Rotkäppchen und der Hipster-Wolf – Nina MacKay

DasBuch

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Verlag: Drachenmond Verlag


„Bei den ganzen Allüren und Traumata der Helden bei uns im Märchenwald würde ein Psychiater sicher gut verdienen. Leider haben wir nur Möchtegern-Psychiater zu bieten, die noch gestörter sind als ihre Patienten.“ S.8


Klappentext

Im Märchenwald ist die Hölle los. Alle Happy Ends wurden gestohlen! Cinderella, Schneewittchen und Co beschließen, ihre verschwundenen Prinzen zu retten, wozu sogleich eine „Verhöre-und-Töte“-Liste der Verdächtigen erstellt wirde.

1. Wölfe töten
2. Hexen töten
3. böse Stiefmutter töten (wobei das oft mit Punkt 2 einhergeht)
4. böse Feen töten

Nur Red findet die Idee äußerst schwachsinnig. Doch dann taucht ein gutaussehender Hipster auf, der mehr über die verschwundenen Prinzen zu wissen scheint. Schnell stellt sich heraus, dass Everton eigentlich ein Werwolf ist und auf der Liste der durch die Prinzessinnen bedrohten Arten steht. Red bleiben plötzlich nur sieben Tage, um die Prinzen zu finden, bevor sie Ever ausliefern muss. Doch warum will gerade er eigentlich die Hapy Ends zurückbringen? Benutzt er Red nur für seine eigenen Zwecke? Sicher ist jedoch: In Reds Leben nimmt ab sofort die Zahl der Hipsterwitze wahnwitzige Ausmaße an, sehr zum Leidwesen von Ever…


„Hier Leben einfach alle nach dem Motto: lieber etwas unheimlich Dummes gemacht, statt einmal nachgedacht!“


Bewertung

„Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ war für mich ganz klar ein Cover- bzw. Titelkauf. Ich finde das Cover wirklich super gestaltet, weil es einige märchenhafte aber hipsterbezogenen Elemente vereint und somit super zum Titel passt. Außerdem ist es auch irgendwie ein bisschen verrückt und passt damit auch super zum Inhalt des Buches.

Die Geschichte selbst ist auf jeden Fall eins: humorvoll. Vieles wirkt skuril und ein bisschen verrückt aber auf eine sehr positive Art. Das merkt man zum einen in Nina MacKays lockeren und fließenden Schreibstil, aber auch in der Figurengestaltung der verschiedenen Figuren.
Am meisten habe ich Red und Ever in mein Herz geschlossen. Sie haben beide einen trockenen Humor und nehmen sich gegenseitig ein bisschen auf die Schippe und nehmen sich dabei vor allem selber nicht so ernst. Trotzdem haben alle Charaktere natürlich auch Eigenschaften, die zu den Märchen passen, aus denen sie stammen. So hat z.B. Rotkäppchen Angst vor Wölfen, Rose schläft andauernd ein und Rapunzels meterlanger Zopf darf natürlich auch nicht fehlen. Neben diesen klassischen Eigenschaften hat die Autorin aber auch sehr moderne Elemente in ihr Buch einfließen lassen und holt damit die Märchenwelt ins 21. Jahrhundert. Cinder ist immer und überall nur mit Selfie-Stick anzutreffen und Schneewittchens magischer Spiegel ist der beste Hacker weit und breit. Red bloggt über ihre coolen Flechtfrisuren und auch die anderen sind mittlerweile sehr social media-affin. Hier liegt auch der Witz des Buches, denn die Autorin schafft es diese „moderne Welt“ vor allem zu Beginn des Buches recht humorvoll in den Märchenwald einfließen zu lassen. Allerdings liegt hier für mich auch ein kleiner Kritikpunkt denn leider hatte ich das Gefühl, dass irgendwie immer wieder die gleichen Witze gemacht wurden. Da war eben immer wieder der unpassende Selfie-Stick, Rapunzel schlief immer wieder ein und Cinder postete ständig Geheimnisse, die dann eben nicht mehr so geheim waren.

Die Story selbst ist gut geschrieben. Es gibt immer wieder Abwechslung und eigentlich wird es nie langweilig um die doch ein bisschen naiven Prinzessinnen auf der Suche nach ihren Prinzen. Besonders gut gefallen hat mir hier, das die Autorin immer wieder verschiedene Welten eingebaut hat. Neben verschiedenen Reisen durch den Märchenwald begleitet der Leser den verrücken Trupp auch nach Wonderland, Neverland und in das Morgenland und hat so immer wieder viele neue Kleinigkeiten und Märchen zu entdecken, die in die Geschichte einfließen.
Trotzdem hat mir irgenwie etwas gefehlt und weil ich am Ende doch ein bisschen genervt von den oft wiederkehrenden Witzen war, vergebe ich 3 von 4 Punkten.

drei-punkte


„Vielleicht sollten wir zuerst alle umbringen und danach Fragen stellen“


Fazit

„Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ ist für mich eine unterhaltsame, lustige und sehr interessante Geschichte über bekannte Märchen-Charaktere mit ganz eigenen Herausforderungen. Leider konnte es mich nicht komplett überzeugen und ich denke, ich werde erstmal ein bisschen Zeit vergehen lassen, ehe ich mich auf den zweiten Teil stürze.

unterschrift-laura

„Die Dreizehnte Fee – Erwachen“ – Julia Adrian

DasBuch

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Verlag: Drachenmond


Es war einmal – so beginnen die Märchen und so begann auch mein Leben. Und es hätte tatsächlich ein  Märchen wetden können, doch das ist lang, lang her. So lange, dass sich die Jahre zu Staub verwandlen, zu Bruchstücken einer sich selbst vergessenen Zeit.


Klappentext

Ich bin nicht Schneewittchen. Ich bin die böse Königin.

Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnissvollen Hexenjäger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung.

„Kennst du das Märchen von Hänsel und Gretel?“ frage ich flüsternd. Er braucht mir nicht zu antworten, er weiß, dass nicht alle Märchen wahr sind. Nicht ganz zumindest.

Es gibt keine Happy Ends, es gabs sie nie. Für keine von uns.


Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
So einden die Märchen, nur dass es kein Ende ist, sondern ein ewiges Fortbestehen. Ein Segen, zugleich ein Fluch.


Bewertung

Mit ihrer Reihe „Die Dreizehnte Fee“ nimmt uns Autorin Julia Adrian mit in eine Welt der Märchen. Die Hauptprotagonistin ist Lilith, sie ist die dreizehte Fee. Vor tausend wurde sie von ihren Schwestern betrogen und hintergangen und ist nun nach Rache aus. Zusammen mit dem Hexenjäger sucht sie eine Schwester nach der anderen auf und stellt sich ihnen entgegen.

Mich konnte das Buch von der ersten Seite an packen. Ich bin sowieso ein großer Fan von Märchenadaptionen und Julia Adrain schafft es unzählige Märchen in ihrem Werk zu einer Geschichte zu flechten, sie zu kombinieren und miteinander in Einklang zu bringen. Dieser Punkt hat mir sehr gut gefallen – man kann immer wieder bekannte Sachen entdecken und ich hatte auch das Gefühl, dass ich einige Charaktere schon kannte.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Er ist denen der Märchen recht ähnlich – kurz und knackig eben. Es gibt keine langen Sätze, Verschnörkelungen und ausschweifende Beschreibungen. Zu Beginn war ich damit ein bisschen unzufrieden, konnte mich aber recht schnell daran gewöhnen. Im Nachhinein finde ich den Schreibstil passend zu dem Gesamtkonzept des Buches. Hier wird ein Märchen erzählt, wenn auch aus einer anderen Perspektive als man sie bisher kennt, deswegen finde ich es gut, dass der Stil dem der ursprünglichen Märchen ähnelt.

Allerdings führt der Schreibstil auch dazu, dass die Geschichte in einem ziemlich flotten Tempo erzäht wird, für mich manchmal ein wenig zu schnell. Dadruch hat es für mich an manchen Stellen etwas gehetzt und „gewollte“ gewirkt. Allerdings hielten sich diese Abschnitte in Grenzen, wodurch der Gesamteindruck nur ein wenig gemildert wurde.

Wer tiefgründig und vielfältig gestaltete Figuren sucht, der ist mit diesem Buch leider falsch beraten. Die Autorin greift im Verlauf der Handlung immer wieder auf Stereotypen zurück: die böse Königin, der Hexenjäger, die Giftmischerin, das Rattenbiest, die Kinderfresserin, die Brunnenhexe, die Eishexe oder das Orakel. Schon der Name sagt hier meistens ausreichend über den jeweiligen Charakter aus. Für mich war das aber nicht schlimm, denn wie beim Schreibstil muss man auch hier sehen (zumindest meiner Meinung nach) was man für ein Buch vor sich hat. Julia Adrian passt ihre Märchenadaption wirklich gut an die ursprünglichen Märchen an und Märchen leben nunmal von einfachen Figuren, die sich einfach in Schubladen stecken lassen. Ich möchte diesen Punkt deshalb nicht negativ bewerten.

Und doch hat mir irgendetwas gefehlt in diesem Buch, etwas das mich richtig begeistert. Ich kann euch nicht genau sagen was es ist, wahrscheinlich einfach „Das gewisse Etwas“.
Daher gebe ich 3 von 4 Punkten.

drei-punkte


Unsere Leben scheinen endlos, unsere Geschichten fantastisch. Sie füllen die Bücher, die Träume der Kinder – und deren Alpträume. Wir waren niemals dazu bestimmt, gut zu sein, zumindest die meisten von uns. Hexen – so nennen sie uns heute. Der Schrecken braucht einen Namen, um ihm die Angst zu nehmen. Und um ihn zu jagen.


Fazit

Insgesamt hat mir „Die Dreizehnte Fee – Erwachen“ gut gefallen. Die Vielzahl der eingesetzten Märchen und die Anpassung an die originalen, alten Geschichten der Gebrüder Grimm und Co konnten mich insgesamt überzeugen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen.

unterschrift-laura

„Ein Himmel aus Lavendel“ – Marlena Anders

DasBuch

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Verlag: Drachenmond


„Es hat nichts mit Mut zu tun, seinen Weg gehen zu wollen“


Klappentext

Deine Seele gegen eine Gabe. Oder einen Fluch?

Es heißt, es sei gar nobel, sein Leben für das eines geliebten Menschen zu geben. Doch niemand hat davon gesprochen, wie es sich anfühlt, diejenige zu sein, die diese Bürde auf sich nimmt. Darf man eine solche Entscheidung bereuen?

Diese Frage stellt sich Emery in ihren dunkelsten Momenten. Denn weder ihre Mutter noch ihre Schwester wissen, auf was sie alles verzichtet, um ihnen ein normales Leben zu ermöglichen. Ein Fremder war es, der ihr für ihre Seele eine Gabe versprach – die Fähigkeit, in gefährlichen Situation wie ein Phönix in Flammen aufzugehen. Doch auch wenn der Phönix für neues Leben steht, bringt jede Verwandlung Emery einen Schritt näher an den Tod.

Um dies zu verhindern, macht sich Emery verzweifelt auf die Suche nach einer Möglichkeit, um den Handel rückgängig zu machen. Dabei soll ihr Nael helfen, der ihr eine Ausflucht aus ihrem alten Leben bietet. Aber ihm sind seine eigenen Dämonen dicht auf den Fersen …


Es gibt kein Risiko. Wenn die Luft einmal dünn werden sollte, kannst du dich einfach in Luft auflösen, Emery. Ein Wunder, stell es dir vor! In Luft! Wer kann das schon?


Bewertung

Im Mittelpunkt des Buches stehen Emery und Nael. Beide haben eine Fluch auf sich genommen, um andere zu schützen. Während sich Emery immer mehr in ein gefiedertes Wesen verwandelt und Angst hat, nach der nächsten Verwandlung nur noch aus Stein zu bestehen, wird Nael von Albträumen gequält, in denen er immer wieder sieht, wie er seine Lieben eigenhändig ermordet.

Das Setting der Geschichte ist wirklich wunderschön und einzigartig. Avize heißt die Stadt, in der beide leben. Sie erinnert mich sehr, an ein Venedig aus früherer Zeit. Der Kern besteht aus wunderschönen Herrenhäusern und um die Stadt herum befidnet sich eine wunderschöne Landschaft. Die Bewohner tragen immerzu edle Kostüme und das wichigste sind Masken, die das Gesicht verhüllen – denn es geht niemanden an was man fühlt und niemand soll die eigenen Emotionen im Gesicht sehen. Diese eigentlich farbenfrohe, bunte und umfangreiche Welt wurde meiner Meinung nach etwas zu wenig beschrieben. Hier hätte ich mir einfach mehr gewünscht, die Grundlage dazu war auf jeden Fall vorhanden.

Trotz dieses Kritikpunktes war der Schreibstil trotzdem angenehm zu lesen – er war wie gesagt nicht sehr ausschweifend, aber irgendwie hat diese klare Art zu der Hauptprotagonistin gepasst. Man konnte das Buch flüssig lesen, es gab keine großen Längen. Insgesamt bewegt sich Fluss der Geschichte aber etwas langsamer – zwar gibt es immer wieder rasantere Stellen, aber selbst bei denen hatte ich das Gefühl, dass die Autorin diese mit mehr Ruhe wiedergibt, als ich es aus anderen Büchern kenne – dort bekommt man ja manchmal fast Herzrasen. Die verwende Sprache der Charaktere passt für mich sehr gut zu dem gewählten Setting. Sie wirkt ein bisschen hochgestochen, es wird keine Umgangssprache verwendet.

Was mich in diesem Buch manchmal fast um den Verstand gebrach hat, ist die Emery, die Hauptprotagonistin dieser Geschichte. Ich weiß bis jetzt noch nicht zu 100% was ich von ihr halten soll. In manchen Momenten fand ich sie mutig und stark, war stolz auf ihre Reaktionen, in anderen Stellen hatte ich Mittleid mit ihr und konnte ihre Launen auf Grund ihres Schicksals gut verstehen. Und dann gab es Momente da wollte ich sie nur anschreien, dass sie einfach mal wieder runter kommen soll – schließlich war sie das Problem und nicht die anderen. Wie ihr seht, hatte ich da sehr gemischte Gefühle. Ganz anders war es da bei ihrem männlichen Begleiter Nael. Das war wieder der klassische Fall: von ihm gelesen, für toll befunden und die Meinung das restliche Buch über nicht mehr geändert. Im Bereich der Charaktere muss ich auf jeden Fall noch zwei besondere Figuren benennen: Slays und Ode. Die Autorin hat mir mit den beiden wieder vor Augen geführt, wie sehr man fiktive Personen hassen kann. Böse Gegenspieler kennt man ja aus den meisten Büchern, erst recht im Fantasy-Bereich. Aber die beiden befinden sich eindeutig am oberen Ende der Skala. Dem Buch geben sie dadruch mehr Facetten, außerdem treiben sie die Handlung voran.

Da es trotz vieler positiver Punkte auch einige negative Kritikpunkte gibt, bewerte ich das Buch mit 3 von 4 Punkten.

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Ein Versprechen ist so flüchtig wie sein Echo. Es ist nicht greifbar und längst verhallt, bevor dein Verstand es begriffen hat.


Fazit

Besonders das Setting macht dieses Buch zu einer schönen Leseerfahrung. Zwar hätten die Beschreibungen hier noch wesentlich tiefgreifender sein können, aber ich hoffe da jetzt einfach auf die Fortsetzung, die auf der letzten Seite versprochen wird. Ich bin definitiv gespannt wie die Geschichte weitergeht und freue mich deswegen schon auf den nächsten Teil.

unterschrift-laura