Rotkäppchen und der Hipster-Wolf – Nina MacKay

DasBuch

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Verlag: Drachenmond Verlag


„Bei den ganzen Allüren und Traumata der Helden bei uns im Märchenwald würde ein Psychiater sicher gut verdienen. Leider haben wir nur Möchtegern-Psychiater zu bieten, die noch gestörter sind als ihre Patienten.“ S.8


Klappentext

Im Märchenwald ist die Hölle los. Alle Happy Ends wurden gestohlen! Cinderella, Schneewittchen und Co beschließen, ihre verschwundenen Prinzen zu retten, wozu sogleich eine „Verhöre-und-Töte“-Liste der Verdächtigen erstellt wirde.

1. Wölfe töten
2. Hexen töten
3. böse Stiefmutter töten (wobei das oft mit Punkt 2 einhergeht)
4. böse Feen töten

Nur Red findet die Idee äußerst schwachsinnig. Doch dann taucht ein gutaussehender Hipster auf, der mehr über die verschwundenen Prinzen zu wissen scheint. Schnell stellt sich heraus, dass Everton eigentlich ein Werwolf ist und auf der Liste der durch die Prinzessinnen bedrohten Arten steht. Red bleiben plötzlich nur sieben Tage, um die Prinzen zu finden, bevor sie Ever ausliefern muss. Doch warum will gerade er eigentlich die Hapy Ends zurückbringen? Benutzt er Red nur für seine eigenen Zwecke? Sicher ist jedoch: In Reds Leben nimmt ab sofort die Zahl der Hipsterwitze wahnwitzige Ausmaße an, sehr zum Leidwesen von Ever…


„Hier Leben einfach alle nach dem Motto: lieber etwas unheimlich Dummes gemacht, statt einmal nachgedacht!“


Bewertung

„Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ war für mich ganz klar ein Cover- bzw. Titelkauf. Ich finde das Cover wirklich super gestaltet, weil es einige märchenhafte aber hipsterbezogenen Elemente vereint und somit super zum Titel passt. Außerdem ist es auch irgendwie ein bisschen verrückt und passt damit auch super zum Inhalt des Buches.

Die Geschichte selbst ist auf jeden Fall eins: humorvoll. Vieles wirkt skuril und ein bisschen verrückt aber auf eine sehr positive Art. Das merkt man zum einen in Nina MacKays lockeren und fließenden Schreibstil, aber auch in der Figurengestaltung der verschiedenen Figuren.
Am meisten habe ich Red und Ever in mein Herz geschlossen. Sie haben beide einen trockenen Humor und nehmen sich gegenseitig ein bisschen auf die Schippe und nehmen sich dabei vor allem selber nicht so ernst. Trotzdem haben alle Charaktere natürlich auch Eigenschaften, die zu den Märchen passen, aus denen sie stammen. So hat z.B. Rotkäppchen Angst vor Wölfen, Rose schläft andauernd ein und Rapunzels meterlanger Zopf darf natürlich auch nicht fehlen. Neben diesen klassischen Eigenschaften hat die Autorin aber auch sehr moderne Elemente in ihr Buch einfließen lassen und holt damit die Märchenwelt ins 21. Jahrhundert. Cinder ist immer und überall nur mit Selfie-Stick anzutreffen und Schneewittchens magischer Spiegel ist der beste Hacker weit und breit. Red bloggt über ihre coolen Flechtfrisuren und auch die anderen sind mittlerweile sehr social media-affin. Hier liegt auch der Witz des Buches, denn die Autorin schafft es diese „moderne Welt“ vor allem zu Beginn des Buches recht humorvoll in den Märchenwald einfließen zu lassen. Allerdings liegt hier für mich auch ein kleiner Kritikpunkt denn leider hatte ich das Gefühl, dass irgendwie immer wieder die gleichen Witze gemacht wurden. Da war eben immer wieder der unpassende Selfie-Stick, Rapunzel schlief immer wieder ein und Cinder postete ständig Geheimnisse, die dann eben nicht mehr so geheim waren.

Die Story selbst ist gut geschrieben. Es gibt immer wieder Abwechslung und eigentlich wird es nie langweilig um die doch ein bisschen naiven Prinzessinnen auf der Suche nach ihren Prinzen. Besonders gut gefallen hat mir hier, das die Autorin immer wieder verschiedene Welten eingebaut hat. Neben verschiedenen Reisen durch den Märchenwald begleitet der Leser den verrücken Trupp auch nach Wonderland, Neverland und in das Morgenland und hat so immer wieder viele neue Kleinigkeiten und Märchen zu entdecken, die in die Geschichte einfließen.
Trotzdem hat mir irgenwie etwas gefehlt und weil ich am Ende doch ein bisschen genervt von den oft wiederkehrenden Witzen war, vergebe ich 3 von 4 Punkten.

drei-punkte


„Vielleicht sollten wir zuerst alle umbringen und danach Fragen stellen“


Fazit

„Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ ist für mich eine unterhaltsame, lustige und sehr interessante Geschichte über bekannte Märchen-Charaktere mit ganz eigenen Herausforderungen. Leider konnte es mich nicht komplett überzeugen und ich denke, ich werde erstmal ein bisschen Zeit vergehen lassen, ehe ich mich auf den zweiten Teil stürze.

unterschrift-laura

Nicht weg und nicht da – Anne Freytag

DasBuch

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Verlag: heyne>fliegt


Ich sehe ihren kahl rasierten Kopf und diesen harten Blick. Ein Blick wie ein Schlag. Wie eine Wand aus Wut, hinter der sie niemanden lässt. Ich bin genauso.


Klappentext

Den Anfang kannst du nicht ändern, das Ende schon
Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihrem sechzehnten Geburtstag aus heiterem Himmel eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt – es ist die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und dem verschlossenen Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern ihres Lebens zu entdecken …


Die Wolken sind aufgerissen, und der Himmel hat große blaue Flecken. Sie sind dunkel. Schwarz-Blau mit einem Schuss Violett. Wie Blutergüsse. Dieser Farbton erinnert mich an meine Kindheit.


Bewertung

„Nicht weg und nicht da“ von Anne Freytag ist eins von den Büchern, bei denen ich nicht weiß wo ich anfangen soll. Kurz um: es ist wirklich so einzigartig und für mich so unfassbar toll, das ich keinen richtigen Anfang für diese Rezension finden kann.
Die Autorin berauscht mit diesem Buch – ihrem Schreibstil, ihren Protagonisten, einfach mit der gesamten Geschichte. Wenn Anne Freytags schreibt gelingt es ihr Dinge einerseits lieblich zu umschreien und mit vielen Antithesen und Metaphern zu bestechen, und andererseits die Wahrheit auf den Punkt bringt und nichts zu beschönigen , das einfach nicht zu beschönigen geht. So greift sie in ihren Büchern auch immer wieder eher seltene Themen auf. Hier ist es Selbstmord. Kristopher, Luises Bruder hat sich das Leben genommen und Luise bleibt allein zurück. Ihr Schmerz ist unfassbar groß und die Autorin schafft es den Leser ebenfalls mit diesem Schmerz zu überschütten. Anfangs lernt man Luise als kaputtes Mädchen und trotzdem liebenswertes Mädchen mit unfassbar traurigen und auch viel zu lauten Gedanken kennen. Sie trauert um ihren Bruder, ohne den sie sich einfach nicht mehr ganz fühlt.

Dann kommt da auf einmal Jakob. Jakob ist einer dieser Charaktere, die man am liebsten aus den Büchern reißen möchte nur um rufen zu können „Du bist ganz klar meins!“. Er ist unheimlich sensibel und ein unheimlich liebevoller und toller Kerl, der aber auch sein eigenens Päckchen zu tragen hat. Durch ihn kommt Licht in diese düstere Geschichte und er verschafft diesem Buch viele schöne Momente. Die Liebesgeschichte, die sich zwischen Luise und Jacob entwickelt fungiert dabei nur als Anstoß in die richtige Richtung, überlagert die eigentliche Handlung aber keineswegs. Ich bin absolut begeistert, wie die Autorin dieses ernste Thema verpackt, ohne es von einem Happy-End Charakter überlagern zu lassen.

Dieser wundervollen Geschichte, die obedrein auch noch in ein für mich wunderschönes schlichtes Cover gepackt wurde, kann ich einfach nur 4 von 4 Punkte geben – Lest es!

vier-punkte


Morgen habe ich Geburtstag. Den ersten ohne meinen Bruder. Den ersten als Einzelkind. Ich weiß nicht, wie das gehen soll. Meine Welt funktioniert nicht ohne Kristopher. Es ist wie bei einer Gleichung. Wenn er fehlt, komme ich nicht weiter.


Fazit

Mit „Nicht weg und nicht da“ ist Anne Freytag ein großartiges Jugendbuch gelungen. Tief berührend, intensiv und einfühlsam. Auch wenn es ein schwieriges Thema behandelt, liest es sich doch mit einer Leichtigkeit, die mich begeistert zurückbleiben lässt.

unterschrift-laura

Hazel Wood – Melissa Albert

DasBuch

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Verlag: Dressler


„Hast du nicht manchmal das Gefühl, dein Leben wäre ein Film? Und du würdest eine Rolle darin spielen? Das Gefühl, dass du all deine Zeit damit verschwendest, dir selbst in diesem Film zuzusehen und zu denken, wie gut du das machst, bist du eines Tages aufwachst und dir klar wird, dass es tatsächlich die Wirklichkeit ist? Das jeder einzelne Mensch um dich herum verdammt noch mal echt ist?“


KlappentextSeit Alice denken kann, wird sie vom Unheil verfolgt. Dann stirbt ihre Großmutter, die mysteriöse Märchenerzählerin Althea Proserpine, und kurz darauf verschwindet Alices Mutter spurlos. Zurück bleiben die Worte „Halt dich fern von Hazel Wood”. Alice spürt, dass sie ihre Mutter erst wiedersehen wird, wenn sie an den Anfang ihrer eigenen Geschichte geht. Schritt für Schritt entdeckt sie eine unheimliche Wahrheit. Um endlich frei zu sein, bleibt Alice nur eine Wahl: Sie muss nach Hazel Wood … Dorthin, wo alles beginnt.


„Du bist im Zwischenwald«, sagte Katherine. »Und hier wirst du umherirren.
Bis dir der Tod reizvoller erscheint und du ihn wählst.“


Bewertung

„Hazle Wood“ – Ein Buch mit einem wirklich wunderschönen Cover und einem mehr als viel versprechendem Klappentext und auch die Handlung ist eigentlich nicht schlecht.
Unsere Hauptprotagonistin ist in hier Alice. Während Alices Mutter Ella mit Märchen großgezogen wurde, ist Alice auf Highways aufgewachsen.
Alle paar Monate mussten die beiden umziehen, denn sie werden vom Unheil verfolgt.
Als Alices Großmutter Althea Proserpine stirbt, lassen die beiden sich in Brooklyn nieder, doch das Unheil können sie nicht abschütteln.In dieser Situation lernen wir Alice kennen. Leider bin ich mit Ihr nicht so richtig warm geworden. Sie wirkte auf mich stehts unruhig und fahrig. Wahrscheinlich hat das mit ihrer Vergangenheit zu tun und ist damit auch verständlich und doch mochte ich sie nicht so wirklich. Sie ist ständig unfreundlich, meint mit Allem allein am besten klar zu kommen und scheint einfach nie zu lächeln. In ihr kocht eine unterschweillige Wut die sich nicht wirklich beschreiben lässt, die sie aber dennoch recht unsympatisch macht.
Das ändert sich auch dann nicht, als ihre Mutter Ella spurlos verschwindet und sie auf die Hilfe eines Mitschülers, Finch den ich im übrigen sehr mochte, angewiesen ist.

Die Welt in die Melissa Albert uns mit „Hazle Wood“ entführt ist die, von Alice Großmutter Althea. Sie war Autorin für gruselige und scharige Märchen und lebte auf ihrem Anwesen Hazle Wood. In den Märchen (von denen ein paar im Buch zu finden sind, was ich wirklich toll finde) scheint alles sehr abstrus und kalt zu sein. Und genau das scheint sich auch in das gesamte Buch hinein zu ziehen. Ich bin damti nur sehr schwer und langsam warm geworden. Und als es dann endlich soweit war, nahm das Buch eine Wendung die ich persönlich gar nicht mochte, wodurch ich wieder komplett raus war.

Doch diese schon fast ein bisschen verrückte und nicht wirklich greifbare Welt hat natürlich auch seine wunderbaren Seiten. Sie wirkt angenehm dunkel und in einem gewissen Maß auch ein bisschen gruselig und skuril – genau das richtige für den Herbst. Die Märchen von Alice Großmutter Althea unterstreichen diese Stimmung auch super.

Leider konnte es mich schlussendlich doch nicht zu 100% überzeugen. Deswegen vergebe ich 3 von 4 Punkten.

drei-punkte


„Du würdest dich auf der Suche nach mir verirren“, sagt sie. „Du bräuchtest Brotkrumen oder eine Spule Garn.“


Fazit

Im Großen und Ganzen ist das Buch ein düsterer und märchenhafter Fantasyroman mit viel Potenzial. Die große Frage, ob das Schicksal das Leben einer Person von vornherein bestimmt oder ob man ihn zu seiner Gunst verändern kann, spielt hier eine große Rolle und wird auf eine einfache Art übermittelt.

Wer düstere Märchen, eine etwas andere Art von Protagonistin und Fantasy mag, wird hier sicherlich seinen Spaß dran haben.

unterschrift-laura

„Die Sehnsucht des Vorlesers“ – Jean-Paul Didierlaurent

DasBuch

DieSehnsuchtDesVorlesers

Hier geht’s zum Buch!

Verlag: dtv


Denn nach all den Jahren behandelten die Mitreisenden ihn inzwischen mit der freundlichen Nachsicht, die man harmlosen Spinnern entgegenbringt. Wohl nicht zuletzt, weil Guylain sie in den nächsten zwanzig Minuten ihrem grauen Alltag entreißen würde.


Klappentext

Guylain Vignolles liebt Bücher und hasst seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Darum liest er jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit den Pendlern im Vorortzug ein paar Seiten vor, die er tags zuvor der Schreddermaschine entrissen hat – sein Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur. Als er im Zug einen USB-Stick entdeckt, auf dem das Tagebuch einer jungen Frau gespeichert ist, verändert das sein Leben. Er muss diese Julie finden. Unbedingt.

 


Was zählte, war der Akt des Vorlesens. Er schenkte jedem einzelnen Blatt seine ungeteilte Aufmerksamkeit, damit das Vorlesen seine magische Wirkung entfalten konnte: Jedes Wort, das ihm über die Lippen kam, befreite ihn ein bisschen von dem Ekel, der ihn beim Gedanken an seine Arbeit überkam.


Bewertung

Dieses Buch ist wirklich ein Meisterstück für jeden Buchliebhaber. Jean-Paul Didierlaurent lässt seine Leser in die Welt der Worte, Buchstaben, des Vorlesens und generell der unsagbaren Liebe zu allen Büchern eintauchen. Denn der Protagonist Guylain hat keine Vorliebe für spezielle Bücher, Autoren oder Genres – er liebt jedes einzelne Wort und jede einzelne Seite in seiner totalen Unvollkommenheit.

Beim Lesen hatte ich stets das Gefühl in das Leben der männlichen Version von der fabelhaften Welt der Amelie Einblick zu erhalten. Mit Guylain hat Didierlaurent einen Charakter geschaffen der sowohl skurril als auch unfassbar herzlich und liebevoll ist. Auch alle weiteren Figuren haben sich sofort in mein Herz geschlichen. Sei es Guylains bester Freund Giuseppe mit dem er sich auf die Reise der verschwundenen Beine begibt, sein Goldfisch Rouget de Lisle oder schlussendlich auch Julie.

Didierlaurent schafft es mit jedem weiteren Satz seine Leser zu verzaubern. Es ist sehr schwer seinen Schreibstil zu bewerten, da sich dieser in keine Schublade packen bzw. vergleichen lässt. Ich hatte stets ein wohliges, heimisches Gefühl beim Lesen und auch wenn dieser Roman nicht unbedingt auf Spannung ausgelegt ist, erwartet man jede neue Seite und versinkt in den Worten.

Beim Lesen des Klappentextes wollte ich das Buch sofort lesen um mehr über die Liebesgeschichte von Guylain und Julie zu erfahren. Ich hatte mir insgeheim einen kleinen Kitschroman erhofft. Doch stattdessen habe ich einen skurrilen und ausgefallenen Roman erhalten, bei dem die Liebesgeschichte nicht so viel wiegt. Auf der einen Seite in Ordnung, jedoch hat es mich auch etwas enttäuscht. Eine ausführlichere und längere Beschreibung der langsam wachsenden Liebe zwischen Guylain und Julie hätte mich wirklich sehr gefreut. Aber da ist auch das weitere Problem: gibt es eine Liebe? Das Ende lässt Raum für Interpretationen übrig. Ob das ein gutes Zeichen ist?

drei-punkte

Auf Grund der letzten zwei Kritikpunkte kann ich nur drei Punkte verteilen.


Julie: Irgendwo tief in mir steckt wohl immer noch das kleine Mädchen, das wenigstens einmal im Jahr noch auf ein Wunder zu hoffen wagt, auch wenn es im Laufe seines Lebens erfahren hat, das dies ebenso sinnlos und dumm ist, wie an die Existenz eines Traumprinzen zu glauben.


Fazit

Trotz der genannten Kritikpunkte hat mich der Roman sofort in seinen Bann gezogen und begeistert. Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem Buchliebhaber. Allein Guylains Liebe zu den Worten ist bemerkenswert und man lässt sich gern davon anstecken.

Was ich vielleicht daraus gelernt habe? Ich glaube, dass ich gewisse Wörter, Textpassagen und Seiten bewusster und intensiver wahrnehme. Versucht es doch selbst einmal 🙂


Vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass es auf dieser Welt jemanden gibt, der eine erstaunliche Wirkung auf mich hat. Jemand lässt alle Farben heller leuchten, nimmt meinem Alltag seine Schwere, wärmt mich von innen, macht das Unerträgliche erträglicher, das Hässliche nicht ganz so hässlich und das Schöne noch viel schöner.


Ich wünsche Euch einen wundervollen Feiertag!

Falls bei Euch auch so ein Schmuddelwetter herrscht wisst Ihr was zu tun ist 😉

unterschrift-cindy

„Wie man die Zeit anhält“ – Matt Haig (Werbung)

DasBuch

WieManDieZeitAnhält

Hier geht’s direkt zum Hörbuch!

Anbieter: Audible

Kategorie: Romane

Verlag: der Hörverlag, dtv

Sprecher: Christoph Maria Herbst


Ein weiterer Grund warum Niemand von uns weiß ist, dass wir einen besonderen Schutz genießen. Es gibt da eine Organisation. Wer unser Geheimnis aufdeckt, und daran glaubt, wird möglicherweise sehr bald feststellen, dass sein eigenes, ohnehin kurzes Leben plötzlich noch kürzer geworden ist. Gefahr droht also nicht nur von gewöhnlichen Menschen – sie kommt auch von innen.


Klappentext

Die erste Regel lautet: Du darfst dich niemals verlieben. Niemals.

Tom Hazard ist Geschichtslehrer, ein introvertierter Mann, der ein zurückgezogenes Leben führt. Und er hat ein Geheimnis: Er sieht aus wie 40, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, Paris der zwanziger Jahre erlebt und alle paar Jahre eine neue Identität angenommen. Aber eines war er immer: einsam. Seine einzige große Liebe endete schmerzvoll. Doch jetzt bittet ihn die alleinerziehende Mutter und Kollegin um Hilfe. Während er ihr allmählich näherkommt, verändert sich für ihn alles…


„In der Musik geht es um Zeit“, sagte ich. „Es geht darum die Zeit zu beherrschen.“


Bewertung

Lange Zeit habe ich keine Hörbücher mehr in meinen Alltag gelassen. Zu oft habe ich mich ablenken lassen. Doch auch das muss sich einmal ändern …

Ich habe sehr oft mit Matt Haig’s aktuellem Roman geliebäugelt. Damals war ich hin und weg von Haig’s Buch „Ich und die Menschen“. Trotz der Tatsache das es eher in Richtung Fantasy geht und dies Laura’s Genre ist, hatte man nie das Gefühl das es ‚zu‘ unrealistisch wird.

Tom Hazard (eine von vielen Identitäten) hat mit seinen 400 Jahren Einiges an Lebenserfahrung nachzuweisen und durchlebte diverse Epochen der Geschichte. Doch sein Leben scheint deshalb nicht unbedingt lebenswerter zu sein als das der ‚Eintagsfliegen‘. Neben einem ewigen Leben, haben Albatrosse (wie sich diese Spezies nennt) auch Einiges zu befürchten. Haig beschreibt in seinem Roman nicht nur das Leben des Tom Hazard, sondern gerade auch die heutigen Tücken des 21. Jahrhunderts, die ewige Einsamkeit und die Suche nach Liebe und Geborgenheit.

Zu Beginn hatte ich etwas Bedenken, ob mir diese geschichtliche Seite des Romans überhaupt zusagen würde. Historische Romane sind in meinem Repertoire nicht zu finden – und das aus gutem Grund. Haig hat seine Leser/Hörer jedoch viel mehr in die Biografie Hazard’s eintauchen lassen und schildert lebhaft dessen Leben. Hazard wird von Shakespeare entdeckt, sitzt im selben Lokal wie Chaplin und spielt Musik zu der Josephine Baker ihre Hüften kreist. Ich habe es sehr genossen meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und mich den Bildern in meinem Kopf hinzugeben.

Auch wenn diese Geschichte – natürlich – eine Liebesgeschichte enthält, ist diese eher wunderbar und romantisch als zu überladen und kitschig. Haig hat es mit seiner detaillierten und verrückten Art wieder einmal geschafft seinen Lesern/Hörern viel Fantasie und Vorstellungskraft zu entlocken.

Ein großer Kritikpunkt stellt bei Hörbüchern meist die Sprecherstimme für mich dar. Mit Christoph Maria Herbst hat der Hörverlag komplett ins Schwarze getroffen! Es war jederzeit sehr angenehm zu hören und an den passenden Stellen in Szene gesetzt.

Ich hatte jedoch Schwierigkeiten zwischen den verschiedenen Epochen umzuschalten und zu realisieren in welcher Zeit wir uns befinden. Da dies generell sehr schwer bei Hörbüchern nachzuvollziehen ist, kann man dies nicht als große Kritik sehen. Einzig und allein das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Grund hierfür war, dass es in meinen Augen etwas zu schnell verging. Ich hätte gern ein paar weitere Kapitel mit mehr Informationen erwartet bzw. mir gewünscht.

drei-punkte

Es gibt deshalb drei von vier möglichen Punkten von mir.


Liebe ist das was dem Leben Sinn gibt. Die sieben Jahre mit ihr hatten mehr Bedeutung als alles Andere, verstehst Du? Kannst all die Jahre vorher und nachher in die Waagschale legen und sie hätten nicht die geringste Chance.  Das hat die Zeit so an sich, oder? Zeit ist nicht gleich Zeit. Manche Tage, manche Jahre, manche Jahrzehnte sind leer. Sie enthalten Nichts. Flachwasser. Und dann kommt ein Jahr, ein Tag oder ein Nachmittag und er bedeutet Alles. Alles!


Fazit

Haig’s Roman „Wie man die Zeit anhält“ gehört definitiv zu den besten Romanen in 2018. Ich bin noch immer beseelt von den schönen Textpassagen und den Bildern in meinem Kopf.

Wer es noch nicht gelesen hat – tut es! Es lohnt sich auf jeden Fall. Um sich genau auf die geschichtlichen Fakten einlassen zu können bedarf es ein wenig an Konzentration, aber bei diesem fesselnden Buch dürfte dies kein Problem darstellen.

Wenn Ihr wieder einmal Lust auf ein Hörbuch habt: es besteht die Möglichkeit bei Audible einen Probemonat mit einem kostenlosen Hörbuch testen. Dieses Hörbuch gibt es hier auch zu testen 😉


Jahrhunderte lang war sie der einzige Grund für mich am Leben zu bleiben doch in diesem Augenblick wird mir klar, dass es noch andere Gründe gibt. Das Leben an sich. Seine Möglichkeiten, die Zukunft, die Chance von etwas Neuem. Ich – will – leben.


WERBUNG:

Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung: Audible


unterschrift-cindy

„Nation Alpha“ – Christin Thomas

DasBuch

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Verlag: Zeilengold


Ich bin auch ein Mensch. Ich verdiene einen Namen und ein Preischild, auf dem Unbezahlbar steht.


Klappentext

Ich bin eine Omega. Wir werden als Sklaven für die Königsrasse der Alphas gezüchtet und haben keine Rechte, keinen Namen, kein Leben. Man behandelt uns nicht wie Menschen, sondern wie Ware. Nach dreihundertjährigem Martyrium wollen die Alphas uns auslöschen und durch Maschinen ersetzen. Meine Zeit ist abgelaufen, falls der verzweifelte Rettungsplan nicht gelingt. Doch wer würde darauf bauen, wenn die sogenannten Retter selbst Alphas sind? Kann ich ihnen vertrauen oder ist unser Untergang bereits besiegelt?


Wo bist du? Wo, wenn nicht hier bei mir, während du zusiehst wie ich leide?


Bewertung

„Nation Alpha“ beschäftigt sich mit einem Thema, dass meiner Meinung nach jeden etwas angeht: Rassismus. Autorin Christin Thomas hat in ihrem Werk eine Welt geschaffen, in der Rassismus offen ausgelebt wird und sogar von der Regierung vorgelebt und gesetzlich vorgeschrieben wird. Die Alphas (weiße Menschen) herrschen über die Omegas (Menschen mit dunkler Haut). In dieser Welt sind Omegas Sklaven, sie dienen zum arbeiten, dürfen nicht sprechen und werden für jeden Fehler schwer bestraft.

Als Leser wird man in diese Welt hinein geworfen und lernt gleich zu Beginn Grace kennen. Grace ist eine junge Omega. Ihr bisheriges Leben war geprägt von Schmerz und Traurigkeit. Ich habe Grace als eine junge, liebenswerte Frau kennengelernt. Tief in ihr schlummert auch ein gewisser Mut und auch eine Menge Wut und Unverständnis, was sich allerdings alles hinter einer Mauer aus Angst versteckt. Man erfährt nicht viel über Grace, was daran liegt, dass sie selbst nahezu nichts über sich weiß – ihr Leben bestand bisher nur aus Herren, denen sie diente. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich so auch ein paar Problemchen damit hatte mit ihr warm zu werden, irgendwie wollte es sogar bis zum Ende nicht recht klappen.
Ähnlich erging es mir leider auch mit den anderen Charakteren dieses Buches. Ich habe nicht das Gefühl einen von ihnen komplett kennen gelernt zu haben. Es wirkt eher als hätte man nur einen kleinen Ausschnitt aus ihren jeweiligen Leben und ihrer gesamten Gefühlswelt mitbekommen. Hier hätte ich mir einfach ein bisschen mehr gewünscht, um mich noch besser in die Figuren hinein versetzen zu können.

Wie bereits der Klappentext verrät dreht sich die Story zu einem großen Teil um die Rettung der Omegas. Im Mittelpunkt steht auch hier natürlich Grace. Sie ist dazu auserwählt worden die erste gerettete Omega zu sein. Da die Handlung aus ihrer Sicht geschildert wird bekommt man leider nicht so viel mit, was die Hintergründe der Rettung anbelangt. Für mich waren die Beweggründe der unterstützenden Alphas zwar nachvollziehbar, aber wurden irgendwie ein bisschen schwammig und zu kurzatmig abgehandelt. Ich habe einfach die Veränderung in ihrer Sichtweise nicht verstanden. Große Alphas werden so innerhalb weniger Seiten zu den wichtigsten Drahtziehern – eine Entwicklung die mir einfach zu schnell und zu geplant erscheint.

Leider haben somit einige Punkte dazu beigetragen, dass mich das Buch nicht vom Hocker gehauen hat. Deshalb vergebe ich 2 von 4 Punkten.

zwei-punkte


„Glaub mir, egal was du tust, all das lässt sich nicht ändern. Wer Hass sät, kann keine Liebe ernten. Und die Saat in diesem Land ist schon seit Ewigkeiten vergifet.“


Fazit

Die Thematik des Buches ist wirklich wichtig und geht wirklich jeden etwas an. Allerdings konnte ich mich mit der für mich zu konstruierten Geschichte und den doch recht undurchsichtigen Charakteren nicht anfreunden. Der Story wohnt eigentlich ein riesen Potential inne, was meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft wurde.

unterschrift-laura

 

„Palace of Glass“ – C. E. Bernard

DasBuch

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Verlag: penhaligon


Wie wäre es, wenn heute Abend jeder seine Geheimnisses für sich behalten darf?


Klappentext

Stellen Sie sich vor…

London wäre ein Ort, an dem Tugend und Angst regieren. Ein hartes Gesetz untersagt den Menschen, die Haut eines anderen zu berühren. Denn die Bevölkerung und insbesondere das Königshaus fürchten die Gefahr, die von den sogenannten Magdalenen ausgeht – Menschen, deren Gabe es ist, die Gedanken anderer durch Berührung zu manipulieren. Die junge Rea zeigt so wenig Haut wie möglich. Einzig während illegaler Faustkämpfe streift sie ihre Handschuhe ab. Doch wie kommt es, dass die zierliche Kämpferin ihre körperlich überlegenen Gegner stets besiegt? Und warum entführt sie der britische Geheimdienst? Bald erfährt Rea, dass sie das Leben des Kronprinzen beschützen muss. Doch am Hof ahnt niemand, dass sie selbst sein größter Feind ist.



Bewertung

Das Buch hat mir wirklich ganz besonders gut gefallen! Ich habe mit gefiebert, hatte Gänsehaut und freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

Besonders gut hat mir die Charaktergestaltung gefallen. Sie waren irgendwie alle so unperfekt perfekt. Ich mochte fast alle von ganzem Herzen und habe bei jeder einzelnen Geschichte um sie mitgefiebert. Sie alle haben viel mehr in sich als sie und auch der Leser zu Beginn vermuten.
Die Hauptprotagonistin in diesem Buch ist Rea, eine wirklich bemerkenswerte junge Frau mit vielen verschiedenen Facetten. Sie ist wie sie ist, lässt sich nicht verbiegen und kämpft für sich und ihr Glück. Ich hatte beim Lesen fast schon das Gefühl Rea zu kennen, so als wäre sie eine alte Freundin. Aber auch Robin hat es mir irgendwie angetan – lange konnte ich ihn überhaupt nicht einschätzen und am Ende war ich fast traurig nichts mehr über und mit ihm lesen zu können.

Auch das Setting hat mir gut gefallen. London an sich ist ja schon toll, aber was die Autorin aus dieser Stadt heraus holt ist noch einmal etwas ganz besonderes. Unzählige Verbote und Regeln kennzeichnen diese Welt und machen sie somit nur noch interessanter.

Zu Beginn konnte mich das Buch noch nicht so recht packen – als Leser wird man mit allerhand Worldbuilding konfrontiert und ich konnte es auch nicht recht erwarten, dass es so richtig los geht. Dafür wurde ich dann aber nur wenige Seiten später sehr entlohnt. Die Story nimmt schnell Tempo auf und auch was die Spannung angeht tut sich viel. Diese hält sich auch bis auf die letzte Seite, denn durch einige geschickte und wirklich überraschende Plottwists schafft es die Autorin den Leser immer wieder an der Nase herum zu führen und die Wahrheit zu verschleiern. Das Ende hat mich dann auch wirklich überrascht und auch ein bisschen traurig gemacht – aber es gibt ja noch zwei weitere Teile auf die ich mich jetzt nur umso mehr freue.

Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich voll überzeugen. Er wirkt liebevoll und man merkt wie viel Herzblut C.E. Bernard in ihr Werk gesteckt hat. Für mich hat sie einen wirklich guten Punkt zwischen Spannung, Action und Liebe getroffen, so das ich mit jeder Seite mehr Spaß am Lesen bekommen habe. Jede Beschreibung wirkt flüssig und beschert dem Leser ein wirklich tolles Kopfkino.

Für mich sind das volle 4 von 4 Punkten.

vier-punkte


Fazit

Mit „Palace of Glass“ hat die Autorin einen wirklich tollen Reihenauftakt geschrieben. Ich habe einfach alles an diesem Buch geliebt – das Setting, die Figuren, den Schreibstil – alles war toll. Ich kann dieses Buch wirklich nur weiter empfehlen. Lest es! 🙂

unterschrift-laura

„Magic Academy – Das erste Jahr“ – Rachel E. Carter

DasBuch

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Verlag: cbt


“Menschen erzählen viel, wenn der Tag lang ist. Das heißt nicht, dass sie auch immer die Wahrheit sagen”


Klappentext

In einer Welt voller Magie und Rivalen traue nur dir selbst!

Die 15-jährige Ryiah kommt mit ihrem Zwillingsbruder an die Akademie. Die berüchtigtste Ausbildungsstätte ihres Reichs, an der nur die besten Schüler aufgenommen werden. Nur fünfzehn der Neuankömmlinge werden die Ausbildung antreten dürfen. Der Wettkampf um die begehrten Plätze ist hart und die Rivalität groß. Vor allem, als Ry Prinz Darren näher kommt, macht sie sich Feinde. Wird sie trotz aller Widerstände gut genug sein und ihren Platz an der Akademie behaupten?


Bewertung

„Magic Academy – Das erste Jahr“ war für mich ein Buch, dass ich sofort lesen wollte – der Klappentext hat mich sofort überzeugt und ich war einfach neugierig auf die Story um die Akademie und ihre Wettstreiter.

Das Buch begann mit etwas Tempo, konnte mich aber nicht so recht packen. Der Leser begleitet hier Ryiah und ihren Zwillingsbruder auf dem Weg zur Akademie. Ich habe mich hier nicht so recht in die Geschichte einfinden und auch im Nachhinein denke ich, dass diese paar Seiten dem Buch nicht fehlen würden.
Sobald man mit den beiden in der Akademie ankommt gewinnt die Handlung allerdings an Spannung und Intensität. Mir machte das Lesen von Seite zu Seite mehr Spaß.

Insgesamt konnte das Buch mich überzeugen, auch wenn es trotzdem den ein oder anderen Kritikpunkt gibt.
Besonders die Figurengestaltung hat mir gut gefallen. Besonders Darren hat es mir angetan. Ich fand ihn vielschichtig und geheimnisvoll und finde es toll, dass die Autorin ihn bis zum Schluss ein bisschen uneinschätzbar lässt. Schon allein um Darren durchschauen zu können, möchte ich den nächsten Teil lesen.
Ry ist ein sehr starker Charakter. Sie kämpft und gibt nie auf. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sie gegenüber Darren oder ihrer Freundin Ella ein bisschen blass wirkt.

Die Story selbst hat mir gut gefallen. Es ist eben ein Konzept, dass an sich immer gut funktioniert – eine Schule in der etwas magisches gelehrt wird. Rachel E. Carter gestaltet ihre Geschichte allerdings auf einem brutaleren Niveau, wobei ich mir hier stellenweise doch noch ein bisschen mehr gewünscht hätte. Ich hatte an manchen Stellen das Gefühl, dass sie brutale Unterrichtseinheiten beschreiben wollte, es allerdings nicht so richtig geschafft hat. Allerdings es ihr das umso besser bei dem Verhalten der Schüler untereinander geschafft – Pricilla hat sich wirklich zu einer wunderbaren Hassfigur entwickelt. Sie gehört zu der Art Charakteren die man einfach anschreien möchte.

Der Schreibstil der Autorin passt recht gut zur Story selbst. Er ist nicht zu umgangssprachlich aber auch nicht zu starr. Insgesamt lässt sich das Buch recht angenehm und schnell lesen.
Trotzdem erschien mir der Schreibstil an manchen Stellen langatmig. Dadurch gab es immer wieder Szenen, die sich etwas zogen. Vielleicht lag dieses kleine Manko auch an dem doch recht vorhersehbaren Verlauf der Geschichte. Selbst die eingebauten Überraschungen kamen mir recht müde und geplant vor und konnten mich somit nicht richtig vom Hocker reißen.

Für mich ist „Magic Academy – Das erste Jahr“ ein gutes Buch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Deswegen vergebe ich 3 von 4 Punkten.

drei-punkte


Fazit

Der erste Band der Magic Academy Reihe weißt ganz klar Stärken, aber auch Schwächen auf. Hier ist eindeutig Potenzial zur Steigerung vorhanden. Ich freue mich dennoch auf die Fortsetzung, weil ich einfach wissen möchte wie es weiter geht und auch ein bisschen, weil ich Darren wieder treffen möchte.

unterschrift-laura

Meine EMF-Kochbücher

Hallo meine lieben Leser/-innen,

heutet wartet einmal kein Roman oder Thriller auf Euch. Dieses Mal gebe ich Euch wieder einen Einblick in die Welt meiner Kochbücher. Vor einer Weile habe ich die Möglichkeit bekommen zwei Bücher vom EMF-Verlag mein Eigen zu nennen. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle für die Möglichkeit mich weiterzubilden.

Doch welche Bücher durften eigentlich bei mir einziehen? Ich werde Euch dieser kurz vorstellen und mein Feedback dazu geben.


 

DasBuch

IssWasDuBist

„Iss, was Du bist – Das 5 Elemente-Kochbuch“

Klappentext

Chinesische Ernährungslehre liegt im Trend und hält gesund: „Iss was du bist – Das 5-Elemente-Kochbuch“ folgt dem Ernährungsprinzip der 5 Elemente, das der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) entstammt und ein ganzheitlich ausgerichtetes System vertritt. Eine Einführung in die Grundlagen der Elementeküche vermittelt das nötige Basiswissen, um im Anschluss mit dem beiliegenden Workbook den eigenen Ernährungstyp zu bestimmen. Im Praxisteil können dann aus über 60 bunten Rezepten die zum persönlichen Profil passenden Gerichte gewählt werden. Mit der richtigen Ernährung lassen sich Yin und Yang im Gleichgewicht halten, sodass Körper und Geist gesund und stark bleiben. TCM neu entdeckt: individuell, ganzheitlich und einfach lecker!

Bewertung

Ich habe mich echt am allermeisten auf dieses Buch gefreut. Krankheitsbedingt muss ich sehr viel in Sachen Ernährung ausprobieren und selbst schauen was mir gut tut. Da sehr viele auf TCM, also die Traditionelle Chinesische Medizin schwören, wollte ich es auch wissen.

Zu Allererst ist Krahwinkels und Bunses Kochbuch ein absoluter Hingucker und sehr schön gestaltet. Um selbst mehr über sich herauszufinden und wichtige Dinge festzuhalten befindet sich ein kleines Workbook in dem eigentlich Buch. Dies führt den Leser durch die einzelnen Kapitel (auf den Seiten im Buch wird auch darauf hingewiesen) und soll zum Mitarbeiten animieren.

Während zu Beginn alle grundlegenden Dinge erklärt werden und sich die Autorinnen vorstellen, geht es auch gleich zu den einzelnen Elementen. Ich hatte zu Beginn große Probleme all das beizubehalten und zu verinnerlichen. Wenn man sich jedoch Alles genau zu Gemüte führt, stellt auch das kein Problem dar.

Die Rezepte sind sehr ansprechend und vor allem für die Experimentierfreudigen unter Euch. Bei einigen Rezepten hat es mich ein wenig Überwindung gekostet. Des Weiteren sind viele Zutaten aufgeführt, welche man nicht immer Zuhause hat oder nicht unbedingt in den normalen Supermärkten findet.

Fazit

Für experimentierfreudige und geduldige Leute ist dieses Buch perfekt. Es dauert zu Beginn etwas, bis man sich in die Materie hineingefitzt hat und den roten Faden findet. Aber auch hierbei ist Geduld der Schlüssel zum Glück. Ich selbst durfte sehr viel dazulernen und bin froh, dass ich diese Erfahrung machen durfte.


DasBuch

DasEinfachsteKochbuchDerWelt

„Das einfachste Kochbuch der Welt“

 

Klappentext

Sie glauben, für gutes Essen müssten Sie stundenlang den Kochlöffel schwingen? Jean-François Mallet beweist Ihnen mit „Simplissime – Das einfachste Kochbuch der Welt“ das Gegenteil. Der Koch aus Frankreich hat beliebte Klassiker auf den Prüfstand gestellt und so vereinfacht, dass sie sich für die schnelle Alltagsküche eignen. Statt vielen Zutaten benötigen Sie nur etwas mehr als eine Handvoll – das schont das Portemonnaie und Ihr Zeitbudget. Wenn Sie auf der Suche nach gelingsicheren und leichten Rezepten für Bœf Bourguignon, Ratatouille und Co. sind, ist das Bestsellerkochbuch die Lösung. Mallet erklärt einfach und mit Fokus aufs Wesentliche, wie Sie mit wenig Zeit meisterhafte Gerichte zubereiten. So schinden Sie bei Ihren Gästen Eindruck!

 

Bewertung

Ein Mal im Moment treffen wir uns mit Freunden wo immer wieder jemand Anderes das Kochen übernimmt. Für solche besonderen Anlässe stelle ich mich gerne lange in die Küche und experimentiere ein wenig. Sonst bin ich eher ein Kochmuffel und will das es schnell geht – ohne allzu viel Aufwand. Dementsprechend kam das einfachste Kochbuch der Welt ganz gelegen.

Ich wurde von sehr vielfältigen Gerichten überrascht und wusste schon im ersten Moment, dass ich die nächste Zeit sehr viel neue Rezepte ausprobieren werde. Klar, gibt es auch hier einige Rezepte die gar nicht so meins sind, aber im Großen und Ganzen sagt mir beinahe Alles zu. Und was ist das Besondere daran? Schnelle Rezepte mit maximal sechs Zutaten. Besser kann es wirklich nicht sein.

Bisher habe ich mich mit ca. 15 Rezepten durchprobiert und bis auf ein paar Gewürze benötigt man tatsächlich nicht mehr Zutaten für die einzelnen Gerichte. Wer sich jedoch ein Buch mit sehr gesunden und kalorienarmen Rezepten wünscht ist hier an der falschen Adresse. Man findet wirklich Alles. Von schönem saftigen Steak, über leichte Sommersalate mit Melone oder süße Desserts.

Fazit

Meine Erwartungen wurden vollkommen erfüllt. Klar isst man nicht Alles, aber das sollte ja auch nicht so sein. Für mich ist dieses Kochbuch jedoch perfekt, da es in seiner Vielfalt und besonders Einfachheit überrascht.


Welche Kochbücher könnt Ihr mir noch ans Herz legen? Ich bin für jede Empfehlung offen 🙂

Bis dahin wünsche ich Euch ein wundervolles Wochenende und vielleicht kocht auch Ihr an Euren freien Tagen etwas Schönes?!

unterschrift-cindy

„Marie“ – Steven Uhly

DasBuch

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Verlag: btb


In diesem Augenblick sieht Veronika Kelber, wie eine gute Mutter reagieren würde. Sie würde in die Hocke gehen und ihr Kind umarmen, sie würde es trösten und ihm sagen, dass alles wieder gut wird. Vielleicht würde sie ihm ein schönes Pflaster versprechen oder eine Süßigkeit. Aber Veronika steht wie versteinert da und fragt sich, warum sie nichts dergleichen tun kann.


Klappentext

Der zwölfjährige Frido erzählt seiner kleinen Schwester Chiara eine aufwühlende Gutenachtgeschichte. Sie handelt von einem alten Mann, der ein Baby stiehlt. Als Chiara kurz darauf ihrer Mutter davon berichtet, reagiert diese schockiert. Im Affekt schlägt sie ihre Tochter. Ein Geheimnis, ein Tabu ist greifbar. Von diesem Moment an gerät die kleine Familie aus dem Gleichgewicht. Veronika Kelber reibt sich auf zwischen ihrem Anspruch, gleichzeitig eine gute, alleinerziehende Mutter zu sein, einen neuen Partner zu finden, die Ablehnung ihres Ex-Mannes zu ertragen und jenes Wundmal zu heilen, das sie unablässig an ihr furchtbares Versagen als Mutter, Frau und Mensch erinnert. Als sie schließlich die Kontrolle über ihr Leben verliert, reißt sie ihre drei Kinder mit in einen Strudel von Ereignissen, die alles verändern werden.


Als ihr nichts mehr einfällt, als die Stille der Mutter ihr merkwürdig vorkommt, sagt sie, Jetzt bin ich das geklaute Mädchen und du musst mich finden. Du musst mich suchen und meinen Namen rufen. Ich heiße, und dann hat sie den Namen gesagt und alles ist ganz schnell gegangen, die Mutter dreht sich um, und während sie ihr die Ohrfeige gibt, hört Marie ein leises, fast geflüstertes Nein.

Bewertung
„Marie“ von Steven Uhly ist die Fortsetzung seines Romanes „Glückskind“. Das habe ich selbst allerdings auch erst festgestellt, als das Buch bereits zu Hause lag. Wie ich sehr schnell festgestellt habe, ist das allergins gar kein Problem, denn man kann „Marie“ auch lesen, wenn man den Vorgänger noch nicht kennt. Ich habe zu Beginn kurz nachgelesen um was es in „Glückskind“ ging, einfach um eine Ahnung zu haben und einen guten Einstieg zu bekommen kurz gesagt, man das wichtigste so zusammenfassen: Marie wurde als Baby zum Sterben in eine Mülltonne gelegt und von einem Hartz-IV-Empfänger gerettet. Nun, wenige Jahre später, kommt sie Ihrer eigenen Geschichte immer mehr auf die Spur.
Steven Uhly erzählt in diesem Buch eine Geschichte in der es wirklich um unfassbar viel geht: Warum Verdrengen wir und was macht es mit einem und auch die Gabe von Kindern sich selbst zu helfen und ihren Mitmenschen irgendwie immer wieder mit so viel Liebe zu verzeihen. Der Autor schafft es wirklich viele Emotionen in dieses Buch zu packen, wodurch ich mich als Leser irgendwie die ganze Zeit ein bisschen beklemmt gefühlt habe. Und trotz dieser starken Emotionen und Gefühle schafft es der Autor einen klaren Schreibstil zu bewahren, was einen wirklich angenehmen Kontrast zur Story selbst schafft, die ja so viel Nachdruck hat.
Zusätzlich zu der an vielen Stellen wirklich herzzerreißenden Geschichte kann Uhly aber auch mit einer wirklich vielschichtigen und überzeugenden Figurengestaltung überzeugen. Mut, Zweifel, Angst, Enttäuschung und vieles mehr packt der Autor in die verschiedenen Charaktere hinein. Dabei ist es egal ob man sich Chitra, Frido oder Veronika (die Hauptcharaktere) anschaut. Sie alle wurden authentisch und intensiv gestaltet, sie sind unterschiedlich und gehören doch zusammen, haben alle ihre Probleme die eigentlich schon wieder total normal und gewöhnlich wirken und doch ist alles irgendwie schlimm. Sie bilden die dysfunktionale Familie die im Mittelpunkt des Dramas steht. Ich wollte ihnen irgendwie die ganze Zeit helfen und konnte es einfach nicht. Vor allem Veronika wollte ich einen Spiegel vorhalten, um ihr zu zeigen was für eine schreckliche Mutter sie ist.
Insgesamt vergebe ich 4 von 4 Punkten – das Buch konnte mich voll überzeugen.
vier-punkte


Sie muss funktionieren, Das ist auch eine Strafe, sagt sie sich, Im Gefängnis hättest du es doch viel zu leicht gehabt, du dumme Kuh, denkt sie. Sie muss hart gegen sich selbst werden, dann wird es gehen.

Fazit
Ergreifend und schockierend, beschreibt Steven Uhly das leben einer dysfunktionalen Familie. Dass ich „Glückskind“ noch nicht gelesen hatte, war nicht weiter schlimm, denn die Geschehnisse vor sechs Jahren werden immer weiter umrissen und letztlich fehlen eigentlich nur Details. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.
unterschrift-laura