„Die Sehnsucht des Vorlesers“ – Jean-Paul Didierlaurent

DasBuch

DieSehnsuchtDesVorlesers

Hier geht’s zum Buch!

Verlag: dtv


Denn nach all den Jahren behandelten die Mitreisenden ihn inzwischen mit der freundlichen Nachsicht, die man harmlosen Spinnern entgegenbringt. Wohl nicht zuletzt, weil Guylain sie in den nächsten zwanzig Minuten ihrem grauen Alltag entreißen würde.


Klappentext

Guylain Vignolles liebt Bücher und hasst seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Darum liest er jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit den Pendlern im Vorortzug ein paar Seiten vor, die er tags zuvor der Schreddermaschine entrissen hat – sein Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur. Als er im Zug einen USB-Stick entdeckt, auf dem das Tagebuch einer jungen Frau gespeichert ist, verändert das sein Leben. Er muss diese Julie finden. Unbedingt.

 


Was zählte, war der Akt des Vorlesens. Er schenkte jedem einzelnen Blatt seine ungeteilte Aufmerksamkeit, damit das Vorlesen seine magische Wirkung entfalten konnte: Jedes Wort, das ihm über die Lippen kam, befreite ihn ein bisschen von dem Ekel, der ihn beim Gedanken an seine Arbeit überkam.


Bewertung

Dieses Buch ist wirklich ein Meisterstück für jeden Buchliebhaber. Jean-Paul Didierlaurent lässt seine Leser in die Welt der Worte, Buchstaben, des Vorlesens und generell der unsagbaren Liebe zu allen Büchern eintauchen. Denn der Protagonist Guylain hat keine Vorliebe für spezielle Bücher, Autoren oder Genres – er liebt jedes einzelne Wort und jede einzelne Seite in seiner totalen Unvollkommenheit.

Beim Lesen hatte ich stets das Gefühl in das Leben der männlichen Version von der fabelhaften Welt der Amelie Einblick zu erhalten. Mit Guylain hat Didierlaurent einen Charakter geschaffen der sowohl skurril als auch unfassbar herzlich und liebevoll ist. Auch alle weiteren Figuren haben sich sofort in mein Herz geschlichen. Sei es Guylains bester Freund Giuseppe mit dem er sich auf die Reise der verschwundenen Beine begibt, sein Goldfisch Rouget de Lisle oder schlussendlich auch Julie.

Didierlaurent schafft es mit jedem weiteren Satz seine Leser zu verzaubern. Es ist sehr schwer seinen Schreibstil zu bewerten, da sich dieser in keine Schublade packen bzw. vergleichen lässt. Ich hatte stets ein wohliges, heimisches Gefühl beim Lesen und auch wenn dieser Roman nicht unbedingt auf Spannung ausgelegt ist, erwartet man jede neue Seite und versinkt in den Worten.

Beim Lesen des Klappentextes wollte ich das Buch sofort lesen um mehr über die Liebesgeschichte von Guylain und Julie zu erfahren. Ich hatte mir insgeheim einen kleinen Kitschroman erhofft. Doch stattdessen habe ich einen skurrilen und ausgefallenen Roman erhalten, bei dem die Liebesgeschichte nicht so viel wiegt. Auf der einen Seite in Ordnung, jedoch hat es mich auch etwas enttäuscht. Eine ausführlichere und längere Beschreibung der langsam wachsenden Liebe zwischen Guylain und Julie hätte mich wirklich sehr gefreut. Aber da ist auch das weitere Problem: gibt es eine Liebe? Das Ende lässt Raum für Interpretationen übrig. Ob das ein gutes Zeichen ist?

drei-punkte

Auf Grund der letzten zwei Kritikpunkte kann ich nur drei Punkte verteilen.


Julie: Irgendwo tief in mir steckt wohl immer noch das kleine Mädchen, das wenigstens einmal im Jahr noch auf ein Wunder zu hoffen wagt, auch wenn es im Laufe seines Lebens erfahren hat, das dies ebenso sinnlos und dumm ist, wie an die Existenz eines Traumprinzen zu glauben.


Fazit

Trotz der genannten Kritikpunkte hat mich der Roman sofort in seinen Bann gezogen und begeistert. Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem Buchliebhaber. Allein Guylains Liebe zu den Worten ist bemerkenswert und man lässt sich gern davon anstecken.

Was ich vielleicht daraus gelernt habe? Ich glaube, dass ich gewisse Wörter, Textpassagen und Seiten bewusster und intensiver wahrnehme. Versucht es doch selbst einmal 🙂


Vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass es auf dieser Welt jemanden gibt, der eine erstaunliche Wirkung auf mich hat. Jemand lässt alle Farben heller leuchten, nimmt meinem Alltag seine Schwere, wärmt mich von innen, macht das Unerträgliche erträglicher, das Hässliche nicht ganz so hässlich und das Schöne noch viel schöner.


Ich wünsche Euch einen wundervollen Feiertag!

Falls bei Euch auch so ein Schmuddelwetter herrscht wisst Ihr was zu tun ist 😉

unterschrift-cindy

„Wie man die Zeit anhält“ – Matt Haig (Werbung)

DasBuch

WieManDieZeitAnhält

Hier geht’s direkt zum Hörbuch!

Anbieter: Audible

Kategorie: Romane

Verlag: der Hörverlag, dtv

Sprecher: Christoph Maria Herbst


Ein weiterer Grund warum Niemand von uns weiß ist, dass wir einen besonderen Schutz genießen. Es gibt da eine Organisation. Wer unser Geheimnis aufdeckt, und daran glaubt, wird möglicherweise sehr bald feststellen, dass sein eigenes, ohnehin kurzes Leben plötzlich noch kürzer geworden ist. Gefahr droht also nicht nur von gewöhnlichen Menschen – sie kommt auch von innen.


Klappentext

Die erste Regel lautet: Du darfst dich niemals verlieben. Niemals.

Tom Hazard ist Geschichtslehrer, ein introvertierter Mann, der ein zurückgezogenes Leben führt. Und er hat ein Geheimnis: Er sieht aus wie 40, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, Paris der zwanziger Jahre erlebt und alle paar Jahre eine neue Identität angenommen. Aber eines war er immer: einsam. Seine einzige große Liebe endete schmerzvoll. Doch jetzt bittet ihn die alleinerziehende Mutter und Kollegin um Hilfe. Während er ihr allmählich näherkommt, verändert sich für ihn alles…


„In der Musik geht es um Zeit“, sagte ich. „Es geht darum die Zeit zu beherrschen.“


Bewertung

Lange Zeit habe ich keine Hörbücher mehr in meinen Alltag gelassen. Zu oft habe ich mich ablenken lassen. Doch auch das muss sich einmal ändern …

Ich habe sehr oft mit Matt Haig’s aktuellem Roman geliebäugelt. Damals war ich hin und weg von Haig’s Buch „Ich und die Menschen“. Trotz der Tatsache das es eher in Richtung Fantasy geht und dies Laura’s Genre ist, hatte man nie das Gefühl das es ‚zu‘ unrealistisch wird.

Tom Hazard (eine von vielen Identitäten) hat mit seinen 400 Jahren Einiges an Lebenserfahrung nachzuweisen und durchlebte diverse Epochen der Geschichte. Doch sein Leben scheint deshalb nicht unbedingt lebenswerter zu sein als das der ‚Eintagsfliegen‘. Neben einem ewigen Leben, haben Albatrosse (wie sich diese Spezies nennt) auch Einiges zu befürchten. Haig beschreibt in seinem Roman nicht nur das Leben des Tom Hazard, sondern gerade auch die heutigen Tücken des 21. Jahrhunderts, die ewige Einsamkeit und die Suche nach Liebe und Geborgenheit.

Zu Beginn hatte ich etwas Bedenken, ob mir diese geschichtliche Seite des Romans überhaupt zusagen würde. Historische Romane sind in meinem Repertoire nicht zu finden – und das aus gutem Grund. Haig hat seine Leser/Hörer jedoch viel mehr in die Biografie Hazard’s eintauchen lassen und schildert lebhaft dessen Leben. Hazard wird von Shakespeare entdeckt, sitzt im selben Lokal wie Chaplin und spielt Musik zu der Josephine Baker ihre Hüften kreist. Ich habe es sehr genossen meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und mich den Bildern in meinem Kopf hinzugeben.

Auch wenn diese Geschichte – natürlich – eine Liebesgeschichte enthält, ist diese eher wunderbar und romantisch als zu überladen und kitschig. Haig hat es mit seiner detaillierten und verrückten Art wieder einmal geschafft seinen Lesern/Hörern viel Fantasie und Vorstellungskraft zu entlocken.

Ein großer Kritikpunkt stellt bei Hörbüchern meist die Sprecherstimme für mich dar. Mit Christoph Maria Herbst hat der Hörverlag komplett ins Schwarze getroffen! Es war jederzeit sehr angenehm zu hören und an den passenden Stellen in Szene gesetzt.

Ich hatte jedoch Schwierigkeiten zwischen den verschiedenen Epochen umzuschalten und zu realisieren in welcher Zeit wir uns befinden. Da dies generell sehr schwer bei Hörbüchern nachzuvollziehen ist, kann man dies nicht als große Kritik sehen. Einzig und allein das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Grund hierfür war, dass es in meinen Augen etwas zu schnell verging. Ich hätte gern ein paar weitere Kapitel mit mehr Informationen erwartet bzw. mir gewünscht.

drei-punkte

Es gibt deshalb drei von vier möglichen Punkten von mir.


Liebe ist das was dem Leben Sinn gibt. Die sieben Jahre mit ihr hatten mehr Bedeutung als alles Andere, verstehst Du? Kannst all die Jahre vorher und nachher in die Waagschale legen und sie hätten nicht die geringste Chance.  Das hat die Zeit so an sich, oder? Zeit ist nicht gleich Zeit. Manche Tage, manche Jahre, manche Jahrzehnte sind leer. Sie enthalten Nichts. Flachwasser. Und dann kommt ein Jahr, ein Tag oder ein Nachmittag und er bedeutet Alles. Alles!


Fazit

Haig’s Roman „Wie man die Zeit anhält“ gehört definitiv zu den besten Romanen in 2018. Ich bin noch immer beseelt von den schönen Textpassagen und den Bildern in meinem Kopf.

Wer es noch nicht gelesen hat – tut es! Es lohnt sich auf jeden Fall. Um sich genau auf die geschichtlichen Fakten einlassen zu können bedarf es ein wenig an Konzentration, aber bei diesem fesselnden Buch dürfte dies kein Problem darstellen.

Wenn Ihr wieder einmal Lust auf ein Hörbuch habt: es besteht die Möglichkeit bei Audible einen Probemonat mit einem kostenlosen Hörbuch testen. Dieses Hörbuch gibt es hier auch zu testen 😉


Jahrhunderte lang war sie der einzige Grund für mich am Leben zu bleiben doch in diesem Augenblick wird mir klar, dass es noch andere Gründe gibt. Das Leben an sich. Seine Möglichkeiten, die Zukunft, die Chance von etwas Neuem. Ich – will – leben.


WERBUNG:

Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung: Audible


unterschrift-cindy

„Marie“ – Steven Uhly

DasBuch

image1

Verlag: btb


In diesem Augenblick sieht Veronika Kelber, wie eine gute Mutter reagieren würde. Sie würde in die Hocke gehen und ihr Kind umarmen, sie würde es trösten und ihm sagen, dass alles wieder gut wird. Vielleicht würde sie ihm ein schönes Pflaster versprechen oder eine Süßigkeit. Aber Veronika steht wie versteinert da und fragt sich, warum sie nichts dergleichen tun kann.


Klappentext

Der zwölfjährige Frido erzählt seiner kleinen Schwester Chiara eine aufwühlende Gutenachtgeschichte. Sie handelt von einem alten Mann, der ein Baby stiehlt. Als Chiara kurz darauf ihrer Mutter davon berichtet, reagiert diese schockiert. Im Affekt schlägt sie ihre Tochter. Ein Geheimnis, ein Tabu ist greifbar. Von diesem Moment an gerät die kleine Familie aus dem Gleichgewicht. Veronika Kelber reibt sich auf zwischen ihrem Anspruch, gleichzeitig eine gute, alleinerziehende Mutter zu sein, einen neuen Partner zu finden, die Ablehnung ihres Ex-Mannes zu ertragen und jenes Wundmal zu heilen, das sie unablässig an ihr furchtbares Versagen als Mutter, Frau und Mensch erinnert. Als sie schließlich die Kontrolle über ihr Leben verliert, reißt sie ihre drei Kinder mit in einen Strudel von Ereignissen, die alles verändern werden.


Als ihr nichts mehr einfällt, als die Stille der Mutter ihr merkwürdig vorkommt, sagt sie, Jetzt bin ich das geklaute Mädchen und du musst mich finden. Du musst mich suchen und meinen Namen rufen. Ich heiße, und dann hat sie den Namen gesagt und alles ist ganz schnell gegangen, die Mutter dreht sich um, und während sie ihr die Ohrfeige gibt, hört Marie ein leises, fast geflüstertes Nein.

Bewertung
„Marie“ von Steven Uhly ist die Fortsetzung seines Romanes „Glückskind“. Das habe ich selbst allerdings auch erst festgestellt, als das Buch bereits zu Hause lag. Wie ich sehr schnell festgestellt habe, ist das allergins gar kein Problem, denn man kann „Marie“ auch lesen, wenn man den Vorgänger noch nicht kennt. Ich habe zu Beginn kurz nachgelesen um was es in „Glückskind“ ging, einfach um eine Ahnung zu haben und einen guten Einstieg zu bekommen kurz gesagt, man das wichtigste so zusammenfassen: Marie wurde als Baby zum Sterben in eine Mülltonne gelegt und von einem Hartz-IV-Empfänger gerettet. Nun, wenige Jahre später, kommt sie Ihrer eigenen Geschichte immer mehr auf die Spur.
Steven Uhly erzählt in diesem Buch eine Geschichte in der es wirklich um unfassbar viel geht: Warum Verdrengen wir und was macht es mit einem und auch die Gabe von Kindern sich selbst zu helfen und ihren Mitmenschen irgendwie immer wieder mit so viel Liebe zu verzeihen. Der Autor schafft es wirklich viele Emotionen in dieses Buch zu packen, wodurch ich mich als Leser irgendwie die ganze Zeit ein bisschen beklemmt gefühlt habe. Und trotz dieser starken Emotionen und Gefühle schafft es der Autor einen klaren Schreibstil zu bewahren, was einen wirklich angenehmen Kontrast zur Story selbst schafft, die ja so viel Nachdruck hat.
Zusätzlich zu der an vielen Stellen wirklich herzzerreißenden Geschichte kann Uhly aber auch mit einer wirklich vielschichtigen und überzeugenden Figurengestaltung überzeugen. Mut, Zweifel, Angst, Enttäuschung und vieles mehr packt der Autor in die verschiedenen Charaktere hinein. Dabei ist es egal ob man sich Chitra, Frido oder Veronika (die Hauptcharaktere) anschaut. Sie alle wurden authentisch und intensiv gestaltet, sie sind unterschiedlich und gehören doch zusammen, haben alle ihre Probleme die eigentlich schon wieder total normal und gewöhnlich wirken und doch ist alles irgendwie schlimm. Sie bilden die dysfunktionale Familie die im Mittelpunkt des Dramas steht. Ich wollte ihnen irgendwie die ganze Zeit helfen und konnte es einfach nicht. Vor allem Veronika wollte ich einen Spiegel vorhalten, um ihr zu zeigen was für eine schreckliche Mutter sie ist.
Insgesamt vergebe ich 4 von 4 Punkten – das Buch konnte mich voll überzeugen.
vier-punkte


Sie muss funktionieren, Das ist auch eine Strafe, sagt sie sich, Im Gefängnis hättest du es doch viel zu leicht gehabt, du dumme Kuh, denkt sie. Sie muss hart gegen sich selbst werden, dann wird es gehen.

Fazit
Ergreifend und schockierend, beschreibt Steven Uhly das leben einer dysfunktionalen Familie. Dass ich „Glückskind“ noch nicht gelesen hatte, war nicht weiter schlimm, denn die Geschehnisse vor sechs Jahren werden immer weiter umrissen und letztlich fehlen eigentlich nur Details. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.
unterschrift-laura

„Save Me“ – Mona Kasten

DasBuch

image2

Verlag: Lübbe Audio


Klappentext

Geld, Glamour, Luxus, Macht – all das könnte Ruby nicht weniger interessieren. Das einzige, was sie sich wünscht, ist ein erfolgreicher Abschluss vom Maxton Hall College, eine der teuersten Privatschulen Englands. Vor allem von James Beaufort, dem heimlichen Anführer des College, hält sie sich fern. Er ist zu arrogant, zu reich und zu sexy. Doch dann sieht sie durch Zufall etwas, das sie nie hätte sehen dürfen – etwas, das den Ruf von James’ gesamter Familie zerstören könnte. Von da an kennt James ihren Namen und lässt sie nicht mehr aus den Augen. Und plötzlich hat Ruby keine andere Wahl, als Teil seiner Welt zu werden …


Bewertung

„Save Me“ war meine erste Geschichte von Mona Kasten und ich habe mich wirklich riesig auf dieses Hörbuch gefreut. Leider folgte auf die wirklich große Begeisterung eine kleine Ernüchterung, denn der Einstieg in die Story erschien mir einfach ein wenig klischeebehaftet. Besonders Ruby und James, die beiden Hauptprotagonisten, scheint man zu beginn sehr einfach in eine Schublade stecken zu können. Ruby die ergeizige Außenseiterin die über allem zu stehen scheint und James, der arrogante Sohn unheimlich reicher Eltern, der denkt mit Geld alles tun und lassen zu können worauf er eben gerade Lust hat und der damit auch noch durch kommt.

Zum Glück bin ich mit den beiden recht schnell warm geworden und besonders Ruby hat mich zu Beginn mit jeder Seite die ich gelesen habe mehr überrascht. Sie ist unheimlich sympatisch, hat viele Seiten und ist hinter ihrer doch recht rauen Schale, wirklich ein tolles und unheimlich liebenswürdiges Mädchen.
Bei James war ich in schwankenden Gefühlen gefangen. Mal dachte ich: „Wusste ichs doch, er ist doch ein toller Typ!“ nur um wenige Seiten später zu denken „Nop, doch nicht…“. Im Vergleich zu seinem engsten Freundeskreis ist James allerdings ein richtig toller Kerl, denn von seinen „Kumpels“ war ich teilweise richtig genervt. Sie sind für mich auch der Grund warum in dem Buch unheimlich viel den Bach runter geht, aber ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen.

Die Handlung wird abwechselnd aus Rubys und James Perspektive geschildert, wobei der Erzähler aber die ganze Zeit über neutral bleibt. Diese Aufteilung wurde im Hörbuch besonders deutlich, da hier mit Milena Karas und Michael-Che Koch eine Leserin und ein Leser dem Buch ihre Stimme leihen. Die Umsetzung des Hörbuches fand ich auch wirklich super. Beide haben sehr angenehme Stimmen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht ihnen zuzuhören. Ich glaube ich hätte mich nicht besser in die Story fallen lassen können, wenn ich es selbst gelesen hätte.

Da „Save Me“ der Auftakt zu Mona Kastens neuer Reihe ist, war mir von Beginn an klar, dass ich es zum Ende wohl mit einem Cliffhanger zu tun haben werde. Dieser hat bei mir leider einen eher komsichen EIndruck hinterlassen – er sollte mit Sicherheit nochmal einiges an Spannung in das Buch bringen, hat bei mir aber eher das Gegenteil bewirkt. Jetzt habe ich eher ein bisschen Angst vor der Fortsetzung, denn das Ende dieses ersten Teils ist für mich einfach ein einziges großes Klischee. Ich hoffe wirklich, dass der zweite Teil nicht so weiter geht und wir Leser bzw. Hörer uns nicht in einer Endlosspirale aus „Er benimmt sich wie das größte Rindvieh und sie verzeiht ihm an Ende ja eh alles“ wieder finden.

Insgesamt gebe ich diesem Hörbuch wegen der wirklich tollen Umsetzung aber ein paar zu sehr bedienter Klischees 3 von 4 Punkten.

drei-punkte


Fazit

Das Hörbuch wurde wirkich wunderbar umgesetz und auch die äußere Aufmachung hat mir sehr gut gefallen. Jedoch habe ich auch das Gefühl, dass mir Mona Kasten mit „Save Me“ nichts wirklich neues erzählt hat, sondern eher alt bekanntes neu verpackt hat. Ich hoffe der nächste Teil wird da eine Steigerung zeigen.

unterschrift-laura

„Der gefährlichste Ort der Welt“ – Lindsey Lee Johnson

DasBuch

DerGefährlichsteOrtDerWelt

Hier geht’s zum Buch!

Verlag: dtv


Ryans Leben öffnete sich nach allen Seiten, es wirbelte und tanzte, flüsterte ihm ins Ohr, was es alles werden würde. Und wer er darin sein würde: Was er wollte. Wer er wollte.


Klappentext

Als Tristan Bloch eines Morgens auf sein Fahrrad steigt und losradelt, auf die Golden Gate Bridge zu, den heißen, schweißnassen Kopf gesenkt, da ahnen wir schon, dass ihn der Verrat seiner Angebeteten, Calista, vernichtet hat. Sein Liebesbrief wurde auf Facebook gepostet, und das war ihre Schuld.

Fünf Jahre später: Kurz nach dem dramatischen Ende einer Abschlussparty betrachtet Calista, Tristans erste und letzte große Liebe, in dem Versuch, die Ereignisse zu begreifen, ein altes Klassenfoto – Tristan, lachend, in seinen unmöglichen grellgelben Trainingshosen, der sanfte Dave Chu, der durchtriebene Ryan Harbinger, Baseball-Captain und Schwarm aller Mädchen, Abigail Cress, damals noch Calistas beste Freundin, die später mit einem Lehrer anbandelte, und all die anderen, die mit dem Leben und der Liebe gespielt hatten. Ihre fröhlichen Gesichter täuschen. »Sie taten, was sie konnten, um zu überleben.«

Für einen von ihnen war Mill Valley, das verträumte reiche Städtchen über der Bucht von San Francisco, ein vermeintliches Paradies, zur Hölle geworden. Und sie, die zurückblieben, waren vom Leben gezeichnet, noch bevor es richtig begonnen hatte.


[…] Aber manchmal nimmt das Leben nun mal überraschende Wendungen, und dann müssen wir unsere Ziele und Ambitionen neu überdenken. Wir können eben nicht immer alles haben.


Bewertung

Man nehme eine perfekte Kleinstadt, eine Gruppe Teenager die alle irgendwie miteinander in Verbindung zu stehen scheinen und verpacke dies mit all deren Problemen in ein Buch.

Seit langer Zeit ist dies ein Buch, welches mich auch durch den Klappentext nicht richtig schlüssig zu sein schien. Ich hatte einerlei Vorstellung was mich erwartet und wie es genau sein und sich entwickeln würde. Ich habe bisher viele positive Meinungen darüber gehört, dass die Leser es verschlungen haben und nicht aus der Hand legen konnten. Tja, was soll ich sagen? Ich kann das sehr gut nachempfinden. Auch wenn ich zu Beginn einige Probleme hatte mich direkt in die Geschichte hineinzufinden, so habe ich es schnell durchgelesen.

Johnson hat einen Roman geschaffen, der dem Leser das Blut in den Adern gefrieren lässt, wobei man sich den Kopf schütteln muss und des Öfteren überlegt wie tragisch und dramatisch die Jugend doch ist. Der Aufbau des Buches ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber sobald man sich ein mal reingefitzt hat geht es wie von selbst. Insgesamt ist die Geschichte in drei Teile unterteilt. Jeder Teil steht für eine andere Zeit bzw. Vergangenheit. Und damit nicht genug – es wird immer wieder zwischen den einzelnen Protagonisten der Geschichte gewechselt.

Es ist schwer die diversen Charaktere zu beschreiben. Alle Personen bauen im Hintergrund aufeinander auf – genauso wie ihre Geschichten die sie mit sich herumtragen. Ein roter Faden zieht sich durch das gesamte Buch: die Geschichte um Tristan Bloch. Wer er war, was passiert ist, wieso dies geschehen ist, wer daran beteiligt ist, wie es auch nach Jahren noch alle Personen spaltet. Aber das müsst Ihr natürlich selbst herausfinden 🙂 Hierbei geht es um die Schönlinge, die sich nichts mehr wünschen als endlich auszubrechen, Mädchen die noch nicht selbst zu sich gefunden haben, verbotene Lieben, Mobbing, Shit-Storm in den sozialen Medien … Und all diese Dinge bauen aufeinander auf, verheddern sich zu einer Geschichte und ergeben am Ende ein Ganzes. Ich habe mich beinahe jeder Person mitgelitten und mich sofort in meine Jugend zurückversetzt gefühlt.

Das Cover ergibt zu Beginn nicht allzu viel Sinn – das ändert sich jedoch bereits im ersten Teil der Geschichte.

Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass mich dieses Buch in sehr viele Gemütslagen versetzt hat und von einem Drama in das Nächste katapultiert hat.

vier-punkte

Volle Punktzahl für dieses tolle Meisterwerk.


Lance hatte gesagt, scheiß auf die Vergangenheit. Lance hatte gesagt, die Gegenwart ist der Ort, wo man sein wollte, und die Zukunft der Ort, den man sich Schritt für Schritt selbst gestaltete.


Fazit

Dieses Buch ist Nichts für hochsensible Leser – wo sehr schnell die Tränen kullern. Es sei denn, man legt es drauf an.

Auch wenn ich dieses Buch verschlungen habe, solltet Ihr euch Zeit einplanen. Zeit um sich in die Geschichte hineinzufinden, alle Charaktere kennen zu lernen und die Zusammenhänge zu erkennen.

Ich kann es Jedem ans Herz legen und sagen, dass dieses Buch sehr zum Nachdenken anregt und auf viele schwere Themen und Dinge hinweist.


„Wenn man aus einem Ort wie Mill Valley stammte, so wie sie und Tristan und alle, die sie kannten, war kein Entkommen möglich. Dieser Ort war so speziell, in seiner Schönheit und seinen Beschränkungen, dass kein anderer Ort ihnen wirklich stimmig erscheinen würde. Sie konnten nicht vergessen, dass diese Welt für sie geschaffen worden war, dass sie in dieses perfekte Nest hineingeboren worden waren, und trotzdem hatten sie darauf bestanden, unglücklich zu sein.“


unterschrift-cindy

„Die erstaunliche Familie Telemachus“ – Daryl Gregory

DasBuch

image1 (12)

Verlag: Eichborn


Klappentext

Auf den ersten Blick ist Matty Telemachus ein typischer vierzehnjähriger Junge mit den typischen Problemen eines vierzehnjährigen Jungen. Aber Matty ist alles andere als normal und seine Familie ist es schon gar nicht. Als Matty entdeckt, dass er über ungewöhnliche Fähigkeiten verfügt, macht er sich auf die Suche nach dem lange gehegten Familiengeheimnis: Sind seine Verwandten wirklich Medien, beherrschen sie Telepathie, Telekinese und vielleicht noch andere Kräfte?

Ein umwerfender Roman über eine ganz besondere Familie und die unsichtbaren Kräfte, die uns alle zusammenhalten.


Bewertung

Die Familie Telemachus ist keine gewöhnliche Familie. Jeder von Ihnen verfügt über paranormale Fähigkeiten und jede dieser Fähigkeiten ist einzigartig.

Diese Tatsache und der Klappentext ließen mich einen lustigen und humorvollen Roman erwarten, der den pubertären Matty als Hauptcharakter mit sich bringt. Doch irgendwie hat sich das nicht so recht eingestellt. Ich kann euch aber auch nicht direkt sagen, was dieses Buch ausmacht – es ist irgendwie von allem ein bisschen. Zu Beginn scheint es sich tatsächlich ein Roman über den unsicheren Teenager Matty zu gehen, dazu kommen einige kleine Fantasy-Elemente. Doch je weiter man in der Story voran kommt desto mehr entwickelt sich hier meiner Meinung nach ein ziemliches Durcheinander. Ich kann mir vorstellen, dass manche den Mix aus verschiedenen Genres spannend und abwechslungsreich finden- ich fand es irgendwie verwirrend.

Die Idee jedes Kapitel aus Sicht eines anderen Charakters zu schreiben fand ich eigentlich schön. Es bringt Abwechslung in die Story und bietet dem Leser tiefe Einblicke in verschiedenen Gefühlswelten und Ansichten der verschiedenen Familienmitglieder. Da die Kapitel aber für mich doch recht lang sind ziehen sie sich doch ein wenig in die Länge. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass die Story nicht recht voran kommt sonder mehr oder weniger langsam vor sich hin plätschert. Erst zum Schluss, als es ein paar schnellere Szenenwechsel gibt scheint die Story an Schwung und Spannung zu gewinnen.

Auch durch den ein oder anderen Sprung in der Zeit hat meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen, was ich sehr schade fand, denn die durch den Autor wirklich liebevoll gestalteten Figuren hätten eine wahnsinnig spannende Story verdient, doch irgendwie konnte es mich nicht packen.

Insgesamt vergebe ich 2 von 4 möglichen Punkten.

zwei-punkte


Fazit

Die Geschichte entwickelt sich langsam – für meinen Geschmack leider zu langsam. Ich bin mit der Story trotz der vielschichtig und liebevoll gestalteten Charaktere nicht so recht warm geworden. Man muss sich als Leser wirklich auf diesen skurrilen Roman einlassen können, was mir leider nicht so wirklich gelungen ist.

unterschrift-laura

„Nicht mein Märchen“ – E. M. Tippetts

DasBuch

image3 (4)

Verlag: Selfpublished


Klappentext

Stellt euch vor, Robert Pattinson taucht an eurer Haustür auf und will euch mit Eiscreme füttern, aber ihr hattet nie Interesse daran, die Twilight-Filme zu sehen. Eure Mitbewohnerin und jede andere Frau in der Nachbarschaft werden fast ohnmächtig, aber irgendwie fühlt ihr euch zu dem Typen einfach nicht hingezogen.

So ähnlich ergeht es auch Chloe Winters. Gezeichnet von einer schweren Kindheit war sie gezwungen ihr Leben sehr pragmatisch anzugehen, sie schlägt sich als Studentin in Albuquerque durch und gehört nicht zu den Leuten, die an Märchen glauben.

Eines Tages aber kommt Hollywood-Superstar Jason Vanderholt zurück in seine Heimatstadt Albuquerque um dort einen Film zu drehen. Er entschließt sich, bei den Statisten vorbeizuschauen, zu denen auch Chloe gehört. Die sieht in dem Schauspieler, der bei jeder anderen Frau die Knie weich werden lässt, aber nicht gerade ihren Traummann. Sie nimmt nur einen Typen mit einem seltsamen Job und eigener Entourage wahr, der sie zweifellos in fünf Minuten wieder vergessen haben wird.

Aber Jason sieht in ihr mehr als nur ein weiteres hübsches Gesicht. Chloe kommt ihm bekannt vor und er hat eine Menge Fragen an sie, die sie lieber nicht beantworten möchte. Diese ganze Geschichte ist einfach nicht ihr Märchen.


Bewertung

Ich will euch heute zu erst erzählen, was ich von diesem Buch erwartet habe: um ehrlich zu sein ist das nicht viel. Das klingt hart, aber es ist so. Ich hatte die letzten Wochen viel Stress auf der Arbeit und war auf der Suche nach einem leichten Buch, einem Buch bei dem ich einfach den Kopf ausschalten kann und nicht denken muss. Ich wollte ein angenehmes Buch für zwischendurch und dachte es in „Nicht mein Märchen“ gefunden zu haben – und dann hat mich die Geschichte so sehr überrascht.

E. M. Tippetts erzählt in ihrem Roman die Geschichte von der bodenständigen und liebenswürdigen Studentin Chloe Winters und dem allseits umschwärmten Hollywood-Star Jason Vanderholt. Jason ist für viele wahrscheinlich der Traumtyp schlecht hin. Kino-Star, jede Menge Geld und natürlich das dazu passende Äußere. Allerdings hat die Autorin hier einen Charakter geschaffen, der zusätzlich auch mit seinem Inneren überzeugen kann. Jason ist ein unheimlich netter, warmherziger und lustiger Typ. Dabei schafft es E. M. Tippetts auf tolle Art und Weise die meisten Vorurteile über Bord zu werfen und einen wirklich vielschichtigen Kerl zu schaffen den man einfach mögen muss – man kommt einfach nicht drum rum. Doch nicht nur Jason sonder auch Hauptprotagonistin Chloe ist mir während der Story sehr ans Herz gewachsen. Sie ist stark, selbstständig und wirklich lieb. Sie ist keine von diesen „übertrieben emanzipierten Mädchen“ die unbedingt alles allein schaffen muss, egal was kommt. Sie kennt ihre Grenzen, lässt sich auch mal helfen und tut alles für ihre Freunde. Außerdem kann sie mit einer wirklich spannenden und überzeugend gestaltet Vergangenheit überzeugen.

Der Autorin ist es gelungen mich mit ihrer modernen Story in eine romantische Märchenwelt zu entführen. Besonders gut gefallen hat mir daran die humorvolle Atmosphäre. Dabei wirkt nichts aufgesetzt, übertrieben oder gespielt. Die Geschichte hat mir einfach gut gefallen. Sie ist leicht und hat ein angenehmes Spannungslevel und wenn man sich ein wenig auf die Figuren einlässt können sie einen auch gut mitnehmen.

Besonders gut hat mir die Liebesgeschichte gefallen, die die Autorin um Chloe und Jason gestrickt hat. Sie wirkt einfach irgendwie normal. Es gibt keine rosarote Welt und dann die mega Enttäuschung nur damit sich die beiden dann anschließend wieder vertragen. Die beiden wirken fast schon wie ein normales Pärchen. Klar gibt es Höhen und Tiefen aber ihre Geschichte entwickelt sich langsam und nicht überhastet. Klar ist hier und dort auch ein bisschen Kitsch zu finden, allerdings finde ich das Gesamtpaket durchaus gelungen. Ich bin wirklich begeistert.

Insgesamt vergebe ich für das Buch 4 von 4 Punkten.

vier-punkte


Fazit

Insgesamt bietet „Nicht mein Märchen“ einige märchenhafte Momente, aber auch ruhigere Augenblicke, erschreckende Sekunden und die ein oder andere Szene, die einen wirklich überraschend sein kann. E.M. Tippetts hat hier eine erfrischende Lovestory aufs Papier gebracht, die mich zufrieden zurückgelassen hat.

unterschrift-laura

„Ein bisschen wie Unendlichkeit“ – Harriet Reuter Hapgood

DasBuch

DSC00623

Verlag: KJB


„Es kommt nicht auf die Melodie an, sondern auf die Lautstärke“


Klappentext

„So ist es, wenn man jemanden liebt. So ist es, wenn man um jemanden trauert. Ein bisschen wie Unendlichkeit.“

Als die Ferien anfangen, möchte Gottie eigentlich nur unter dem Apfelbaum liegen, in die Sterne schauen und über das Universum philosophieren. Doch dann taucht ihr bester Freund Thomas wieder auf, der vor einigen Jahren weggezogen war. Ein schicksalhafter Sommer beginnt – voller Fragen, galaxienverwirbelnder Geheimnisse und Küsse im Regen…


Ich kann wählen zwischen dem jetzigen Zustand – dem Anhalten der Zeit, damit meine Welt so wunderbar überschaubar bleibt – und dem Zerschmettern meines eigenen Herzens. Tja. Man reiche mir den Hammer.


Bewertung

Mein erster Gedanke zu dem Buch war: „Dieses Buch geht ans Herz.“ Eine zauberhaft erzählte Geschichte eines jungen Mädchens, welches erwachsen wird, mit ihren Gefühlen kämpft und sich quer durch die Zeit bewegt. Diesen Eindruck habe ich durch den Klappentext bekommen und im Nachhinein kann ich sagen, er war nicht komplett richtig, aber auch nicht komplett falsch.

Gottie, die eigentlich Margot H. Oppenheimer heißt, ist die Hauptprotagonistin dieses Buches. Als Leser begleitet man Gottie in einer schwierigen Zeit, sie ist in Trauer um ihren geliebten Großvater. Der nach ihren Beschreibungen lustige und lebensfrohe Alt-Hippi fehlt ihr in jeder Sekunde. Zusätzlich kehrt in dieser Zeit Thomas in ihr Leben zurück. Ihr Kindheitsfreund, der irgendwann weggezogen ist und zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte.

Zu Beginn war ich sehr gefesselt von der Geschichte. Ich bin gut hinein gekommen, konnte mich wunderbar mit den verschiedenen Figuren anfreunden und hatte einfach einen draht zu der Story selbst. Besonders Gottie und Thomas als Charaktere haben mich schnell in die Geschichte einsteigen lassen. Sie sind beide liebenswert und sympatisch, ein bisschen chaotisch und eben nicht „0815“. Man merkt sofort, dass sie eine tiefe Verbindung haben und auch nach der langen Zeit, in der sie voneinander getrennt eine Einheit bilden.

Gottie wird dabei immer wieder aus der Bahn geworfen, da ist es kein Wunder, dass ihr Leben aus den Fugen gerät und dieses Mal sogar aus den Fugen der Zeit. Sie findet sich immer wieder in kleineren und größeren Flashbacks wieder und scheint besondere Szenen aus der Vergangenheit wiederholt zu durchleben. Um diesen „Zeitreisen“ auf den Grund gehen zu können, begibt man sich als Leser zusammen mit Gottie auf die Suche nach der Ursache dieser Wurmlöcher. Was lässt sie entstehen? Gibt es eine mathematische Formel, die sie erklären kann? Hat es etwas mit Thomas‘ Rückkehr zu tun? Gottie nimmt sich der Fragen an, wie sie es am besten kann: sie schreibt Formeln und mathematische Theorien nieder und kommt Stück für Stück der Antwort näher.
Da Gottie ein Physik- und Mathegenie ist, beschreibt die Autorin diese Sachverhalten mit den entsprechenden fachlichen Gegebenheiten.

Diese Fachlichkeit macht für mich auch das Besondere dieses Buches aus und ich fand diese Gestaltung sehr gelungen. Leider konnte ich aber mit den ständigen Flashbacks nichts anfangen. Die haben mich irgendwie immer wieder aus meinem Lesefluss geworfen. Ich habe mich wirklich versucht darauf einzulassen, aber es wollte mir nicht so recht gelingen. Leider haben sie mich so mehr am lesen gehindert und gestört, als alles andere.

Deswegen vergebe ich auch 3 von 4 Punkten für das Buch.

drei-punkte


Ich fange an, mir Pi bis in die hundertste Dezimalstelle vorzusagen. Doch mein Hirn spielt nicht mit, es verheddert sich irgendwie: Und ich frage mich: Was wäre passiert, wenn Thomas mich vor fünf Jahren geküsst hätte? Oder wenn er niemals weggegangen wäre?


Fazit

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, leider konnte ich nichts mit den eingebauten „Zeitreisen“ anfangen, sie haben meine Lesefluss irgendwie behindert. Außerdem hatte ich auch das Gefühl, dass sie die Story nicht wirklich vorangebracht haben. Deswegen lässt mich das Buch nicht zu 100% zufrieden zurück.

unterschrift-laura

„Das Café am Rande der Welt“ – John Strelecky

DasBuch

DasCafeAmRandeDerWelt

Hier geht’s zum Buch!

Verlag: dtv


„Ich glaube, die Schildkröte … die grüne Meeresschildkröte … hat Sie Folgendes gelehrt: Wenn man nicht auf das ausgerichtet ist, was man gerne tun möchte, kann man seine Energie mit einer Menge anderer Dinge verschwenden. Wenn sich dann die Gelegenheit bietet, das zu tun, was man möchte, hat man möglicherweise nicht mehr die Kraft oder die Zeit dafür.“


Klappentext

Ein kleines Café mitten im Nirgendwo wird zum Wendepunkt im Leben von John, einem Werbemanager, der stets in Eile ist. Eigentlich will er nur kurz Rast machen, doch dann entdeckt er auf der Speisekarte neben dem Menü des Tages drei Fragen: »Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben?« Wie seltsam – doch einmal neugierig geworden, will John mithilfe des Kochs, der Bedienung und eines Gastes dieses Geheimnis ergründen.

Die Fragen nach dem Sinn des Lebens führen ihn gedanklich weit weg von seiner Vorstandsetage an die Meeresküste von Hawaii. Dabei verändert sich seine Einstellung zum Leben und zu seinen Beziehungen, und er erfährt, wie viel man von einer weisen grünen Meeresschildkröte lernen kann. So gerät diese Reise letztlich zu einer Reise zum eigenen Selbst.


Der Ruhestand ist eine Zeit X in der Zukunft. Ich würde dann genug Geld haben, um zu tun, was ich will. Es stünde mir frei, an allen Aktivitäten teilzunehmen, die mir Spaß machen, und ich könnte jeden Tag auf eine erfüllende Weise verbringen. Aber bis dahin? Eines Abends kam ich nach einem besonders unbefriedigenden Arbeitstag zu dem Schluss, dass es einen besseren Weg geben müsse. Mit der Zeit stellte ich fest, dass ich nicht mehr klar gesehen hatte, wie die Dinge laufen sollten. Dabei war es einfach, dass es verrückt war, warum ich nicht eher darauf gekommen bin. Aber ich hatte es nun mal nicht mehr klar erkennen können.


Bewertung

Wie lange hatte dieses Buch eigentlich auf meiner Wunschliste geschlummert? Ein Jahr? Zwei Jahre? Aber was war der ausschlaggebende Punkt das Buch nun doch endlich zu lesen? Es war ein Beitrag von Lilies Diary! Somit habe ich mich endlich dazu aufraffen können und bin mehr als glücklich darüber.

Ich habe schon von vielen Lesebegeisterten gehört, die dieses Buch lieben und als eine Art Wegweiser ansehen. Aber wieso? John Strelecky hat mit diesem Buch ein wahrhaftiges Meisterwerk geschaffen. Eigentlich will ich garnicht allzu viel verraten, da es mit gerade einmal 123 Seiten beinhaltet und ich wahrscheinlich viel zu viel erzählen würde.

Im Grunde genommen geht es darum, dass John nach einem mehr als schrecklichen Tag in einem Café ’strandet‘. Dieses Café ist jedoch kein Gewöhnliches, sondern bietet den Gästen einen ganz besonderen Service – es konfrontiert sie mit drei lebenswichtigen Fragen: Warum bist Du hier? Hast Du Angst vor dem Tod? Führst Du ein erfülltes Leben? Die Angestellten des Café’s der Fragen nehmen sich Zeit für ihre Kunden und führen diesen vor Augen, wie sie die Fragen am besten beantworten können. Mit vielen Geschichten und Erfahrungen weisen sie John immer mehr den richtigen Weg.

Eigentlich kann ich nur ein was sagen: dieses Buch ist definitiv ein Wegweiser um sich im Klaren zu werden, was man im Leben will. Ist es uns wirklich wichtiger zu sagen ‚Ich habe zwar viel Geld aber mache einen Job der mich nicht erfüllt.‘? Oder ‚Ich kaufe mir von meinem Geld viele Konsumgüter um mich besser zu fühlen.‘? So sollte es keineswegs sein. Dieses Buch verleitet den Leser dazu sich selbst diese Fragen zu stellen, nach seiner Bestimmung zu suchen und diese umzusetzen.

vier-punkte

Dieses Meisterwerk hat alle Punkte und noch mehr verdient!


Wenn ich für mich herausfinden würde, warum ich hier bin, und die Dinge täte, die dem Sinn und Zweck meines Daseins entsprechen, dann würde ich mir wahrscheinlich weniger Sorgen ums Geld machen. Das ist alles, was ich damit sagen will.


Fazit

Wer auf der Suche nach seiner Bestimmung ist und nicht genau weiß wie er danach suchen und dies umsetzen soll – ran an dieses Buch! Doch auch wenn keines dergleichen vorliegt … dieses Buch ist für jeden Leser gedacht. Egal welches Alter, welche Position im Leben, welche Suche …

Ich konnte selbst sehr viel aus dieser Geschichte mitnehmen und lege es wirklich jedem ans Herz! Begebt Euch so schnell wie möglich auf die Suche nach dem Sinn und vertrödelt keine Zeit mehr mit Dingen die Euch nicht weiterbringen oder erfüllen. Wir leben nun mal nur einmal – warum sollten wir unser Leben nicht genauso gestalten?


„Das ganze Leben ist eine tolle Geschichte, John! Einige Menschen erkennen bloß nicht, dass sie selbst die Autoren sind und die Geschichte so schreiben können, wie sie es möchten.“


unterschrift-cindy

„Alles über Heather“ – Matthew Weiner

DasBuch

AllesÜberHeather

Hier geht’s zum Buch!

Verlag: Rowohlt


Mit dem Kopf auf seiner Brust umschlang sie Mark in ihrer Nacktheit und offenbarte ihm, sie habe – wie er – unter der Grausamkeit der anderen leiden müssen, verstehe mittlerweile aber, dass man sich nie so sehen könne, wie einen die anderen sehen, und dass es durchaus in Ordnung sei, nach außen isoliert zu wirken, solange man nicht vergesse, dass man eben nicht so ist, wie andere einen sehen.


Klappentext

Mark und Karen Breakstone haben spät geheiratet. Bald kündigt sich Nachwuchs an, die Tochter wird auf den Namen Heather getauft, und die kleine, wie es scheint, recht perfekte Familie lebt ihr von materiellen Sorgen freies Leben in Manhattan. Doch das Dreieck Vater-Mutter-Kind ist labil. Heather, das von allen vergötterte Mamakind, verändert sich, als sie in die Pubertät kommt, sie wendet sich von der Mutter ab, die das nicht verkraftet.

Parallel erzählt Matthew Weiner das Schicksal von Bobby Klasky, Kind einer drogensüchtigen Prostituierten, geboren in die Hölle hinein. Sein Lebensweg führt ihn nach einer Vergewaltigung ins Gefängnis, wo ihm der letzte Rest von Menschlichkeit abhanden kommt. Als sich die beiden Geschichten kreuzen, kann es nur zur Katastrophe kommen. Und im Mittelpunkt steht, ohne es zu wissen, Heather.


Irgendwann aber merkte er, dass Karen und Heather wie eine geschlossene Einheit lebten, die ihn außen vor ließ. Seine Versuche, sich ihnen anzuschließen, wurden durch sein Unwissen vereitelt, und es stimmte ja auch, dass es für Karen einfacher war, alles selbst zu erledigen, statt ihm dabei zuzusehen, wie er sich abmühte, die Kleine anzuziehen oder die Tasche für einen Spaziergang im Park zu packen.


Bewertung

Ein Drama wie man es sich vorstellt … Eine Familie, die sehr schnell an den Folgen des Familienzuwachses zerbricht.

Weiner hat einen wundervollen Roman geschrieben von dem aufregenden Kennenlernen, bis hin zum Untergang der einst so großen Liebe. Der scheinbare Grund ist hierfür ihre Tochter Heather. Heather ist wunderschön, verdreht nicht nur ihren Eltern, sondern auch den Männern um sie herum die Köpfe. Ein Grund mehr sie in ihrem goldenen Käfig zu belassen und auf Schritt und Tritt zu kontrollieren. Doch Heather soll sich schon bald ihrem Schicksal stellen. Denn einer der Männer hat nichts Gutes mit ihr vor.

136 Seiten Spannung – deshalb habe ich dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen. Weiner hat eine sehr besondere Art zu schreiben. Es ist wie eine Mischung aus Lehrbuch und emotionsgeladenen Erzähler. Man kann es nicht wirklich beschreiben – was es wahrscheinlich gerade ausmacht. Der Wechsel der verschiedenen Perspektiven hat es nur noch besser gemacht. Die Geschichte von Karen und Mark. Heather’s Sicht auf die Dinge oder Bobby’s kranke Gedanken. Es hat einfach perfekt gepasst und miteinander harmoniert.

Das Cover ist ebenfalls sehr schön gestaltet und  durch den kartonartigen Einband macht es das Buch zu etwas Besonderem.

vier-punkte

Für dieses wundervolle, herzzerreißende Drama gibt es die volle Punktzahl.


Als sie zur 77th Street kamen, wo sie aussteigen mussten sagte sie „Bye-Bye“, und die Frau, die sich inzwischen wieder gefasst hatte, blickte Karen an un sagte, sie müsse die beste Mutter der Welt sein. Karen erwiderte, es sei nicht ihr Verdienst, sondern das ihres Kindes, und obwohl das bescheiden klang, wusste sie, dass Heather sich oft so benahm und wohl auf Erden war, um andere Menschen glücklicher zu machen.


Fazit

Weiner hat einen erstklassigen Roman erschaffen, indem er alle Phasen der Liebe durchläuft. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, schickt er die Leser auf eine Reise durch Liebe, Hass, Eifersucht und Kontrolle. Mit dem Ende der Geschichte rechnet niemand!

Einach wundervoll – ich hoffe, dass ich noch mehr von Weiner zu lesen bekomme.


Die Eltern des Mädchens, die Pförtner, ihre Freunde und selbst der Vorarbeiter, sie alle schienen ihre Leben genau wie Bobby auf das Mädchen auszurichten. Man wartete auf sie oder lief einen Häuserblock weit neben ihr her und blieb dann stets kurz stehen, um ihr nachzublicken.


unterschrift-cindy