unrealistisch erzählt die Autorin von einem unvergesslichem Sommer und tief verbundenen Hauptcharakteren. Ich selbst würde dieses Buch nur bedingt weiter empfehlen. Fans von Jugendromanen könnten es bestimmt mögen. Wer diesem Thema aber von vorn herein schon kritisch gegenüber steht, dem würde ich von diesem Buch eher abraten.

unterschrift-laura

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Ein Kommentar zu „Kieselsommer – Anika Beer

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