Paulo Coelho Buch-Kalender „Freiheit“ 2018

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Hier geht’s zum Kalender!

Verlag: Diogenes


Die Leute sagen: Das Leben ist doch nicht so kompliziert. Aber das stimmt nicht! Alles auf dieser Welt hat zwei Seiten.

(-Die Spionin)


Ein absolutes Muss für jedes Jahr: der alljährliche Buch-Kalender von Paulo Coelho. Dieser Kalender vereint eigentlich zwei Dinge die ich besonders liebe: Organisation in Form von Kalender und philosophische Werke von Paulo Coelho.

Ich bin ein großer Fan von Coelho’s Werken. Auch wenn ich hierbei meist mehr Zeit benötige als ursprünglich bei anderen Büchern. Doch das macht er wieder mit seinen Worten gut – sie sind wirklich wie Balsam für die Seele.

Viele wird die bunte Aufmachung abschrecken, ich hingegen liebe es einfach. Jeder Kalender bekommt ein neues Motto. Für 2018 wurde „Freiheit“ ausgewählt und ich finde es sehr passend.

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Aufbau des Buch-Kalenders:

  • die Innenseiten des Einbandes haben kleine ‚Taschen‘, sodass man die Möglichkeit hat Zettel oder Fotos oder Ähnliches darin zu verstauen.
  • durch ein Lesebändchen weiß man immer, an welchem Tag man ist.
  • zu Beginn des Buches können persönliche Daten des ‚Besitzers‘ eingetragen werden.
  • vor Beginn des eigentliches Kalenders befinden sich zwei Jahresplaner.
  • jeder neue Monate beginnt mit einem Thema, einem Spruch und zwei bunt gestalteten Seiten.
  • zu Beginn eines jeden Monats befindet sich eine Seite für Notizen und Anmerkungen
  • immer zwei Tage sind für eine Seite vorgesehen und bieten genügend Platz für Termine oder Aufgaben.
  • auf jeder zweiten Seite befindet sich wieder ein Spruch aus Coelho’s Werken.
  • zum Ende einer jeden Wochen befinden sich einige Zeilen für Notizen oder allgemeine, wöchentliche Aufgaben.

 

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Für mich reicht dieser Buch-Kalender völlig aus, da ich noch ein Journal für meine gelesenen Bücher und einen Kalender für den Blog besitze. Ich liebe jeden von Coelho’s Kalendern und bin auch dieses Jahr wieder positiv überrascht und freue mich auf die wöchentliche Sprüche.

unterschrift-cindy

„Salz für die See“ – Ruta Sepetys

DasBuch

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Verlag: Königskinder



Die Mutter war ein Anker. Die Mutter bedeutete Trost. Die Mutter war das Zuhause. Ein Mädchen , das die Mutter verloren hatte, glich einem winzigen Boot auf einem zornigen Ozean.


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„Einmal im Jahr für immer“ – Sarah Ricchizzi

DasBuch

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Verlag: Selfpublishing


Alles wäre verloren.
Fort.
Kaputt.
Für immer.
Warum lebte die Welt noch, während sie selbst das Gefühl hatte, dass alles in Fetzen gerissen wurde?


Klappentext

Math ist tot.
Und Amelie Red fragt sich, weshalb sie noch weiterleben soll.
Wozu den Schein wahren, wenn der Tod so schwer auf ihr lastet?

In ihrer Trauer um ihren verstorbenen Ehemann, vergisst Amelie Red, wer sie einst gewesen ist und verliert sich in ihrer eigenen Gedankenwelt.
Dann klopft ein Clown unerwartet an ihre Badezimmertür und sprengt ihr Leben mit Abenteuern, die sie nicht erleben will.
Ein Clown lässt sich allerdings nicht so einfach ignorieren, schon gar nicht, wenn im eigenen Treppenhaus ein Regenbogen erscheint, eine Hüpfburg im Wohnzimmer thront und sie das Haus nicht mehr durch die Haustür, sondern durch ein Fenster betreten muss.


„Weißt du Raj, er ist noch überall. Versteckt. Mit seinen kleinen Wundern und Geheimnissen. Bitte, geh auf Reisen, such die Zuflucht irgendwo auf der Welt. Aber komm irgendwann zurück. Math ist hier, er wird immer hier sein. Hier sind seine Erinnerungen zu Hause, Raj.“


Bewertung

Ich habe mich dazu entschlossen, die Bewertung für dieses Buch nicht wie sonst zu schreiben. Heute werde ich meine Meinung in einen Brief an die Autorin formulieren. Ich denke so fällt es mir leichter, dass über das Buch auszudrücken, was ich wirklich denke. Außerdem passt ein Brief auch sehr gut zu dem Buch selbst…

Liebe Sarah,

ich bin hin und her gerissen. Da ist auf der einen Seite das Gefühl, das Buch feiern zu müssen, weil es wirklich fast an Perfektion grenzt und auf der anderen bin ich dir böse (erschrick jetzt bitte nicht, sondern lies erst weiter, du wirst verstehen, was ich damit meine). Ich bin dir ein bisschen böse, weil du mit deinem Roman „Einmal im Jahr für immer“ einen ziemlich wunden Punkt bei mir getroffen hast. Die Angst den Partner, die Person die man so sehr liebt, zu verlieren, kennt wahrscheinlich fast jeder. Ich selbst habe riesige Angst davor und  du hast mit deinem Buch genau diesen wunden Punkt getroffen. Ich will ehrlich sein: so wie bei deinem Buch, hab ich nicht mal bei „P.S. Ich liebe dich“ geweint (ich bin wirklich nah am Wasser gebaut). Auch deswegen bin ich dir ein wenig böse – ich sah nach der letzten Seite so verheult aus, das konnte man keinem mehr anbieten.
Du merkst es ist also ein „gutes böse“, denn dein Roman hat bei mir ins Schwarze getroffen, aber es ist eben ein Thema mit dem ich mich nicht gern beschäftige, aber denkt schon gern über solche Ängste nach?
„Einmal im Jahr für immer“ ist ein Buch, das so viele Emotionen in sich vereint, dass es eigentlich platzen müsste. Ich konnte jeder Zeit Amelies Gefühle nachvollziehen und habe eigentlich auf jeder Seite mit ihr gelitten. Ich fand es auch nicht übertrieben oder zu dramatisch – für mich hast du die Trauerthematik unglaublich echt und realistisch aufgearbeitet. Ich lehne mich jetzt mal ein wenig aus dem Fenster und sage: besser geht es nicht.
Auch die von dir geschaffenen Figuren konnten mich von der ersten Seite an überzeugen. Eigentlich sollte jedem der so etwas durchmacht ein Clown zustehen. Ich vermisse ihn übrignes ein bisschen, jetzt wo das Buch ausgelesen ist. Er hat so viel Farbe in Amelies Leben gebracht, dass es für mich das reinste Vergnügen war ihn dabei begleiten zu können. Er war eigentlich mein kleines Highlight in diesem Buch. Der Clown ist so stark und schafft es das scheinbar unmögliche, möglich zu machen. Er nimmt Amelie mit auf seine verrückten Abenteuer und nimmt sie so mit zurück ins Leben – das größte Geschenk was man ihr machen kann.
Dein Schreibstil passt auch wunderbar zu dem Gesamtbild des Romans. Zwar haben sich hier und da kleine Fehler eingeschliche, aber die habe ich wegen der Tränen in den Augen eh kaum gesehen.
Du hast wirklich einen tollen Roman geschrieben, den ich jedem weiterempfehlen würde. Hoffentlich gibt es bald noch mehr von dir zu lesen.

Liebe Grüße,
Laura


Sorge dafür, dass die Wände Farbe kriegen.
Bring etwas Kindheit in das Hau, in dem keine wohnen
Zeig ihr, dass sie mich hassen darf, für das, was ich ihr antue
Zerstör die Küche
Lass sie Whisky trinken
Feier ihren Geburtstag, egal wie lange ich bereits tot bin
Gib ihr Stift und Papier
Zwing sie zu leben
Sag iht, dass ich sie liebe


Fazit

„Einmal im Jahr für immer“ ist ein Buch, dass nicht mehr Emotionen vermitteln könnte. Ich habe geweint und gelacht und manchmal auch beides gleichzeitig.
Wer nah am Wasser gebaut ist, so wie ich, der sollte die Packung Taschentücher schon mal bereit stellen.
Hier vereinen sich eine tolle Story, ein angenehmer Schreibstil, toll gestaltete Charakter und der ein oder andere Stoff zum Nachdenken. Ich kann euch allen das Buch nur ans Herz legen.

unterschrift-laura

„Kiss me in Paris“ – Cathrine Rider

DasBuch

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Verlag: cbt


Projekt Romantik läuft einwandfrei. Nicht.


Klappentext

Paris, kurz vor Weihnachten. New Yorkerin Serena Fuentes wollte Paris eigentlich mit ihrer Schwester Lara erkunden, als diese sie schamlos versetzt. Kurzentschlossen quartiert sich Serena beim wildfremden Jean-Luc ein, der sich vor allem für seine Kamera zu interessierren scheint. Doch das ändert sich, als Serena und Jean-Luc eine verrückte, abenteuerlustige Tour durch die romantischste Stadt der Welt machen…


Ich werde nie verstehen, wie ich dich jeden Tag sehen kann und trotzdem das Gefühl habe, dich zu vermissen.


Bewertung

In „Kiss me in Paris begleiten wir Hauptprotagonistin Serena auf ihrer Reise nach Paris. Eigentlich wollte sie diese zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester unternehmen, um die Erinnerung an ihren Vater aufblühen zu lassen. Doch beide versetzen sie kurzfristig.

Um ehrlich zu sein, hatte ich mich vor diesem Hintergrund auf eine schöne, winter- bzw. weihnachtliche Geschichte gefreut, die einem auch mal eine andere Seite von Paris offenbart, als man sie schon kennt (Eifelturm etc.). Besonders durch den Einfluss des in Paris lebenden Jean-Luc habe ich gehofft, dass es in diesem Buch versteckte Plätze und andere Besonderheiten zu entdecken gibt. Das sich hier eine kleine kitschige Liebesgeschichte anbahnt wird ja auch bereits im Klappentext klar – stört mich aber nicht, in der Weihnachtzeit lese ich soetwas auch mal recht gern. Leider konnte mich das Buch aber überhaupt nicht überzeugen.

Zum einen erscheinen mir viele Handlungen wirklich unglaubwürdig. So wird Serena zum Beispiel einfach so von der Schwester sitzen gelassen, so was ist natürlich gar nicht schlimm… wer ärgert sich schon über sowas? Ein Punkt den ich außerdem kritisieren muss ist die Liebesgeschichte – ja ich weiß sowas wird oft übertrieben dargestellt, aber dieses Buch ist ein neuer Höhepunkt für mich: die große Liebe erkennt man hier nämlich nicht innerhalb von ein paar Wochen oder einigen Tagen wie sonst – nein es ist ein Tag. Ein einziger kurzer Tag, den zwei Fremde zusammen verbringen und es macht einfach „Bang!“ und sie wissen es. Ich hab wirklich kein Problem mit rosaroten Brillen und ein bisschen Kitsch… aber das war mir dann doch zu viel.

Auch das weihnachtliche ist in diesem Buch komplett verloren gegangen. Die Geschichte spielt zwar zu dieser Zeit, aber das war es auch. Wäre dieser Umstand nicht genannt worden, hätte der Zeitpunkt eigentlich auch jeder andere sein können.

Genauso wie der Geschichte das gewisse etwas fehlt, ist es leider auch bei den Figuren. Hier hat mire in wenig Tiefe gefehlt. Zwar wurden die beiden Hauptprotagonisten durch die Autoren gut beschrieben, aber auch hier haben sich wieder verschiedene Klischees wiedergespiegelt. Was mir außerdem gefehlt hat sind andere Charaktere. Zwar taucht hin und wieder ein zusätzlicher Protagonist am Rande auf, aber es geschieht nichts von Bedeutung – aber wie eigentlich auch, es ist ja nur ein Tag der abgehandelt wird.

Das einzig wirklich positive was ich diesem Buch abgewinnen kann ist der Schreibstil. Leicht und flüssig beschreibt Cathrine Rider hier die Geschehnisse. Für mich passt das gut zum Rest des Buches und natürlich auch zu der Zielgruppe, die die Autorin mit ihrem Young-Adult Roman erreichen will. Beschrieben wird die Geschichte dabei sowohl aus der Perspektive von Serana als auch von Jean-Luc. Wer im Mittelpunkt steht, wird durch die jeweilige Kapitelüberschrift verraten. Geschrieben sind die einzelnen Abschnitte dann jeweils in der Ich-Perspektive. Die Autorin fügt außerdem immer wieder den ein oder anderen Gedanken der Figuten ein, was die Charaktere dem Leser ein bisschen näher bringt.

Aufgrund der aufgezählten Kritikpunkte konnte mich das Buch insgesamt nicht überzeugen, daher vergebe ich 2 von 4 möglichen Punkten.

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Fazit

Ich habe Klischees erwartet wurde aber trotzdem damit überladen. Einige unglaubwürdige Handlungen tragen noch dazu bei, dass ich manchmal nur noch den Kopf schütteln wollte beim Lesen. Zusätzlich ist von der, vor allem durch das Cover versprochenene, Weihnachtsstimmung nichts zu merken. Ich kann das Buch nicht wirklich empfehlen.

unterschrift-laura

„Und wenn die Welt verbrennt“ – Ulla Scheler

DasBuch

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Verlag: heyne fliegt


Wenn es regnet, ist die Welt lauter und wilder und weiter. Wenn es regnet, fühle ich mich mit der Welt mehr verbunden. Ich kann nicht in meinen Gedanken versinken, wenn die Welt auf mich tropft, tropft, tropft.


Klappentext

Er ist ein Junge mit bunten Kreiden, der Menschen in Bildern auf dem Asphalt einfängt. Sie ist ein Mädchen mit einem dunklen Geheimnis, das niemand an sich heranlässt. Felix und Alisia. Beide leben in ihrer eigenen Welt, bis sie sich durch Zufall begegnen. Und plötzlich ist es ausgerechnet Alisia, die Felix versteht wie niemand sonst. Zusammen sind sie stark, fast unschlagbar. Bis ein Haus brennt und Alisia von den Schatten der Vergangenheit eingeholt wird…


Ich habe Angst, dass er dich findet.
Ich habe Angst, dass du wieder verschwindest.
Ich habe Angst, dass niemand mich je ganz sieht.
Ich habe Angst, dass Felix mich ganz sehen könnte.
Ich habe Angst, dass er dann geht.


Bewertung

„Und wenn die Welt verbrennt“ ist ein unheimlich intensives Buch. Ich habe schon viele durch und durch positive Rezensionen gelesen – mich konnte es leider nicht komplett überzeugen.

Mit Felix und Alisia hat Ulla Scheler zwei sehr emotionale und tiefe Charaktere geschaffen. Sie sind beide unheimlich vielschichtig, ich musste lange warten, bis ich vor allem für Alisia ein Gefühl entwickeln konnte. Trotz der intensiven Gestaltung oder der unzähligen Emotionen, welche im Buch vermittelt werden, bin ich mit ihr nicht recht warm geworden. Sie wirkt immer zerbrechlich, als wäre sie eine einzelne Blume im Sturm. Ich selbst mag lieber laute Charaktere, die sich nicht verstecken – es ist eben eine Geschmackssache. Felix dagegen hat mich von Beginn an fasziniert mit seiner einfühlsamen und vorsichtigen Art. Für einen männlichen Hauptcharakter ist er eher außergewöhnlich – lieb, auch sehr emotional und ruhig, durch und durch eine Künstlerseele.

Wer deutliche Höhen und Tiefen in einem Buch sucht, wird sie hier, meiner Meinung nach, nicht finden. Zwar führt die Geschichte zu einem bestimmten Punkt hin und es ist ein leichter Spannungsbogen zu erkennen, jedoch fehlt mir hier einfach der große Knall. Das Geheimnis, was Alisia hat war mir persönlich einfach zu klein, ich war nicht wirklich schockiert. Da hatte ich mir aus dem Klappentext ein wenig mehr erhofft. Ich konnte zwar auf Grund der Geschehnisse ihr Verhalten viel besser nachvollziehen und mich besser in sie hineinversetzen, aber wie gesagt: DAS DING, war es für mich irgendwie nicht.

Der Schreibstil der Autorin war für mich passend zu dem Buch selbst. Ihr Stil ist schwerer, als man es von anderen Jugendromanen erwartet. Da hier allerdings ganz klar die verschiedenen Emotionen im Mittelpunkt stehen, fand ich das sehr passend. Ein leichter fließender Stil hätte hier nicht gepasst.

Insgesamt hat mir das Buch trotz der Kritikpunkte gut gefallen. Es ist eindeutig mal etwas anderes. Ich vergebe für das Buch 3 von 4 Punkten.

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Fazit

Durch starke Emotionen und tiefgründig gestaltete Charaktere kann dieses Buch überzeugen. Allerdings war mir die Auflösung des angekündigten Geheimnisses ein wenig zu „flach“. Da hatte ich mir einfach mehr erhofft.

unterschrift-laura

Die Schlange von Essex – Sarah Perry

DasBuch

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Verlag: Eichborn


Klappentext

London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.
Anmutig und intelligent erzählt dieser Roman – noch vor allem anderen – von der Liebe und den unzähligen Verkleidungen, in denen sie uns gegenübertritt.


Bewertung

Dieses Buch nimmt den Leser mit in das Leben von Cora Seaborne und damit in eine Zeit vor über 100 Jahren. Erzählt wird die Geschichte einer Frau die sich nach dem Tod ihres Mannes endlich selbst befreit, ihr Leben in die eigenen Hände nimmt, sich endlich selbst kennenlernen will  und sich dabei zwischen gesellschaftlichen Zwängen und dem Aufbruch der Frauen im damaligen England wiederfindet.

Für mich eine gute Grundlage für einen tollen Roman – Potential ist auf jeden Fall vorhanden. Leider war ich am Ende eher enttäuscht von dem Buch, es konnte mich einfach zu keinem Punkt zu 100% packen.
Dies schreibe ich zum einen dem Schreibstil zu. Er ist sehr umfangreich, ausschweifend und wirklich auch irgendwie unheimlich schwer. Dies bezieht sich dabei nicht auf detaillreiche Beschreibungen oder große Verwicklungen. Ich hatte viel mehr das Gefühl, dass in einem Satz viele Informationen gegeben wurden, von denen leider nur 1/3 für das Buch und den Fortgang der Geschichte relevant waren – jedenfalls gefühlt. Dadurch hatte ich oft das Problem, dass ich mich an den falschen Informationen festgehalten habe und dann einfach aus dem Geschehen raus war.

Außerdem konnte ich keinen wirklichen Spannungsbogen in der Geschichte erkennen. Die Handlung schien zu großen Teilen nur vor sich hinzuplätschern, es gab nur sehr wenige Höhen, alles schien recht monoton zu verlaufen. Oft hatte ich das gefühlt ‚jetzt gehts los‘ und wurde dann doch enttäuscht.

Was mir positiv aufgefallen ist, ist die Vielfalt der verwendeten Protagonisten. Verschiedenste Charaktere, Eigenschaften und Verhaltensweisen liefern hier einige Abwechslung. Bei einigen Figuren wusste ich bis ans Ende nicht was ich von ihnen halten soll, anderen wiederum waren schnell durchschaubar und recht einfach gestrickt und wieder anderen schreibe ich im Nachhinein eindeutig eine psychische Störung zu. Es war hier wirklich von jeder erdenklichen Richtung etwas dabei.

Wie im Klappentext angekündigt begegnet dem Leser die Liebe hier wirklich in verschiedensten Varianten – erwidert oder auch nicht. Zwischen Mann und Frau, Mensch und Tier, zwischen Freunden und so weiter. Auch hier konnte dem Leser ein vielfältiges Bild vermittelt. Allerdings hatte ich hier an einigen Stellen das Gefühl, dass hier nur an der Oberfläche gekratzt wurde – für mich hätte es einfach mehr sein dürfen, tiefere Gefühle, stärkere Emotionen. Vieles erschien mir hier wie in ein enges Korsett gezwängt, als dürfe es nicht herauslassen werden. Ich denke so kann ich auch das Gefühl beschreiben, dass ich an einigen Punkten beim Lesen empfunden habe. Eingezwängt, als dürfte die Geschichte mit all ihren Facetten und wunderbaren Seiten nicht herausgelassen werden. Am Ende passt das ja zu dem Frauenbild der damaligen Zeit – normal sein, lächeln und nur nicht auffallen, am besten nur ruhig dasitzen. Aber eben weil die Hauptprotagonistin Cora sich nichts aus diesen Zwängen macht und ihren eigenen Weg finden will, habe ich hier etwas mehr erwartet.

Insgesamt bewerte ich das Buch mit 2 von 4 möglichen Punkten.

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Fazit

Zwar überzeugt das Buch durch eine wunderschöne Aufmachung, welche bis ins letzte Detail durchdacht ist – angefangen bei dem wirklich schönen Schutzumschlag bis hin zu dem schuppenartig geprägtem Buchrücken. Allerdings konnte mich das innere nicht überzeugen. Kurz gesagt war mir die Geschichte einfach zu flach, fast schon ein bisschen langweilig. Vielleicht würde es einem Liebhaber von Literatur aus bzw. von dieser Zeit besser gefallen.

unterschrift-laura

„Wir müssen über Kevin reden“ – Lionel Shriver

DasBuch

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Verlag: PIPER


Vielleicht war es unaufrichtig von mir, zu Beginn meines letzten Briefes so zu tun, als ob ich am Ende eines Tages, wenn wir uns trafen, immer alles erzählte. Im Gegenteil, der Impuls, dir zu schreiben, rührt auch daher, dass mir der Kopf wegen all der kleinen Geschichten fast platzt, die ich dir nie erzählt habe.


Klappentext

Kurz vor seinem sechzehnten Geburtstag richtet Kevin in der Schule ein Blutbad an. Innerhalb weniger Stunden ist das Leben seiner Familie nicht mehr, wie es war. – Lionel Shriver erzählt aus der Sicht einer Mutter, die sich auf schmerzhafte und ehrliche Weise mit Schuld und Verantwortung, mit Liebe und Verlust auseinandersetzt. Hätte sie ihr Kind mehr lieben sollen? Hätte sie das Unglück verhindern können? Ein höchst aktueller Roman von erschütternder Klarheit und stilistischer Brillanz.


Bewertung

Als ich das Buch vom PIPER-Verlag erhalten habe, bin ich sehr leichtsinnig damit umgegangen. Wir Menschen neigen dazu uns für verbotene Dinge zu interessieren. Ebenso geht es mir. Ich habe mich immer für absurde und schreckliche Dinge interessiert – Amokläufer, Serienmörder … was bringt sie zu solch einen grauenhaften Taten. Meine Neugierde in Bezug auf das Buch hat sich jedoch schnell gelegt, als ich bemerkt habe welch überaus emotionales Buch ich in den Händen halte.

Ein Teenager entscheidet sich dazu sein Schule zu stürmen und Mitschüler zu töten. Unser Menschenverstand bemitleidet die Familien der Toten, doch was ist mit der Familie des Täters? Sollten nicht auch diese Menschen Mitleid erhalten? Menschen, denen ebenso ihr Kind genommen wurde und die sich nicht erklären können wie es zu einer solch schrecklichen Tat kommen konnte? Ebenso ergeht es Eva, Kevins Mutter, deren Leben sich von ein auf die andere Sekunde in die Hölle gewandelt hat. Trage ich Schuld an dieser Tat? Hätte ich es wissen müssen? Was hätte ich tun können? All diese offenen Fragen, welche sie versucht mithilfe von Briefen an ihren (Ex-)Mann zu beantworten.

Shriver hat einen Roman geschaffen der Gänsehaut bringt, einem das Blut in den Ader gefrieren lässt und Seiten der Trauer in einem Menschen hervorruft, die man bisher nicht kannte. Die Form von Briefen verstärkt diesen emotionalen Roman nur umso mehr. Der gesamte Roman wird von solch traurigen Rückblicken auf das Leben der Familie begleitet, dass man als Leser nicht anders kann als einfach mitzufühlen.

Ich habe mich persönlich bei diesem Buch gegen viele Zitate entschieden, da ich es aus persönlichen Gründen doch relativ unpassend fand – irgendwie so, als würde ich geheime Gedanken und Erinnerungen weiterplappern. Haltet mich ruhig für verrückt, aber irgendwie fühlt es sich genauso an.

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Ich finde keine Kritikpunkte – ich finde auch, dass Kritikpunkte ebenfalls unangebracht wären. Danke an Shriver für diesen hochemotionalen Roman und den einblick eine so verlorene Seele die versucht wieder Fuß im Alltäglichen zu fassen.


Fazit

Achtung zukünftige Leser (!) – dieser Roman ist wirklich nichts für schwache Nerven und keineswegs leichte Lektüre. Ich denke, dass ich den Roman noch einmal lesen werden. Jedoch muss etwas Zeit verstreichen. Also, wer ihn noch nicht gelesen hat und es sich zutraut kann ihn gerne lesen. Diesen Roman lege ich Jedem ans Herz.

Wir sollten Menschen nicht sofort verurteilen und uns immer wieder bewusst machen wie glücklich wir sein können, ein solch wunderbares Leben zu haben.


unterschrift-cindy

„Ein Zuhause für immer“ – Gill Lewis

DasBuch

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Verlag: dtv


„Und wenn das Licht vom Himmelszelt verschwunden ist, dann beobachten wir, wie sie zu Hunderten, zu Tausenden kommen. Wir sehen zu, wie sie sich in den Bäumen niederlassen, als seien sie hell leuchtende rote Laternen vor dem dunklen Nachthimmel.“ Red zieht seine Decke fester um sich. „Und wir sind immer zusammen?“ „Immer“, sage ich.


Klappentext

Wenn das Jugendamt vorbeikommt, räumt Scarlet die ganze Wohnung auf – nur ihr eigenes Zimmer macht sie unordentlich, damit es authentischer wirkt. Und auch sonst führt Scarlet kein normales Teenagerleben. Sie kümmert sich um ihren autistischen Bruder Red, für den sie die einzige Bezugsperson ist. Das geht so lange gut, bis ihre Mutter mit einer Zigarette in der Hand einschläft. Zwar werden alle aus der brennenden Wohnung gerettet, doch nun werden die Geschwister getrennt. Scarlet kommt in eine liebevolle Pflegefamilie. Aber wo ist Red? Scarlet weiß genau, dass ihr Bruder ohne sie verloren ist.


Nur wenn Red so in eine Sache versunken ist, komme ich zum Lesen und kann in anderen Welten als meiner eigenen leben. Der Zoo ist Reds Zufluchtsort, Bücher sind meiner.


Bewertung

Wie viele überforderte Mütter werden sich wohl hinter verschlossenen Türen befinden? Egal welche Ursache dies hat – aber es gibt sie. Und auch wenn es für uns unvorstellbar ist, so gibt es doch genug Kinder, welchen die eigene Kindheit geraubt wurde und die bereits in jungen Jahren mit Aufgaben der Erwachsenen konfrontiert werden. Genauso ist es bei Scarlet und Red. Während ihre Mutter seit Ewigkeiten in einer großen Depression gefangen ist und ihrem Verflossenen nachtrauert muss Scarlet nicht nur für sich sorgen. Nebenbei gibt es da ja noch Red, ihren kleinen Bruder, welcher ganz besondere Aufmerksamkeit benötigt und selbst die Mutter ist auf die Hilfe ihrer gerade einmal 12-jährigen Tochter angewiesen.

Ich habe mich sofort in Scarlet und Red verliebt. Lewis hat eine so bezaubernde und unzerstörbare Geschwisterliebe erzählt, welche ich nur sehr selten gelesen habe. Bei jeder Seite wurde mir wärmer ums Herz und es sind auch einige Tränen geflossen. Scarlet ist ein so erwachsenes und dennoch kindliches Mädchen. Sie stämmt Aufgaben, welche ihr noch nicht aufgetragen werden sollten, beschützt ihren Bruder mit all ihrer Stärke und will doch nur in eine glückliche Familie mit einem normalen Alltag und Freunden. Red ist zwar ‚anders‘, aber ein so liebevoller Junge. Ich fand es bemerkenswert, wie sehr er sich für alle Arten von Vögeln interessiert hat. Er kannte jeden Einzelnen auswendig und hatte ein Gespür dafür, was sie brauchen. Und da ist da noch Madame Popescu – aber hier will ich nicht allzu viel verraten.

Generell hat Lewis eine wundervolle Geschichte erschaffen. Es hat sich Alles sehr einfach und flüssig gelesen. Lewis hat mir Tränen der Freude und der Trauer verschafft und das mit gerade einmal 217 Seiten. Des Weiteren fand ich es sehr gut, dass sich am Ende des Buches ein von ihr geschriebener Brief an die Leser befindet, welcher das gesamte Buch noch einmal genauer erläutert.

Die Aufmachung des Buches ist sehr schön. In den Innenklappen befinden sich Zeichnungen von Vögeln aller Art. Auch auf den einzelnen Kapiteln finden sich diese wundervollen Zeichnungen wieder. Des Weiteren ist der Buchumschlag auch sehr toll gestaltet – was sich nach Lesen des Buches nur noch mehr herauskristallisiert.

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Es gibt rein garnichts zu meckern und somit volle Punkte für dieses wundervolle Buch.


Ich bin ein Novum. Tragisch. Interessant. Wenigstens für den Augenblick. Ich schreibe ein neues Drehbuch für mein Leben und radiere die Vergangenheit aus. Ein neues Leben. Eine Lüge. Ein neues Ich. Ist es das, was geschieht wenn du ins Leben eines anderen schlüpfst und dein eigenes hinter dir lässt? Was passiert, wenn mich jemand nach meiner Familie fragt? Radiere ich dann Red auch aus meinem Leben?


Fazit

Ich wüsste nicht einen einzigen Punkt, welcher gegen das Kaufen und Lesen des Buches spricht. Kauft es Euch – lest es – und staunt! Staunt über eine ganz andere Kindheit als wie wir sie kennen und wie eine unerklärliche Geschwisterliebe allem Stand hält was ihnen in die Quere kommt. Bitte lest es!

 


Wo Red wohl gerade ist? Ich stelle mir vor, wie er in sich zusammengesunken dasitzt und die Arme fest um seinen Kopf schließt. Vielleicht weiß er, vielleicht fühlt er, wie ich meine Flügel ausbreite, um mich in die Lüfte zu erheben und irgendwohin zu fliegen, wohin er mir nicht folgen kann.


unterschrift-cindy

Bourbon Sins – J. R. Ward

DasBuch

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Verlag: LYX


Doch die Engel mussten ihren Anteil haben, wie es ihr Recht war und wie es ihnen zustand.


Klappentext

Nach dem Tod des Familienoberhaupts hängt die Bourbon-Dynastie der Bradfords am seidenen Faden. Der Patriarch hat nicht nur das Unternehmen hoch verschuldet hinterlassen, nun entpuppt sich sein vermeintlicher Selbstmord auch noch als Mord. Unter Verdacht gerät der älteste Sohn Edward, den sein Vater um alles gebracht hat, was die Zukunft für ihn bereithielt. Während sein jüngerer Bruder Lane alles daran setzt, das Familienunternehmen zu retten, liegt das Schicksal der Bradford Bourbon Company nun ausgerechnet in den Händen ihrer größten Konkurrentin, der Frau, die Edward über alles liebt, aber unerreichbar für ihn scheint…


Bewertung

Mit „Bourbon Sins“ holt uns die Autorin zurück in die reiche und glamouröse Welt der Welt der Familie Bradford. Meine Rezension zum ersten Teil der Reihe findet ihr, wenn ihr HIER klickt.

Der Einstieg ist mir gut gelungen und das obwohl der erste Teil doch schon eine Weile hinter mir liegt. Was mir hier besonders gut gefallen hat ist, dass „Bourbon Sins“ an einer Stelle beginnt bevor „Bourbon Kings“, also der erste Teil, geendet hat. Diese Wiederholung ist dabei überhaupt nicht langweilig oder überflüssig gewirkt, das die Erzählung der Ereignisse noch einmal von einer anderen Perspektive ausgeht.

Auch der Schreibstil knüpft an den des ersten Teiles an. Er ist flüssig und vergleichsweise leicht, wodurch sich das Buch angenehm und zügig lesen lässt. Was mir wieder gut gefallen hat ist, dass J. R. Ward auch hier wieder mit vielen Informationen bezüglich der Bourbonherstellung aufwartet, wobei ich einfach davon ausgehe, dass diese gut recherchiert und somit auch richtig sind. Diese Punkte bereichern meiner Meinung nach den Roman um einiges und heben ihn somit auch ein bisschen von anderen, ähnlichen, Büchern ab.

Bezüglich der Handlung selbst werden die Stränge aus dem ersten Teil gut aufgegriffen und weiter verarbeitet. Für mich hat gier allerdings eindeutig das Tempo der Geschichte nicht gestimmt. Insgesamt schien sich die Handlung zu langsam zu entwickeln. Vieles hat sich gezogen und durch die für mich starke Orientierung an dem Unternehmen und den damit verbundenen Handlungen wurden leider auch die zwischenmenschlichen Dinge ein wenig vernachlässigt. Ich hatte so ein bisschen das Gefühl, dass die Protagonisten auf der Stelle treten und irgendwie nicht so richtig weiter kommen (mit Ausnahme von Gin, das muss ich zugeben). Ich hatte mir hier einfach eine größere Entwicklung in ihren Beziehungen zueinander gewünscht. So hat mir auch bei Protagonisten, die erst in diesem Band so richtig auftreten, wie zum Beispiel die Mutter oder der Jüngste der Geschwister, eine gewisse Tiefe gefehlt, ich hoffe, dass hier im dritten Band der Reihe einiges nachgeholt wird.

Auch insgesamt hatte ich ein wenig das Gefühl, dass es sich hierbei um einen „Übergangsband“ handelt. Das Buch ist dabei auf keinen Fall schlecht, es hängt für mich aber dem Vorgänger, der mir ja sehr gut gefallen hat, ein bisschen hinterher. Der Dritte Teil holt hoffentlich wieder ein bisschen auf. Deswegen vergebe ich 2 von möglichen 4 Punkten.

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Du warst eine Kriegerin ohne Schlachtfeld, Gin. Eine Kämpferin ohne Gegner und hast jahrelang gegen alles und jeden um dich herum gekämpft, nur um dich auszupowern.


Fazit

Das Cover passt so wunderbar zum ersten Band – die Inhalt will es nicht so recht… Es ist eben ein Übergangsteil, der seine Stärken und Schwächen hat. Ich hoffe hier stark auf eine Verbesserung im nachfolgenden Teil. Die größte Schwäche war für mich das fehlende Tempo der Geschichte. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Band – ich bin neugierig und will wissen, wie es mit der Familie weiter geht. 🙂

unterschrift-laura