„Flugangst 7A“ – Sebastian Fitzek

DasBuch

Flugangst7a

Hier geht’s zu Fitzek’s neuem Psychothriller

Verlag: Droemer HC


„Nein, Dr. Krüger“, sagte der Erpresser. „Ihre Frau hat damit nichts zu tun. Ich verspreche es Ihnen. Übrigens tut es mir sehr leid, dass sie damals so einsam sterben musste. Wäre doch schade, wenn es Nele ebenso ergehen würde.“


Klappentext

Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt.
Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen.

Ein Nachtflug Buenos Aires-Berlin.
Ein labiler Passagier, der unter Gewaltphantasien leidet.
Und ein Psychiater, der diesen Patienten manipulieren soll, um an Bord eine Katastrophe herbeizuführen.
Sonst verliert er etwas sehr viel Wichtigeres als sein Leben …


Er hatte das Gefühl, im Besitz eines Spiegels zu sein, der mit der Wahrheit und den Antworten auf all seine Fragen beschriftet war, nur dass er jetzt zerschmettert vor ihm auf dem Boden lag und er alle Scherben wieder zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen musste.


Bewertung

So, da kommen wir wieder einmal zu dem ewig schrecklichen Problem bei meinen Fitzek-Rezensionen … ich muss beinahe wie immer dasselbe schreiben 😀 Ich habe mich so sehr auf den neuen Fitzek gefreut und schon nach Bekanntgabe des Erscheinungsdatums vorbestellt. Als mich das Buch am 25. Oktober dann auch endlich erreicht hat, habe ich wirklich Bauklötzer gestaunt. Sebastian ist bekannt für seine ausgefallenen Cover bzw. das ganze Drumherum. Schon bei Das Paket hat mich die limitierte Auflage mit der paketartigen Verpackung und dem pappeartigen Buchumschlag beeindruckt. Als ich Flugangst 7A in der Hand hielt war ich schon positiv überrascht, als ich jedoch die Buchhülle entfernt habe und das Wackelbild zum Vorschein kam war ich echt geplättet.

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Kommen wir nun aber erst einmal zum Inhalt … denn das wird die meisten von Euch eher interessieren 😉 Ja, es ist halt ein typischer Fitzek. Ich liebe seinen Schreibstil, die Art und Weise wie er jeden einzelnen Leser mit jedem einzigen Kapitel an sich fesselt. Fitzek spricht gerne davon, dass seine Charaktere beim Schreiben ihr Eigenleben entwickeln – das merkt man auch in diesem Buch wieder sehr deutlich. Ich bewundere ihn wirklich sehr für diese Gabe und habe ihn wahrscheinlich auch aus diesem Grund als einen meiner Lieblingsautoren auserkoren. Bei Flugangst 7A hat Fitzek sehr viele Themen in seinen Psychothriller gepackt und somit ein sehr breitgefächertes Spektrum an Horror geschaffen. 400 Seiten haben mich zu Beginn etwas überfordert aber wie auch schon vorher vermutet, war das Buch innerhalb von zwei Tagen durch und ich wieder in meinem großen After-Fitzek-Loch gefangen. Und wieder einmal konnte ich das Rätsel bis zu den letzten Seiten nicht lösen.

Man konnte wieder direkt mit jedem Charakter mitfühlen. Mats, der hin und hergerissen war – soll er wirklich diese psychische Bombe hochgehen lassen oder doch lieber auf sein Bauchgefühl und seine Intuition hören? Mats Tochter Nele, welche so viel in ihrem Leben durchmachen musste und doch eine so bodenständige und liebevolle Person ist bzw. sich zu dieser entwickelt hat. Ich verliere mich in seinen Geschichten immer wieder in neue Welten.

vier-punkte

Es gibt nichts weiter hinzuzufügen. Fitzek ist und bleibt mein absoluter Lieblingsautor!


Statistik, dachte Mats, während er in die Aluminiumschüssel starrte, die in Flugzeugen, selbst hier in der obersten Luxusklasse, immer an eine Gefängnistoilette erinnerte. Statistik dient nur so lange zur Beruhigung, wie man selbst nicht betroffen ist.


Fazit

Meine Angst, welche ich nach AchtNacht hatte, konnte sich zum Glück nicht bestätigen. Während ich bei Fitzeks letztem Thriller etwas enttäuscht war, konnte er in alter und gewohnter Manier endlich wieder ein Meisterwerk raushauen, welches mich und sicherlich viele Andere komplett vom Hocker gerissen hat. Sebastian ist seinem Schreibstil treu geblieben, hat wunderbare Charaktere geschaffen und seinen Lesern wieder diese mulmige Gefühl aufgedrückt, nicht zu wissen wie Alles ausgehen wird.

Zum Glück habe ich dieses Buch nicht vor unserem Sommerurlaub lesen können. Denn hätte ich dies getan … ich wäre höchstwahrscheinlich nicht in den Flieger gestiegen.

Es ist nicht nur für Fitzek-Fans eine absolute Empfehlung. Wenn Ihr Thriller mögt, dann lest es. Alle großen Fitzek-Fans unter Euch werden es entweder schon gelesen haben oder wenigstens bereits besitzen. Wer sich noch nicht darunter zählen kann: tut es!

Nun heißt es leider wieder ein Jahr warten, bis der Meister sein nächstes Werk herausbringt. Wenn ich dies jedoch in Kauf nehmen muss um wieder so begeistert zu sein – dann tu ich es gerne.


„Siehst du“, hatte er seinen Bruder triumphierend sagen hören. „Wir können uns nicht nichts vorstellen. Denn das Nichts ist keine endlose Leere, sondern das Nichtvorhandensein derselben. Das Nichts“, schloss er, „ist ein verschwundenes Loch“.


unterschrift-cindy

„Die Vermissten“ – Caroline Eriksson

DasBuch

dievermissten

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Verlag: Penguin Verlag


Auch als ich mich aufrichte, ist nicht das geringste Geräusch zu hören. Keine Stimmen, kein Gelächter. Nicht einmal mehr der Seetaucher. Ich bleibe eine Weile so sitzen, völlig regungslos, und lausche einfach nur. Und dann, ganz plötzlich, weiß ich es. Für diese Erkenntnis muss ich keine nervöse Runde über die Insel drehen, sie suchen und verzweifelt ihre Namen rufen. Nein, ich brauche nicht mal aufzustehen und aus dem Bott zu steigen, um es mit Sicherheit zu wissen.

Alex und Smilla werden nicht zurückkommen. Sie sind verschwunden.


Klappentext

Das grünschwarze Wasser leuchtet geheimnisvoll in der untergehenden Sommersonne. Der Abend könnte nicht schöner sein, als Greta, Alex und Tochter Smilla mit dem Boot zur kleinen Insel in der Mitte des Sees fahren. Greta bleibt am Ufer, während die anderen beiden neugierig auf Entdeckungstour gehen. Aber sie kommen nicht mehr zurück. Beunruhigt macht sich Greta auf die Suche – doch von Alex und Smilla fehlt jede Spur … In ihrer wachsenden Verzweiflung wendet sie sich an die Polizei. Schnell wird klar, dass Gretas eigene Geschichte ebenso große Rätsel aufwirft wie das Verschwinden ihrer Lieben. Und die Frage: Hat sie etwas damit zu tun?


Was geschieht eigentlich mit mir? Verliere ich die Fähigkeit, zwischen Wirklichkeit und Traum zu unterscheiden? Vernunft und Wahnsinn? Irgendwie muss ich mir bestätigen, dass das, was ich erlebe, real ist, dass ich mir das nicht alles einbilde und kurz davor bin, verrückt …


Bewertung

„Die Vermissten“ war in aller Munde gewesen. Es wäre mit „Gone Girl“ zu vergleichen, sehr verwirrend und man will es nicht aus der Hand legen.

Ich war also sehr gespannt gewesen wie es sein würde. Würde es meine hochgeschraubten Erwartungen erfüllen?

Nun kann ich sagen: JA, dass konnte es! Zu Beginn hatte ich ein paar Probleme mich in die Geschichte einzufitzen aber hey, mittlerweile müsste wohl Jeder von Euch wissen, dass ich immer ein kleines Book-Hangover habe.

Eriksson schreibt nicht gerade sehr detailliert, was der Geschichte jedoch nichts anhaben konnte. Das Buch beinhaltet insgesamt sehr viele, kleinere Kapitel was ich persönlich immer als sehr angenehm empfinde. Wie es sich für einen ordentlichen Psychothriller gehört, war die Spannung an jedem Kapitelende so unfassbar, dass man sofort weiterlesen musste. Dadurch, dass die Geschichte so extrem verwoben war und auch in so vielen Zeitzonen gespielt hat, war es oft etwas schwer sich hineinzufinden und gleich zu Beginn des neuen Kapitels zu wissen in welcher Zeit sich die Protagonistin Greta befindet.

Im Großen und Ganzen ist zu sagen, dass die Spannung eigentlich immer am Hochpunkt war und nur selten abgeschwächt wurde. Man wusste ganz genau, dass man nicht zu Rätseln braucht, da man sowieso auf keinen keinen grünen Zweig kommen wird. Ab und an hatte ich einen Verdacht – zum Ende hin war ich einfach nur mehr als geschockt, verstört und verwirrt gewesen. Ich glaube dieser Thriller bleibt noch sehr lange in meinem Gedächtnis und wird mich noch lange beschäftigen.

vier-punkte

Volle Punktzahl für dieses nervenaufreibenden Psychothriller.


Ich stand da und starrte sie an. In diesem Moment passierte etwas und veränderte sich vor meinen Augen. Mein Papa. Der mir immer schöne Geschenke mitbrachte und mit mir spielte, der mich süß nannte und mit mir in der Küche herumblödelte, wenn er Frühstück machte. Dieser Papa war irgendwo unter den ganzen Schichten von höhnischen Schmähungen, Lügen und Verrat. Aber ich konnte ihn nicht mehr sehen.


Fazit

Thriller-Fans aufgepasst! Hier handelt es sich um ein absolutes Schmuckstück für Euer Bücherregal. Für Leser die mit Thrillern eher selten etwas zu tun haben, würde ich für einen „Einstieg“ ein anderes Buch wählen es sei denn, Ihr wollt gleich zu Beginn die volle Wahrnehmungsverzerrung?!

Trotz alledem ist zu sagen, dass ich dieses Buch in meine Liste der Lieblingsbücher aufnehmen werde und es auf keinen Fall ausgeschlossen ist, dieses Buch noch einmal in den Händen zu halten.


Entweder man gibt auf. Oder man schlägt zurück. Und ich bin die Tochter meiner Mutter. Gott helfe mir, aber das bin ich. Das weiß ich jetzt.


unterschrift-cindy