„Gwendys Wunschkasten“ – Stephen King, Richard Chizmar

DasBuch

GwendysWunschkasten

Hier geht’s zu King’s neuem Meisterwerk!

Verlag: HEYNE


„Und wofür ist die rote Taste da?“

„Für alles, was du willst“, sagt er. „Und du wirst etwas wollen. Wer den Kasten besitzt, will immer etwas. Das ist normal. Dinge wissen und Dinge tun zu wollen, das macht einen Menschen aus. Forscherdrang, Gwendy! Sowohl die Krankheit als auch das Heilmittel!“


Klappentext

Die kleine Stadt Castle Rock in Maine hat die seltsamsten Vorkommnisse und ungewöhnlichsten Besucher erlebt. Warum sollte es der 12-jährigen Gwendy anders ergehen? Eines Tages tritt ein schwarz gekleideter Unbekannter an sie heran und macht ihr ein Geschenk: einen Kasten mit lauter Schaltern und Hebeln. Wozu er dient? Gwendy probiert es aus, und ihr Leben verändert sich von Grund auf.


Geheimnisse sind ein Problem, vielleicht das größte Problem, das es gibt. Sie belasten einen und beanspruchen Platz in der Welt.


Bewertung

In jeder Stadt und auf jeder Schule gibt es diese eine Person. Die Person, die gehänselt wird, mit der man nicht spielen mag und von der man Abstand nimmt. Auch wenn es mehr als schlimm ist – leider ist es die traurige Wahrheit. Genauso ergeht es Gwendy. Gwendy ist eher pumlig als schlank. Während andere Mädchen ein wunderbares Leben führen, wird sie von ihrem Schwarm geärgert und verachtet. Doch all das ändert sich schlagartig, als dieser geheimnisvolle Mann mit seinem schwarzen Anzug und dem kleinen schwarzen Hut in ihr Leben tritt. Denn er hat etwas für Gwendy – er hat sie unter allen Menschen ausgewählt. Er hat sie auserwählt für den Wunschkasten …

 

Auch wenn King neben Fitzek mein absoluter Lieblingsautor ist, war ich von seinen letzten Werken eher enttäuscht als erfreut. Dieses Buch konnte meine Meinung definitiv wieder richten. Über King’s Schreibstil lässt sich nicht streiten. Er ist und bleibt ein absoluter Meister seines Werks. Deshalb ist es auch sinnlos großartig über den Schreibstil zu philosophieren.

Ich habe mich sofort in den ersten Seiten unsterblich in die Geschichte von Gwendy und ihrem geheimnisvollen Wunschkasten verliebt. Diese Mischung aus einem Hauch Fantasy und ganz viel ‚Märchen‘ hat es mir angetan. Auch wenn es nur 128 Seiten sind und die Kapitel relativ knapp gehalten sind, habe ich das Buch verschlungen.

Gwendy ist eine so wunderbare Person. Sie ist nett, zuvorkommend, aufmerksam und vernünftig. Auch wenn sie sich im Laufe der Geschichte und der damit verbundenen Jahre ändert, so bleibt sie stets so wie sie ist.

Natürlich ist auch die Aufmachung des Covers wundervoll. Der Inhalt der Geschichte spiegelt sich darin komplett wieder und durch das Holzmuster wirkt das Buch sehr edel.

vier-punkte

Was soll ich sagen? Ein typischer King – mein King! Ich bin verzaubert von diesem Buch!


„Wenn Sie eine Taste hätten, einen magischen Wunderknopf, und wenn Sie da draufdrücken, dann könnten Sie Leute umbringen oder einfach verschwinden lassen oder jeden Ort in die Luft jagen, der Ihnen nur einfällt – wen würden Sie verschwinden lassen, oder was würden Sie in die Luft jagen?“


Fazit

Ich hatte wirklich Bedenken. Und Angst. Ich wollte nicht wieder von einem Buch so enttäuscht werden. Danke King, dass Du die Kurve gekriegt und mich wieder voll und ganz als Fangirl gewonnen hast! Dieses Buch kann ich nicht nur jedem King-Fan ans Herz legen … es eignet sich beinahe für jeden Leser.

Falls Ihr diese wundervolle Geschichte noch nicht gelesen habt – tut es!


„Ein Schirm“, flüsterte sie, und genau das war es. Ein Schirm, der ihre Familie vor zu viel Sonne beschützte, aber auch den Regen abhielt. Alles war gut, und solange kein starker Wind aufkam und den Schirm umstülpte, blieb auch alles gut. Und warum sollte auch etwas passieren?


unterschrift-cindy

Scherben der Dunkelheit – Gesa Schwartz

DasBuch

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Verlag: cbt


Er sah aus wie ein Clown, doch nicht wie einer von den lustigen, die man aus dem Zirkus kannte. Er wirkte, als hätte er die Maske, hinter der seinesgleichen sich für gewöhnlich verstecken zerbrochen. Und dahinter lag nichts, als namenlose Finsternis.


Klappentext

Die sechzehnjährige Anouk verbringt die Ferien in einem kleinen Dorf in der Bretagne. Kurz nach ihrer Ankunft gastiert der Dark Circus in der Nähe: ein geheimnisvoller Zirkus, der im Dorf für seine düsteren und besonderen Vorstellungen bekannt ist. Auch Anouk gerät schnell in seinen Bann und damit in einen Kosmos, den sie kaum für möglich hielt: Eine magische Welt öffnet sich vor ihr, in der sie den mysteriösen Zauberer Rhasgar kennenlernt. Doch der Dark Circus birgt mehr, als Anouk ahnt. Bald schon schwebt sie in tödlicher Gefahr und weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Denn es gibt keine Regeln im Dark Circus bis auf eine: Nichts ist, wie es scheint …


„Manchmal muss man verlieren, um zu gewinnen“


Bewertung

Dunkel und dyster, aber gleichzeitig mystisch und farbenfroh ist sie, die Welt des Dark Circus, einem Zirkus, der seine Zuschauer fesselt und mit sich reißt. Dort hin entführt Autorin Gesa Schwartz den Leser in ihrem Buch „Scherben der Dunkelheit“. Im Mittelpunkt der Handlung stehen Anouk, ein Mädchen, dem die Welt schon viel zu deutlich ihre Grausamkeit gezeigt hat, und Rashgar der Zauberer.

Die Gestaltung der beiden Hauptprotagonisten kommt für mich schon sehr nah, an das Ideal heran. Man lernt sie einfach wirklich kennen – nicht nur ihre schönen Seiten mit der guten Laune und der Sonnenseite des Lebens. Durch sie erfährt man auch viel Schmerz und bekommt ihre Ängste gezeigt. Ich hatte hier wirklich das Gefühl die beiden zu kennen und nicht nur einen kurzen Ausschnitt gesehen zu haben. Auch die anderen Charaktere wurden sehr gut in die Welt integriert. Besonders das Zirkus Thema mit all den schaurigen, gruseligen, verrückten aber eben auch wunderschönen und begeisternden Seiten findet man in den einzelnen Protagonisten wider.

Unterstützt wird diese starke Gestaltung von dem intensiven Schreibstil der Autorin. Die Welt wurde detailreich und gelungen beschrieben. Sie baut sich nach und nach auf – aus Dunkelheit wird Farbe. Dabei schafft es die Autorin den Leser bei temporeichen Beschreibungen an das Buch zu fesseln und wunderbare Bilder im Kopf entstehen zu lassen, aber auch ruhige und bedächtige Passagen einzubauen – je nach dem was die jeweilige Situaion verlangt. Wer ihre vorherigen Bücher, wie beispielsweise „Herz aus Nacht und Scherben“ kennt, weiß was ich meine. Ich kann mir zwar vorstellen, dass viele diesen Stil als zu schwer und zu ausschweifend empfinden, kann diese Ansicht selbst jedoch nicht teilen – ihre Bücher stecken so sehr voller Magie und Zauber, dass man sie meiner Meinung nach nicht „leicht und locker“ abhandeln kann – es würde überhaupt nicht in das Gesamtpaket passen, dass ihre Werke verkörpern. Damit gehört das Buch zwar nicht in die Kategorie „leichte Kost“, aber wenn man sich etws Zeit nimmt, kann man sich dennoch ganz wunderbar in der Geschichte verlieren.

Die Handlung selbst beginnt langsam, man lernt zuerst Anouk und ihr Leben kennen. Nach und nach entfaltet sich die Geschichte dann immer mehr. Es kommen mehr Charaktere hinzu, die Welt gewinnt an Farbe, Geheimnisse werden aufgedeckt – kurz gesagt: alles nimmt an fahrt auf. Das Ende würde ich fast als großen und langen Paukenschlag bezeichnen – der mir an manchen Stellen fast schon ein bisschen zu crazy und um ehrlich zu sein auch ein klein wenig zu langatmig war, aber hey!, es ist ein Zirkus! Verrücktheit muss da einfach dabei sein!

Insgesamt vergebe ich 3 von 4 Punkten für dieses Buch.

drei-punkte


Die Welt ist voller Wunder. Und wie dunkel es auch um dich werden mag: Tief in dir, mein Sohn, ist das Licht.


Fazit

Stark und intensiv erzählt Gesa Schwartz in diesem Buch die Geschichte von Anouk, Rashgar und dem Dark Circus. Der einzige Kritikpunkt sind hier und da kleine Längen, die man aber sehr gut verkraften kann, wenn man die gesamte, in diesem Buch geschaffene Welt, betrachtet. Besonders liebhabern von intensiven Fantasyromanen kann ich es durchaus empfehlen.

unterschrift-laura

Die Braut des blauen Raben – Mariella Heyd

DasBuch

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Verlag: Zeilengold


„Ich glaube nur das, was ich sehe.“
„Dann sieh genauer hin. Lerne, nicht bloß mit deinen Augen zu sehen. Sieh mit deinem Herzen und deinem Verstand.“


Klappentext

Dank der Hellseherin Manteia sind die Raben und mit ihnen die Albträume seit Jahren aus dem Dorf verschwunden. Doch nach der jährlichen Hochzeitszeremonie fallen sie plötzlich scharenweise in Czarny Kruku ein und alte Ängste erwachen unter den Bewohnern. Sinnt der verlorene Junggeselle, dem man seine Braut Lobna vorenthalten will, auf Rache? Und was hat das alles mit der Rabenfrau Waleska zu tun? Voller Panik jagen die Dorfbewohner das Mädchen in die Wälder, ohne zu ahnen, welch dunkle Geheimnisse sich dort verbergen.


Nur wer liebt, der lebt. Und wer lebt, muss zwangsläufig lieben.


Bewertung

Wie ein einzigartiges Märchen nimmt „Die Braut des blauen Raben“ den Leser mit in eine slawische Welt, voller Magie und Zauber. Wenn ich es nicht besser wüsste, wäre ich von der ersten Seite an überzeugt gewesen, nicht in dem neusten Buch von Mariella Heyd, sondern in einem alten Märchenbuch zu lesen.

Dabei bilden das Setting, die Figuren und natürlich auch die Geschichte selbst ein vollkommen harmonisches Bild, welches vom ersten bis zum letzten Satz aufrecht erhalten wird. In diese  Welt kann der Leser von Beginn an hinein sinken lassen. Mich persönlich hat das Buch von der ersten Zeile an gepackt. Vor allem das Setting hat es mir angetan. Das durch die Autorin erweckte, salwaische Dorf Czarny Kruku bildet meiner Meinung nach den idealen Ausgangspunkt für diese mystische Geschichte, scheint es doch selbst voller Zauber zu sein. Außerdem ist die Verbindung der Einwohner zu diesem besonderen Ort, an vielen Stellen des Buches nahezu greifbar. Durch die Beschreibungen der Autorin wird das Dorf mit jeder Seite lebendiger. Ich konnte es immer vor mir sehen – alt und vom Schicksal geprägt. Genauso liebevoll wie Czatny Kruku wurden auch die Einwohner gestaltet. Jeder Charakter war dabei einzigartig in der Geschichte – jeder Protagonist ist einzigartig. Was mir besonders gefallen hat ist, dass jede Figur, die man während der Geschichte kennenlernt auch eine Bedeutung für deren Ende hat. Niemand scheint überflüssig zu sein, jeder hat seinen bestimmten Platz im Großen und Ganzen – auch wenn dieser nicht von Anfang an klar ist. Besonders die Hauptprotagonistin Lobna sticht in diesem Buch hervor, wahrscheinlich weil sie eben NICHT eines der naiven Mädchen ist, welches vor allem die große Liebe sucht (wie sie einem ja häufiger in verschiedensten Romanen über den Weg laufen). Bei ihr stehen vor allem die Liebe gegenüber ihrer Familie, inbesondere bezüglich ihrer Zwillingsschwestern, eine eher pragmatische Denkweise und der Wunsch nach einem ruhigen Leben im Vordergrund. Ich konnte mich vom ersten Moment an sehr gut in sie hinein versetzen und fand es fast schon Schade sie mit dem letzten Satz wieder gehen zu lassen.

Der Schreibstil rundet meiner Meinung nach dieses Buch perfekt ab – weder zu flach noch zu ausschweifend, ein sehr passendes Tempo, eben ein tolles Rundumpaket. Was ich an dieser Stelle noch einmal besonders hervorheben möchte, ist die Umsetzung und das Zusammenspiel mit der Zeit, in der „Die Braut des blauen Raben“ spielt. Die eher mittelalterlichen Einflüsse wurden sowohl im Miteinander zwischen den verschiedenen Charakteren, als auch in der Denkweise der Protaginisten aufgegriffen und überzeugend umgesetzt ohne dabei übertrieben oder fehl am Platz zu wirken. Auch dadurch wurden die einzelenen Komponeten zu einem wirklich tollen Gesamtpaket zusammengeführt.

Ich finde dieses Buch einfach fantastisch und kann somit nur 4 von 4 Punkten vergeben.

vier-punkte


Ich glaube, du siehst Abgründe, wo gute Gründe waren. Es mag ähnlich klingen, doch ist es bei Weitem nicht dasselbe.


Fazit

Genial. So kann man es denke ich auf ein Wort bringen. Ich kann euch dieses Buch nur wärmstens Empfehlen – es ist Fantasy, wie ich sie liebe. Für mich hat hier einfach alles zusammengepasst.

Mir hatte schon die Elfenfehde-Dilogie von Mariella Heyd gut gefallen, aber dieses Buch hat mich einfach umgehauen – wenn es so weiter geht, kann man von ihr eindeutig Großes erwarten. 🙂

unterschrift-laura

„Die Wächter von Avalon – Die Legende von Ýr“ – Amanda Koch

DasBuch

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Verlag: fehu Fantasy


Klappentext

Avalon wird erschüttert. Die Magie einer alten Kraftlinie scheint zu erwachen. Es ist eine Sternenkarte, die die Hohepriesterin in die irdische Welt blicken lässt. Jupiter durchwandert das goldene Tor der Sterne und schickt sein Licht nach Aran – die Insel mit der verschollenen Kraft des Wassers.
Raven aber glaubt, darin ein ganz anderes Geheimnis zu erkennen und begibt sich mit Aylórien allein an den von Nagaina geweissagten Ort. Auf der Insel wirkt nicht nur die mystische Kraft des Meeres. Muireall gebietet dort über die Magie des Feuers und des Mondes. Und noch bevor die Wächter die Zeichen der Neuen Zeit verstehen, wirkt Muireall einen verhängnisvollen Zauber.
Welche Mächte herrschen verborgen in der irdischen Welt? Und was ist die Wahrheit der Legende von Ýr aus längst vergangenen Tagen?


Bewertung

Achtung ihr Lieben, hier handelt es sich um die Bewertung des dritten Teils der Reihe „Die Wächter von Avalon“. Ich kann leider nicht garantieren, dass die Rezension 100% spoilerfrei in Bezug auf die vorab erschienen Teile ist.

Mit „Die Legende von Ýr“ entführt Amanda Koch den Leser noch einmal in die von ihr geschaffene magische Welt von Amaduria. Meiner Meinung nach knüpft sie dabei sehr schön an die vorherigen Teile an – nicht nur im Bezug auf die Story selbst sonder auch mit ihrem Schreibstil.

Ich bin wieder sehr gut in die Geschichte hinein gekommen, was wahrscheinlich zum Großteil daran liegt, dass mich von der ersten Seite an ein angenehmer Lesefluss gepackt hat. Es war zwar nicht so, dass ich das Buch gar nicht mehr beiseite legen konnte, aber ich habe immer wieder gern danach gegriffen und mich in der fremden Welt versinken lassen. Wie bereits geschrieben, knüpft die Autorin in der Gestaltung der Geschichte an die ersten beiden Bände der Reihe an – allerdings ist an dieser Stelle zu sagen, dass eine gewisse Entwicklung in den Büchern zu spüren ist. Mit jedem Buch wurde der Schreibstil ein wenig malerischer und ausladender. Gleichzeitig wurde meiner Meinung nach auch das Niveau der Sprache angehoben. Ich finde diese Entwicklung  schön, da man so immer weiter heran geführt wird (was ja vor allem für High-Fantasy Neulinge sehr interessant sein kann). In Sachen Spannung steht dieses Finale seinen Vorgängern in nichts nach und auch die Seitenzahl verspricht ein atmosphärisches und tiefgründiges Erlebnis, das sich auf über 500 Seiten erstreckt. Die Charaktere wachsen weiter an ihren Aufgaben. Sie müssen schließlich einiges meistern. Außerdem ist es Amanda Koch gelungen, einen neuen und spannenden Charakter in die Geschichte einzuflechten: Muireall. Er verdeutlicht die Konflikte zwischen „Gut und Böse“ in uns selbst – für mich in diesem Band eigentlich die spannendste Figur.

Und doch hatte ich mir von diesem abschließenden Teil ein wenig mehr erhofft. Leider hatte ich an einigen (wenn auch wenigen) Stellen, dass Gefühl mich ein wenig im Kreis zu drehen. Hier haben vor allem wiederholte Erläuterungen und auch öfter wiederkehrende Themen wie zum Beispiel „Die Blindheit der Menschen“ dafür gesorgt, dass es neben dem sonst wirklich toll zu lesendem Buch, kleinere Längen gab. Diese habe den Gesamteindruck ein wenig geschmälert. Auch mit dem Ende hatte ich ein paar Problemchen, es schien mir einfach nicht richtig zu passen wollen.

Insgesamt konnte mich diese Band nicht zu 100% überzeugen, bildet aber trotzdem einen schönen Abschluss für eine wirklich lesenswerte Reihe. Ich vergebe 3 von 4 Punkten.

drei-punkte


Fazit

Würde ich das Buch in nur 3 Worten beschreiben sollen, wären es wohl diese: Ein schöner Abschluss. Dieser Band runden meiner Meinung nach, trotz kleiner Schwächen, die Reihe „Die Wächter von Avalon“ sehr gelungen ab – ich kann also mit gutem gewissen eine Leseempfehlung für alle 3 Bücher aussprechen. Ich möchte sie besonders den High-Fantasy Liebhabern unter euch ans Herz legen.

unterschrift-laura

„Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ – Sabaa Tahir

DasBuch

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Verlag: one


Halluzination oder nicht, die Schatten wirken real. Ihre Augen glühen wie Miniatursonnen, sie umkreisen mich wie Hyänen und werden mit jedem Vorübergehen dreister. „Wir haben es gesehen“, zischen sie. „Wir wissen von deiner Schwäche. Deinetwegen wird er sterben.“


Klappentext

Wer seine Maske ablegt, hat keine Angst mehr.

Wer keine Angst hat, lässt sich nicht länger unterdrücken.

Wer sich nicht länger unterrrücken lässt, entzündet den Funken der Freiheit.

Laia, die Sklavin, und Elias, der Krieger. Sie sind bereit, sich ihrem Schicksal zu stellen.


Aber als der Gesang aufhörte, schwinden die Träume, und ich stürze in Albträume. Sie verwandeln sich in einen schwarzen Abgrund des Schmerzes, und der Schmerz sucht mich heim wie ein rachsüchtiger Zwilling.


Bewertung

Mit der Reihe „Elias & Laia“ entführt uns Sabaa Tahir in eine aufregende und gleichzeitig beängstigende Welt, in der Grausamkeit regiert und man niemanden vertrauen kann. Nichts und niemand ist durchschaubar und kaum etwas ist so, wie es auf den ersten Blick scheint.

In dieser verworrenen und gewalttätigen Welt begegnet man als Leser Elias und Laia – den beiden Hauptprotagonisten die auf den ersten Blick nicht verschiedener sein könnten und die trotzdem unheimlich viel verbindet. Ich selbst konnte mich sofort mit beiden Figuren identifizieren und mich sehr gut in sie hin versetzen – in ihren Mut aber auch in ihre Angst, Wut und die verzagende Ungewissheit. Dabei hat auch die Vielschichtigkeit und die Tiefe, mit der die Autorin jede einzelnen Charakter in ihrer Geschichte ausgestattet hat, geholfen. Alles scheint authentisch und echt, nicht gekünstelt oder irgendwie fehl am Platz. Selbst die kleinste Nebenfigur scheint eine Bedeutung zu haben.

Zusätzlich zu den Figuren, in die ich mich einfach schock-verliebt habe, konnte mich die Autorin mit einem stimmigen und zur Geschichte passenden Schreibstil überzeugen. Die Sprache war zwar durchaus bildhaft und fesselnd, aber keinesfalls verniedlichend, blumig oder durchweg positiv besetzt – das hätte auch überhaupt nicht zu der Geschichte gepasst. Die Gewalt und die Angst in dieser Welt werden hier auch durch klare Worte, die nichts beschönigen und das Schlimme einfach zulassen, unterstrichen. Für mich war das wie gesagt sehr stimmig mit dem Rest des Gesamtpakets.

Was mich aber am meisten Überzeugt hat, war das Setting der Geschichte selbst. Eine fremde und grausame Welt, in der die Gerechtigkeit verdreht, besser gesagt beinahe nicht existent zu sein scheint. Man leidet mit jedem der Unterdrückten und doch hat es die Autorin an einigen Stellen geschafft, dass ich sogar ein bisschen Verständnis für die vermeintlich bösen und „Regiemtreuen“ entwickelt habe. Denn wie auch das reale Leben kennt auch die durch Sabaa Tahir geschaffene Welt kein Schwarz und Weiß, kein eindeutiges Gut und Böse. Hier ist für mich auch die größte Spannung entstanden, denn wer nun wirklich der Gute ist und wer der Böse, bleibt offen. Ich vermute auch im zweiten Teil wird es hier keine Auflösung geben – muss es für mich auch nicht, denn man eine bisschen Ungewissheit nicht auch beim Lesen den Nervenkitzel aus?

Ich kann nur sagen, dass ich jede Zeile genossen habe und mich schon auf die Fortsetzung freue. Ich vergebe (in der Hoffnung, dass die Reihe in einer ähnlichen Stärke fortgesetzt wird) 4 von 4 Punkte.

vier-punkte


Aber es spielt keine Rolle. Vorläufig sind mir diese Schritte hier genug. Diese ersten, kostbaren Schritte in die Dunkelheit. Ins Unbekannte. In die Freiheit.


Fazit

Ein Reihenauftakt der Lust auf mehr macht. Vielschichtige Charaktere und ein rund um stimmiges Gesamtpaket sorgen hier für sehr sehr schöne Lesestunden. Für mich ganz klar ein Buch, dass mich überrascht hat, und das ich gerne weiterempfehle.

unterschrift-laura

Buchtausch – Können wir uns für andere Genre’s begeistern?

Wer uns schon eine Weile folgt weiß genau, dass unsere Lieblingsgenres ziemlich gut voneinander unterschieden werden können. Während Laura sich gerne in ferne Fantasy-Welten begibt, geht Cindy lieber auf Verbrecherjagd und sucht den Nervenkitzel. Oft haben wir uns gefragt, wie der jeweils andere mit dem eigenen Genre klar kommen würde. Aus dieser Idee hat sich schnell ein neuer Beitrag ergeben. „Buchtausch – Können wir uns für andere Genre’s begeistern?“ weiterlesen

Ein Kuss aus Sternenstaub – Jessica Khoury

DasBuch

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Verlag: cbj


„Liebe Dschinny“, die Königin lächelte. „Zeit ist die stärkste Magie von allen.“


Klappentext

Und plötzlich weiß ich es. Ich weiß es seit Tagen. Seit ich ihn geküsst habe. Seit wir getanzt haben, mit angehaltenem Atem und ineinander versenkten Blicken. Seit wir im Gras gelegen haben, im Sonnenlicht. Ich weiß den genauen Moment nicht, in dem ich mich in ihn verliebt habe, aber ich weiß, dass ich noch immer dabei bin. – Und ich will niemals damit aufhören.

SIE ist die mächtigste aller Dschinnys. ER ein gewitzter Dieb. Gemeinsam sind sie unschlagbar. Doch wenn eine Dschinny und ein Mensch sich verlieben, erwartet sie der Tod. Also müssen die beiden, um ihr Glück UND die Freiheit zu gewinnen, alle Regeln brechen…


Wünsche werden im Willen von Männern und Frauen geboren, und sie sind der wahre und reine Quell der Macht, die alle Menschen besitzen. Nur wenige wissen, dass es diese Macht überhaupt gibt. Ich erinnere mich an deinen Willen, Habiba. Du leuchtetest wie der Mond, ein listiges Funkeln an einem dunklen Himmel, geheimnisvoll und unbeherrscht.


Bewertung

„Ein Kuss aus Sternenstaub“ entführt uns in eine Welt aus 1001 Nacht. Jessica Khoury nimmt das Märchen von Aladdin und seiner Zauberlampe und zaubert sie zusammen mit einem bunten und schimmernden Orient in diese einfach wunderbare Märchenadaption. Dabei schafft sie es trotz dieses bekanntem und oft aufgegriffenem Geschichte eine vollkommen neue und schillernde Welt zu schaffen und den Leser mit sich zu reißen.

Ihr Schreibstil passt dabei sehr gut zu der Geschichte und dieser Geschaffenen Welt. Er ist bunt und irgendwie auch märchenhaft. Man kann die Magie und den Zauber an einigen Stellen richtig spüren und sich richtig in die Geschichte hinein sinken lassen. Durch ihren bilderreichen Stil, der gespickt ist mit einigen Adjektiven schafft es die Autorin, dass man immer ein umfangreiches Bild der Geschehnisse, Gegenden und Personen in seinem Kopf hat. Mein Kopfkino hatte also die ganze Zeit zu tun, was ich sehr genossen habe. Dadurch ist ist mir auch der Einstieg in die Geschichte sehr einfach gefallen. Ich habe mich einfach von der ersten Seite an wohl gefühlt und jedes einzelne Wort mit Spannung verfolgt. Dazu hat aber nicht nur der, bereits von mir beschriebene, schöne Schreibstil beigetragen sonder auch die vielseitigen und liebenswerten Charaktere. Ich habe jeden von ihnen gemocht  – sogar die wirklich bösen und hinterhältigen Personen. Selbst die haben in die Geschichte gepasst und die Entwicklung der Ereignisse begünstigt. Noch mehr haben es mir allerdings die Hauptprotagonisten angetan – Aladdin und Zahra. Beide sind unfassbar stark, vielschichtig, wild und verträumt: kurzum sie sind einfach wunderbar. Geschrieben ist die Märchenadaption dabei aus der Sicht von Zahra, der Dschinny. Für mich eine wunderbare Änderung zum Originalmärchen, dass ja aus der Sicht von Aladdin geschrieben ist. All das wird noch unterstrichen von einem wie ich finde wunderschönen Cover, dass auch unheimlich gut zum Inhalt des Buches passt. Einfach ein rundes und stimmiges Gesamtpaket.

Ein Punkt den ich an Märchenadaptionen immer mag ist, wenn sie zwar an das ursprüngliche Märchen erinnern, aber doch ihre ganz eigene Story erzählen. Und genau das ist hier der Fall. Die Autorin schafft es eine völlig neue Geschichte rund um Aladdin, seine Zauberlampe und die Magie. Für mich ist dieses Buch wirklich einzigartig und zwar von der ersten bist zur letzen Seite.

Deshalb kann ich nur 4 von 4 Punkten vergeben. Volle Punktzahl für ein tolles Buch.

vier-punkte


„Reich mir deine Hand“, sagte die Königin, „und lass uns Freundinnen sein. Denn sagt nicht der Dichter, ein Freund mit ehrlichem Herzen sei mehr wert als tausend mit Gold beladenen Kamelen?


Fazit

Ein einzigartiges Buch mit einer tollen und märchenhaften Geschichte, die den Leser von Beginn an verzaubert. Mir selbst hat einfach alles gefallen von der Story über das Setting bis hin zu den Protagonisten hat einfach alles zusammengepasst. Ich kann es euch einfach nur empfehlen. 🙂

unterschrift-laura

„Federleicht – Wie Nebel im Wind“ – Marah Woolf

DasBuch

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Verlag: Self-Publishing


Seid klug wie die Schlangen
und ohne Falsch wie die Tauben


Klappentext

Eliza ist zurück aus dem Haus der Wünsche und am Boden zerstört. Grace ist tot und Cassian wendet sich endgültig von ihr ab. Für ihn gibt es nur noch eine Möglichkeit, sein Augenlicht zurückzugewinnen und dafür muss er Opal heiraten.
Eliza steht nun vor der Aufgabe, das Siegel des Beliozar in Sicherheit zu bringen. Doch die Magier gewinnen immer mehr an Macht und Damian de Winter lässt nichts unversucht, um das Siegel in die Hände zu bekommen. Auch dieses Mal muss Eliza auf die Hilfe ihrer Freunde vertrauen und endlich erfährt sie, warum ausgerechnet sie mit der Magischen Welt verbunden ist.


Du wirst deine Bestimmung erfüllen, aber du darfst deinen Glauben nicht verlieren. Was auch geschieht, du musst Vertrauen haben. Die Zukunft steht nicht fest.


Bewertung

Hach ja… wieder ein Marah Woolf Buch 🙂
Muss ich mehr sagen? Die meisten von euch werden meine Vorliebe für ihre Werke ja schon bemerkt haben 😉

Auch dieses Buch hat mich wieder vollkommen in seinen Bann gezogen. Es ist das fünfte einer Reihe, bei der es sieben Teile geben soll. Deshalb kann ich meine Rezension auch nicht vollkommen spoilerfrei gestalten.

Wir werden wieder in die Welt von Eliza und Cassian geführt – also in die, von der Autrin so wunderschön gestaltete, Elfenwelt. Wer mit den beiden Hauptprotagonisten vertraut ist der erwartet schon zu Beginn des Buches, dass es wieder einige Aufs und Abs, zahlreiche Geheimnisse und einige unerwartete Wendungen geben wird. Und ich kann euch versichern: die Erwartungen werden nicht enttäuscht. Es wird zu keiner Stelle im Buch langweilig. Irgendwie ist immer alles in Bewegung und schon im nächsten Absatz wartet eine neue Überraschung, davon einige gut und andere… naja eben weniger gut. Dabei kamen auch in diesem Teil wieder Wendungen, die mich einfach aus den Socken gehauen haben… das ein oder andere Mal habe ich mich sogar erwischt wie ich „Sind denn jetzt alle völlig bekloppt geworden?“ vor mich hingemurmelt habe 😀
Was ich bei dieser Reihe und damit in jedem Teil aufs neue genieße, ist die Verbundenheit mit einer früheren Reihe von ihr. Egal ob Orte, Personen oder Erzählungen, alles kommt einem irgendwie vertraut vor. Es ist fast, als würde man nach Hause kommen. Sollte man die vorherige Reihe noch nicht gelesen haben, ist das aber auch nicht schlimm – man kann auch ohne das Vorwissen in diese wunderbare Welt starten.

Marah Woolf schafft es mit ihrem für mich einzigartigen Schreibstil einfach immer wieder Bilder in meinen Kopf zu zaubern und mich an ihre Worte zu fesseln. Deswegen kann ich auch nur 4 von 4 Punkten vergeben. Ein Buch von ihr hat mich einfach noch nie enttäuscht.

vier-punkte

Ihr Lieben, die Rezension war jetzt zwar mal etwas kürzer, aber soll ich sagen? Es fällt mir einfach manchmal schwerer lange Texte zu schreiben wenn einfach alles stimmig war – schließlich gibt es dann nichts zum kritisieren 😀


Wenn eine Gefahr auftauchte, war sie mutig – wie kein anderes Mädchen. Doch wenn es um Cassian ging, benahm sie sich wie ein dummes Huhn.


Fazit

Die gelungene Fortsetzung einer gelungenen Reihe – das fasst es denke ich ganz gut zusammen. Tolle Welt, tolle Figuren und eine schöne Geschichte was will man eigentlich mehr? Ein Buch zum abschalten und entspannen.

Jetzt heißt es wieder bis Dezember warten, dann erscheint der nächste Teil 🙂

unterschrift-laura