Hazel Wood – Melissa Albert

DasBuch

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Verlag: Dressler


„Hast du nicht manchmal das Gefühl, dein Leben wäre ein Film? Und du würdest eine Rolle darin spielen? Das Gefühl, dass du all deine Zeit damit verschwendest, dir selbst in diesem Film zuzusehen und zu denken, wie gut du das machst, bist du eines Tages aufwachst und dir klar wird, dass es tatsächlich die Wirklichkeit ist? Das jeder einzelne Mensch um dich herum verdammt noch mal echt ist?“


KlappentextSeit Alice denken kann, wird sie vom Unheil verfolgt. Dann stirbt ihre Großmutter, die mysteriöse Märchenerzählerin Althea Proserpine, und kurz darauf verschwindet Alices Mutter spurlos. Zurück bleiben die Worte „Halt dich fern von Hazel Wood”. Alice spürt, dass sie ihre Mutter erst wiedersehen wird, wenn sie an den Anfang ihrer eigenen Geschichte geht. Schritt für Schritt entdeckt sie eine unheimliche Wahrheit. Um endlich frei zu sein, bleibt Alice nur eine Wahl: Sie muss nach Hazel Wood … Dorthin, wo alles beginnt.


„Du bist im Zwischenwald«, sagte Katherine. »Und hier wirst du umherirren.
Bis dir der Tod reizvoller erscheint und du ihn wählst.“


Bewertung

„Hazle Wood“ – Ein Buch mit einem wirklich wunderschönen Cover und einem mehr als viel versprechendem Klappentext und auch die Handlung ist eigentlich nicht schlecht.
Unsere Hauptprotagonistin ist in hier Alice. Während Alices Mutter Ella mit Märchen großgezogen wurde, ist Alice auf Highways aufgewachsen.
Alle paar Monate mussten die beiden umziehen, denn sie werden vom Unheil verfolgt.
Als Alices Großmutter Althea Proserpine stirbt, lassen die beiden sich in Brooklyn nieder, doch das Unheil können sie nicht abschütteln.In dieser Situation lernen wir Alice kennen. Leider bin ich mit Ihr nicht so richtig warm geworden. Sie wirkte auf mich stehts unruhig und fahrig. Wahrscheinlich hat das mit ihrer Vergangenheit zu tun und ist damit auch verständlich und doch mochte ich sie nicht so wirklich. Sie ist ständig unfreundlich, meint mit Allem allein am besten klar zu kommen und scheint einfach nie zu lächeln. In ihr kocht eine unterschweillige Wut die sich nicht wirklich beschreiben lässt, die sie aber dennoch recht unsympatisch macht.
Das ändert sich auch dann nicht, als ihre Mutter Ella spurlos verschwindet und sie auf die Hilfe eines Mitschülers, Finch den ich im übrigen sehr mochte, angewiesen ist.

Die Welt in die Melissa Albert uns mit „Hazle Wood“ entführt ist die, von Alice Großmutter Althea. Sie war Autorin für gruselige und scharige Märchen und lebte auf ihrem Anwesen Hazle Wood. In den Märchen (von denen ein paar im Buch zu finden sind, was ich wirklich toll finde) scheint alles sehr abstrus und kalt zu sein. Und genau das scheint sich auch in das gesamte Buch hinein zu ziehen. Ich bin damti nur sehr schwer und langsam warm geworden. Und als es dann endlich soweit war, nahm das Buch eine Wendung die ich persönlich gar nicht mochte, wodurch ich wieder komplett raus war.

Doch diese schon fast ein bisschen verrückte und nicht wirklich greifbare Welt hat natürlich auch seine wunderbaren Seiten. Sie wirkt angenehm dunkel und in einem gewissen Maß auch ein bisschen gruselig und skuril – genau das richtige für den Herbst. Die Märchen von Alice Großmutter Althea unterstreichen diese Stimmung auch super.

Leider konnte es mich schlussendlich doch nicht zu 100% überzeugen. Deswegen vergebe ich 3 von 4 Punkten.

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„Du würdest dich auf der Suche nach mir verirren“, sagt sie. „Du bräuchtest Brotkrumen oder eine Spule Garn.“


Fazit

Im Großen und Ganzen ist das Buch ein düsterer und märchenhafter Fantasyroman mit viel Potenzial. Die große Frage, ob das Schicksal das Leben einer Person von vornherein bestimmt oder ob man ihn zu seiner Gunst verändern kann, spielt hier eine große Rolle und wird auf eine einfache Art übermittelt.

Wer düstere Märchen, eine etwas andere Art von Protagonistin und Fantasy mag, wird hier sicherlich seinen Spaß dran haben.

unterschrift-laura

Viel näher als zu nah – Angela Kirchner

DasBuch

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Verlag: Dressler


Stimmen in der Dunkelheit. Sie durchdringen die Stille, schneiden mich auf, lassen das Schwarz aus meinem Inneren tropfen, bis gleißend helles Licht seinen Platz einnimmt. Es ist kalt und tut weh. Ich will schreien.


Klappentext

LUCAS Ich sollte Test über den Moment kleben, einen Film darüber drehen, was dieses Lächeln mit ihr macht, oder sie darum bitten, einfach einmal am Tag so zu lächeln. Für den Rest ihres Lebens.

FEY Das hier ist viel näher als zu nah. Meine Hände liegen auf seiner Brust, ich muss sie wegnehmen, damit seine Wärme mich nicht einfängt. Gleich nehme ich sie weg. Gleich.


Wieso habe ich das getan, sie zum lachen gebracht?
Jedes.
Einzelne.
Lachen.
Macht es schwerer.


Bewertung

Dieses Buch war für mic schon beim Auspacken ein Erlebnis – ich war vom ersten Moment an begeistert von der Machart des Buches. Die Buchdeckel sowie der Rücken sind aus dicker, harter Pappe gefertigt und werden von Stoff zusammengehalten. Titel, Klappentext usw. wurden in die Pappe geprägt. Ich habe noch keine vergleichbare Aufmachung gesehen und finde es einfach unheimlich schön.

Aber nicht nur das Äußere, auch das Innere des Buches hat mir gut gefallen. Im Mittelpunkt stehen hier Fey und Lucas, die durch ein bedeutungsvolles Ereignis aneinander gebunden werden – ob sie es wollen oder nicht. Die Geschichte hat meiner Meinung nach einiges Potential, besonders was die Figurengestaltung angeht – denn wenn Extremsituationen und Schicksalsschläge in die Handlung eingebaut werden, so wie hier, machen die Charaktere, wie sie mit allem umgehen und ihre eigenen Geschichten, den Unterschied – hier mag hier eine besondere Tiefe und will die Protagonisten ganz besonders intensiv kennenlernen, mit ihnen leiden und ihnen beistehen. In diesem Buch hat mir die Gestaltung und Ausarbeitung gut gefallen, ist aber für mich noch etwas ausbaufähiger. Besonders über Feys Gefühlswelt hätte ich mir mehr erhofft, da der Fokus ein bisschen mehr auf Lucas gerichtet ist.

Den Schreibstil fand ich sehr gut. Er hat zur Geschichte selbst und natürlich auch der Zielgruppe gepasst. Er war leicht und flüssig – passend zu einem Jugendbuch. Besonders die Dialoge zwischen den jungen Protagonisten wurden eher umgangssprachlich umgesetzt, was für mich sehr angenehm zu lesen war. Dabei wurde jedoch nicht auf den benötigten Ernst und klare Strukturen in einigen Szenen verzichtet. Eine gute Mischung könnte man sagen, der jeweiligen Situation angepasst.

Für eine schöne Umsetzung und eine schöne Idee für ein Jugendbuch vergebe ich 3 von 4 Punkten.

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Fazit

Angenehm, leicht und flüssig zu lesen. Für mich ganz klar ein schönes Buch für zwischen durch. Die Leseempfehlung kann ich geben 🙂

unterschrift-laura