„Alles über Heather“ – Matthew Weiner

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AllesÜberHeather

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Verlag: Rowohlt


Mit dem Kopf auf seiner Brust umschlang sie Mark in ihrer Nacktheit und offenbarte ihm, sie habe – wie er – unter der Grausamkeit der anderen leiden müssen, verstehe mittlerweile aber, dass man sich nie so sehen könne, wie einen die anderen sehen, und dass es durchaus in Ordnung sei, nach außen isoliert zu wirken, solange man nicht vergesse, dass man eben nicht so ist, wie andere einen sehen.


Klappentext

Mark und Karen Breakstone haben spät geheiratet. Bald kündigt sich Nachwuchs an, die Tochter wird auf den Namen Heather getauft, und die kleine, wie es scheint, recht perfekte Familie lebt ihr von materiellen Sorgen freies Leben in Manhattan. Doch das Dreieck Vater-Mutter-Kind ist labil. Heather, das von allen vergötterte Mamakind, verändert sich, als sie in die Pubertät kommt, sie wendet sich von der Mutter ab, die das nicht verkraftet.

Parallel erzählt Matthew Weiner das Schicksal von Bobby Klasky, Kind einer drogensüchtigen Prostituierten, geboren in die Hölle hinein. Sein Lebensweg führt ihn nach einer Vergewaltigung ins Gefängnis, wo ihm der letzte Rest von Menschlichkeit abhanden kommt. Als sich die beiden Geschichten kreuzen, kann es nur zur Katastrophe kommen. Und im Mittelpunkt steht, ohne es zu wissen, Heather.


Irgendwann aber merkte er, dass Karen und Heather wie eine geschlossene Einheit lebten, die ihn außen vor ließ. Seine Versuche, sich ihnen anzuschließen, wurden durch sein Unwissen vereitelt, und es stimmte ja auch, dass es für Karen einfacher war, alles selbst zu erledigen, statt ihm dabei zuzusehen, wie er sich abmühte, die Kleine anzuziehen oder die Tasche für einen Spaziergang im Park zu packen.


Bewertung

Ein Drama wie man es sich vorstellt … Eine Familie, die sehr schnell an den Folgen des Familienzuwachses zerbricht.

Weiner hat einen wundervollen Roman geschrieben von dem aufregenden Kennenlernen, bis hin zum Untergang der einst so großen Liebe. Der scheinbare Grund ist hierfür ihre Tochter Heather. Heather ist wunderschön, verdreht nicht nur ihren Eltern, sondern auch den Männern um sie herum die Köpfe. Ein Grund mehr sie in ihrem goldenen Käfig zu belassen und auf Schritt und Tritt zu kontrollieren. Doch Heather soll sich schon bald ihrem Schicksal stellen. Denn einer der Männer hat nichts Gutes mit ihr vor.

136 Seiten Spannung – deshalb habe ich dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen. Weiner hat eine sehr besondere Art zu schreiben. Es ist wie eine Mischung aus Lehrbuch und emotionsgeladenen Erzähler. Man kann es nicht wirklich beschreiben – was es wahrscheinlich gerade ausmacht. Der Wechsel der verschiedenen Perspektiven hat es nur noch besser gemacht. Die Geschichte von Karen und Mark. Heather’s Sicht auf die Dinge oder Bobby’s kranke Gedanken. Es hat einfach perfekt gepasst und miteinander harmoniert.

Das Cover ist ebenfalls sehr schön gestaltet und  durch den kartonartigen Einband macht es das Buch zu etwas Besonderem.

vier-punkte

Für dieses wundervolle, herzzerreißende Drama gibt es die volle Punktzahl.


Als sie zur 77th Street kamen, wo sie aussteigen mussten sagte sie „Bye-Bye“, und die Frau, die sich inzwischen wieder gefasst hatte, blickte Karen an un sagte, sie müsse die beste Mutter der Welt sein. Karen erwiderte, es sei nicht ihr Verdienst, sondern das ihres Kindes, und obwohl das bescheiden klang, wusste sie, dass Heather sich oft so benahm und wohl auf Erden war, um andere Menschen glücklicher zu machen.


Fazit

Weiner hat einen erstklassigen Roman erschaffen, indem er alle Phasen der Liebe durchläuft. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, schickt er die Leser auf eine Reise durch Liebe, Hass, Eifersucht und Kontrolle. Mit dem Ende der Geschichte rechnet niemand!

Einach wundervoll – ich hoffe, dass ich noch mehr von Weiner zu lesen bekomme.


Die Eltern des Mädchens, die Pförtner, ihre Freunde und selbst der Vorarbeiter, sie alle schienen ihre Leben genau wie Bobby auf das Mädchen auszurichten. Man wartete auf sie oder lief einen Häuserblock weit neben ihr her und blieb dann stets kurz stehen, um ihr nachzublicken.


unterschrift-cindy

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