„Die Sehnsucht des Vorlesers“ – Jean-Paul Didierlaurent

DasBuch

DieSehnsuchtDesVorlesers

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Verlag: dtv


Denn nach all den Jahren behandelten die Mitreisenden ihn inzwischen mit der freundlichen Nachsicht, die man harmlosen Spinnern entgegenbringt. Wohl nicht zuletzt, weil Guylain sie in den nächsten zwanzig Minuten ihrem grauen Alltag entreißen würde.


Klappentext

Guylain Vignolles liebt Bücher und hasst seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Darum liest er jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit den Pendlern im Vorortzug ein paar Seiten vor, die er tags zuvor der Schreddermaschine entrissen hat – sein Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur. Als er im Zug einen USB-Stick entdeckt, auf dem das Tagebuch einer jungen Frau gespeichert ist, verändert das sein Leben. Er muss diese Julie finden. Unbedingt.

 


Was zählte, war der Akt des Vorlesens. Er schenkte jedem einzelnen Blatt seine ungeteilte Aufmerksamkeit, damit das Vorlesen seine magische Wirkung entfalten konnte: Jedes Wort, das ihm über die Lippen kam, befreite ihn ein bisschen von dem Ekel, der ihn beim Gedanken an seine Arbeit überkam.


Bewertung

Dieses Buch ist wirklich ein Meisterstück für jeden Buchliebhaber. Jean-Paul Didierlaurent lässt seine Leser in die Welt der Worte, Buchstaben, des Vorlesens und generell der unsagbaren Liebe zu allen Büchern eintauchen. Denn der Protagonist Guylain hat keine Vorliebe für spezielle Bücher, Autoren oder Genres – er liebt jedes einzelne Wort und jede einzelne Seite in seiner totalen Unvollkommenheit.

Beim Lesen hatte ich stets das Gefühl in das Leben der männlichen Version von der fabelhaften Welt der Amelie Einblick zu erhalten. Mit Guylain hat Didierlaurent einen Charakter geschaffen der sowohl skurril als auch unfassbar herzlich und liebevoll ist. Auch alle weiteren Figuren haben sich sofort in mein Herz geschlichen. Sei es Guylains bester Freund Giuseppe mit dem er sich auf die Reise der verschwundenen Beine begibt, sein Goldfisch Rouget de Lisle oder schlussendlich auch Julie.

Didierlaurent schafft es mit jedem weiteren Satz seine Leser zu verzaubern. Es ist sehr schwer seinen Schreibstil zu bewerten, da sich dieser in keine Schublade packen bzw. vergleichen lässt. Ich hatte stets ein wohliges, heimisches Gefühl beim Lesen und auch wenn dieser Roman nicht unbedingt auf Spannung ausgelegt ist, erwartet man jede neue Seite und versinkt in den Worten.

Beim Lesen des Klappentextes wollte ich das Buch sofort lesen um mehr über die Liebesgeschichte von Guylain und Julie zu erfahren. Ich hatte mir insgeheim einen kleinen Kitschroman erhofft. Doch stattdessen habe ich einen skurrilen und ausgefallenen Roman erhalten, bei dem die Liebesgeschichte nicht so viel wiegt. Auf der einen Seite in Ordnung, jedoch hat es mich auch etwas enttäuscht. Eine ausführlichere und längere Beschreibung der langsam wachsenden Liebe zwischen Guylain und Julie hätte mich wirklich sehr gefreut. Aber da ist auch das weitere Problem: gibt es eine Liebe? Das Ende lässt Raum für Interpretationen übrig. Ob das ein gutes Zeichen ist?

drei-punkte

Auf Grund der letzten zwei Kritikpunkte kann ich nur drei Punkte verteilen.


Julie: Irgendwo tief in mir steckt wohl immer noch das kleine Mädchen, das wenigstens einmal im Jahr noch auf ein Wunder zu hoffen wagt, auch wenn es im Laufe seines Lebens erfahren hat, das dies ebenso sinnlos und dumm ist, wie an die Existenz eines Traumprinzen zu glauben.


Fazit

Trotz der genannten Kritikpunkte hat mich der Roman sofort in seinen Bann gezogen und begeistert. Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem Buchliebhaber. Allein Guylains Liebe zu den Worten ist bemerkenswert und man lässt sich gern davon anstecken.

Was ich vielleicht daraus gelernt habe? Ich glaube, dass ich gewisse Wörter, Textpassagen und Seiten bewusster und intensiver wahrnehme. Versucht es doch selbst einmal 🙂


Vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass es auf dieser Welt jemanden gibt, der eine erstaunliche Wirkung auf mich hat. Jemand lässt alle Farben heller leuchten, nimmt meinem Alltag seine Schwere, wärmt mich von innen, macht das Unerträgliche erträglicher, das Hässliche nicht ganz so hässlich und das Schöne noch viel schöner.


Ich wünsche Euch einen wundervollen Feiertag!

Falls bei Euch auch so ein Schmuddelwetter herrscht wisst Ihr was zu tun ist 😉

unterschrift-cindy

„Wir müssen über Kevin reden“ – Lionel Shriver

DasBuch

WirMüssenÜberKevinReden

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Verlag: PIPER


Vielleicht war es unaufrichtig von mir, zu Beginn meines letzten Briefes so zu tun, als ob ich am Ende eines Tages, wenn wir uns trafen, immer alles erzählte. Im Gegenteil, der Impuls, dir zu schreiben, rührt auch daher, dass mir der Kopf wegen all der kleinen Geschichten fast platzt, die ich dir nie erzählt habe.


Klappentext

Kurz vor seinem sechzehnten Geburtstag richtet Kevin in der Schule ein Blutbad an. Innerhalb weniger Stunden ist das Leben seiner Familie nicht mehr, wie es war. – Lionel Shriver erzählt aus der Sicht einer Mutter, die sich auf schmerzhafte und ehrliche Weise mit Schuld und Verantwortung, mit Liebe und Verlust auseinandersetzt. Hätte sie ihr Kind mehr lieben sollen? Hätte sie das Unglück verhindern können? Ein höchst aktueller Roman von erschütternder Klarheit und stilistischer Brillanz.


Bewertung

Als ich das Buch vom PIPER-Verlag erhalten habe, bin ich sehr leichtsinnig damit umgegangen. Wir Menschen neigen dazu uns für verbotene Dinge zu interessieren. Ebenso geht es mir. Ich habe mich immer für absurde und schreckliche Dinge interessiert – Amokläufer, Serienmörder … was bringt sie zu solch einen grauenhaften Taten. Meine Neugierde in Bezug auf das Buch hat sich jedoch schnell gelegt, als ich bemerkt habe welch überaus emotionales Buch ich in den Händen halte.

Ein Teenager entscheidet sich dazu sein Schule zu stürmen und Mitschüler zu töten. Unser Menschenverstand bemitleidet die Familien der Toten, doch was ist mit der Familie des Täters? Sollten nicht auch diese Menschen Mitleid erhalten? Menschen, denen ebenso ihr Kind genommen wurde und die sich nicht erklären können wie es zu einer solch schrecklichen Tat kommen konnte? Ebenso ergeht es Eva, Kevins Mutter, deren Leben sich von ein auf die andere Sekunde in die Hölle gewandelt hat. Trage ich Schuld an dieser Tat? Hätte ich es wissen müssen? Was hätte ich tun können? All diese offenen Fragen, welche sie versucht mithilfe von Briefen an ihren (Ex-)Mann zu beantworten.

Shriver hat einen Roman geschaffen der Gänsehaut bringt, einem das Blut in den Ader gefrieren lässt und Seiten der Trauer in einem Menschen hervorruft, die man bisher nicht kannte. Die Form von Briefen verstärkt diesen emotionalen Roman nur umso mehr. Der gesamte Roman wird von solch traurigen Rückblicken auf das Leben der Familie begleitet, dass man als Leser nicht anders kann als einfach mitzufühlen.

Ich habe mich persönlich bei diesem Buch gegen viele Zitate entschieden, da ich es aus persönlichen Gründen doch relativ unpassend fand – irgendwie so, als würde ich geheime Gedanken und Erinnerungen weiterplappern. Haltet mich ruhig für verrückt, aber irgendwie fühlt es sich genauso an.

vier-punkte

Ich finde keine Kritikpunkte – ich finde auch, dass Kritikpunkte ebenfalls unangebracht wären. Danke an Shriver für diesen hochemotionalen Roman und den einblick eine so verlorene Seele die versucht wieder Fuß im Alltäglichen zu fassen.


Fazit

Achtung zukünftige Leser (!) – dieser Roman ist wirklich nichts für schwache Nerven und keineswegs leichte Lektüre. Ich denke, dass ich den Roman noch einmal lesen werden. Jedoch muss etwas Zeit verstreichen. Also, wer ihn noch nicht gelesen hat und es sich zutraut kann ihn gerne lesen. Diesen Roman lege ich Jedem ans Herz.

Wir sollten Menschen nicht sofort verurteilen und uns immer wieder bewusst machen wie glücklich wir sein können, ein solch wunderbares Leben zu haben.


unterschrift-cindy

„Ana und Zak“ – Brian Katcher

DasBuch

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Verlag: dtv – Reihe Hanser


Ich werde mich hüten, Ärger zu machen. Ich weiß, was in dieser Familie passiert, wenn man sich nicht an die Regeln hält. Der leere Stuhl gegenüber ist mir eine permanente Mahnung.


Klappentext

Ana und ihr jüngerer Bruder Clayton nehmen an derselben Quiz-Meisterschaft in Seattle teil wie Zak. Alles könnte gut sein, doch Mastergenie Clayton entwickelt sich zum kleinen Aas und haut heimlich abends vom Turnier ab, um sich auf der nahe stattfindenden großen Science-Fiction-Comic-Convention zu amüsieren. Für Ana und Zak, die ihn finden müssen, bevor der Morgen graut (alles andere hätte furchtbare Konsequenzen) beginnt eine Nacht zwischen Orks, Bogen schießenden Amazonen und wild gewordenen Wikingern. Eine verrückte Nacht, in der beide über sich hinauswachsen, ihre Masken fallen lassen sich zum ersten mal so sehen, wie sie sind: verletzlich, wütend, voller Leben und randvoll mit Gefühlen füreinander.

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„Der goldene Handschuh“ – Heinz Strunk

DasBuch

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Verlag: Rowohlt


In meinem ganzen Leben war ich nie auch nur eine Sekunde ungetrübt froh oder glücklich! Weil ich immer wußte wie ich war und selbst nie dagegen ankam! Ich konnte mich selbst nicht verstehen – wußte doch genau, daß es bis zum bitteren Ende weitergehen würde, daß es niemals ein Zurück von meinem Trieb geben würde.


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„AchtNacht“ von Sebastian Fitzek

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Verlag: Droemer Knaur


„Aber nur der Tod stellt den Zeiger auf null.“

Das hatte Oz ihr oft gesagt, und es war ja nun nicht so, dass man für diese Erkenntnis besonders viel Lebenserfahrung brauchte. Alles war dafür gemacht, kaputtzugehen: der Kühlschrank, die Liebe, der Verstand.


Klappentext

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen …

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„Club der letzten Wünsche“ – Tamy Fabienne Tiede

DasBuch

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Verlag: PIPER


„Die Rocca di Garda ist eine Ruine. Sie ist verfallen und von den Jahren gezeichnet. Trotzdem besuchen unheimlich viele Leute diesen wunderbaren Ort. Was ich damit sagen will, Jesslyn: Auch wenn du selbst eine Ruine mit bröckelnder Fassade bist, heißt das noch lange nicht, dass du nicht schön sein kannst. Denn diese macht dich zu dem, was du bist: wundervoll und einzigartig.“


Klappentext

»Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich im Kindergarten Würmer gegessen und anderen Kindern meine Schippe über den Schädel gezogen, und jetzt lag ich in einem Krankenhaus mit einem Tumor in meiner Lunge.« Jesslyn wird sterben. Aber nicht, bevor sie nicht unter freiem Himmel geschlafen, das Meer gesehen, sich verewigt hat. Und nicht, bevor sie nicht die ganz, ganz große Liebe getroffen hat. Gemeinsam mit ihren Freunden erfüllt sich Jesslyn ihre letzten großen Wünsche.


Und nun waren da drei Menschen, die mir aufmunternd zulächelten. Drei Menschen, die ich liebte und die mir gezeigt hatten, wie man dauerhaft glücklich sein konnte, und das auch ohne Drogen. Ich realisierte, dass es gar nicht darum ging, wie viel Zeit einem noch blieb, sondern darum, mit wem man sie verbrachte.


Bewertung

Als mich dieses Rezensionsexemplar vom PIPER-Verlag erreichte, war ich mir nicht sicher gewesen ob ich es lesen könnte. Krebs – dieses Thema schwebt die letzte Zeit über Allem und holt mich privat auch immer mehr und immer wieder ein. Doch ich glaube genau das ist das Problem. Viele verschließen sich, halten sich die Ohren zu und wollen mit nichts dergleichen in Berührung kommen. Ich warne Euch schon mal vor – das könnte emotional werden.

Tamy Fabienne Tiede ist Baujahr ’96. Ein paar Bedenken stellten sich ein. Ein Debütroman von einer Person die jünger ist als ich? Dieser Gedanke verschwand aber sofort mit den ersten Seiten. Tiede schreibt unfassbar ehrlich, realistisch und berührend. Sie weiß ganz genau, wie man die Leser gleichzeitig zum Lachen und Weinen bringen kann. Ich ziehe außerdem den Hut vor ihr, dass sie ein derartiges Thema mit ihren jungen Jahren angerissen hat und somit nicht irgendwelchen Fantasiegeschichten erzählt, sondern die pure Wahrheit – ohne Rücksicht auf Verluste. „Tamy Fabienne Tiede – Falls Du das jemals lesen solltest: Du bist eine wunderbare Autorin und ich finde es mehr als stark von Dir über Krebs zu schreiben!“

Jesslyn ist eine Person die viele Leser zu Beginn des Buches wahrscheinlich etwas schrecklich finden. Ein zerbrochenes Mädchen, Piercings, Tattoos und eine wilde Jugend. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge und verschont niemanden mit ihrer Meinung. Dies wiederrum ist genau das was mich vom ersten Moment an so fasziniert hat. Von der ersten Beschreibung und dem ersten Satz an habe ich sie geliebt, mich ihr nahe gefühlt und sie in mein Herz aufgenommen. Ihre Eltern habe ich jedoch gehasst. James ist ein so wunderbarer Junge. Er opfert sich komplett für Jesslyns Krankheit, setzt alle Hebel in Bewegung und versucht stets das Unmögliche möglich zu machen. Boomer und Yiulja sind auch Freunde, welche man sich selbst an der Seite wünschen würde. Ich habe mich in beinahe alle Figuren schockverliebt und mit ihnen gelitten, gelacht und geweint.

Da wir gerade beim Thema „Weinen“ sind … ich habe noch nie wirklich bei einem Buch weinen müssen. Klar, ich habe öfters mal eine Träne verdrücken müssen – aber bei diesem Buch kam ich am Ende aus dem Weinen und Schluchzen nicht mehr raus. Bei den letzten Seiten bin ich ins Bad gegangen um alleine und in Ruhe weinen zu können 😀

Das Cover spiegelt komplett den Inhalt wieder und auch wenn es nur ein Taschenbuch ist, so ist es bei jedem Kapitel sehr schön gestaltet und ich hatte es an einem Tag durch.

vier-punkte

Wenn ich könnte, würde ich mehr Punkte geben. Irgendwann, wenn ich nicht mehr allzu viel weinen muss, werde ich dieses Buch definitiv wieder lesen.


„Ich werde dir nicht versprechen können, dass du nicht leiden wirst. Denn das wirst du, wochen-, monate-, ja vielleicht auch jahrelang. Doch du wirst dich auch neu verlieben, eine Familie gründen und dir ganz sicher so einen treudummen, sabbernden Labrador mit deiner wunderschönen Frau und deinen wunderschönen Kindern kaufen. Und ich werde immer bei dir sein. Ich werde auf dich hinunterschauen und wissen, dass du nichts bereust, sondern die Tage, die dir noch bleiben, genießt. In vollen Zügen. Denn ich sterbe, nicht du, mein tapferer James. Mein wunderschönes tapferer James. Ich werde sterben, und du wirst leben. Lebe für mich.“


Fazit

Lest es! Es sei denn, Ihr könnt solche Geschichten absolut nicht leiden, verschließt Euch vor dem Thema oder müsst schnell weinen und mögt dies nicht. Allen Anderen kann ich es nur wärmstens empfehlen. Konfrontiert Euch mit dem Thema und lasst es einfach zu! Das Leben hat auch Kehrseiten und auch diese sollte man kennen. Mehr kann ich dazu nicht wirklich sagen.


Liebe ist ein rettender Anker und eine beflügelnde Macht, der Speer, der dich durchbohren kann, und die Arznei, die dich heilen lässt. Liebe hat keine Größe, denn sie ist endlos. Und sie liegt nie falsch. Sie ist niemals schwarz, niemals tot. Liebe hat kein Ende, aber dafür immer einen Anfang. Wenn jemand stirbt, verweilt sie auf der Erde, nämlich in den Herzen der Angehörigen. Auch die Liebe, die Boomer für Jesslyn empfindet, würde niemals vergehen. Schmerz vergeht, Leid vergeht, aber die Liebe bleibt. Sie ist eine Konstante.


Wie steht Ihr zu diesem Thema?

Ich selbst hatte die letzte Zeit sehr schlimme Erfahrungen damit. Nach dem das letzte Jahr der blanke Horror war, bin ich froh, dass ich mich solchen Themen geöffnet habe. Man sollte bei betroffenen Personen keinen Riegel davor schieben, sondern sie auf ihrem schweren Weg begleiten. Denkt immer daran, Jeder hat ein Ablaufdatum – die einen zeitiger, die anderen später.

unterschrift-cindy

„Solo für Girl Online“ – Zoe Sugg

DasBuch

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Verlag: cbj


In diesem Schloss zu sein, fühlt sich an, als hätte ich meinen Brief nach Hogwarts erhalten und würde gleich Harry, Ron und Hermine begegnen.

  • ziemlich lustig wenn man die Tatsache beachtet, dass Zoe wirklich einmal in einem der Filme mitgespielt hat. Auch wenn man sie nicht gesehen hat, hatte sie trotzdem das Gefühl etwas Besonderes zu sein – ich kann Dich so gut verstehen und beneide Dich schon ein bisschen 😉

Klappentext

Nach einer ziemlich schwierigen Zeit auf Tour mit ihrem Rockstar Noah weiß Penny eines sehr genau: Sie will ihre eigenen Wege gehen. Noah ist einfach abgetaucht, und niemand weiß, wo er sich aufhält. Auch Penny nicht. Seit Wochen hat sie nichts von ihm gehört. Für sie wird es Zeit, wieder in ihr normales Leben zurückzufinden. Doch sie igelt sich ein. Da kommt eine Einladung nach London gerade recht: Megan hat dort an einer berühmten Schauspielschule angefangen und stellt Penny ihren Freundinnen vor. Der schüchternen Posey Tipps gegen Lampenfieber zu geben, ist für Penny eine willkommene Ablenkung. Aber ist auch der bezaubernde Callum aus Schottland die richtige Art von Ablenkung? Und hat Penny wirklich mit Noah abgeschlossen, wenn die Erinnerung an ihn sie an jeder Ecke einholt?


Ich möchte Fehler machen können. Ich will mich mutig in tiefe Gewässer  wagen, ohne mir Sorgen über die Folgen zu machen. Ich will mich ungeniert zum Narren machen.


Bewertung

Endlich wieder ein klassischer Jugendroman. Was damals eine starke Leidenschaft war, wurde irgendwie immer mehr von mir vernachlässigt. Es tut gut, sich endlich wieder von der Leichtigkeit verschlingen zu lassen. Ich muss außerdem gestehen, dass ich keines der vorherigen zwei Bücher der Trilogie gelesen habe – in meinen Augen tut dies dennoch nichts zur Sache, denn man kam trotzdem gut in die Geschichte rein. Zoe Sugg hat auch viele vorherige Ereignisse aus den Büchern aufgeholt gehabt.

Vom ersten Moment an hatte ich das Gefühl eine neue Freundin kennengelernt zu haben. Penny Porter kam mir sofort vertraut vor, ich konnte mich sehr gut und der schnell mit ihr identifizieren und dachte mir immer nur: „Dich hätte ich gerne als Freundin.“ Zwar ist sie ein typischer Teenie, aber die Ansichten und ihr Charakter ist so wunderbar dargestellt – man will diese Person einfach aus dem Buch zerren und persönlich kennen lernen. Ich wünschte mir, dass ich damals eine so hilfsbereite und mit guten Ratschlägen überströmende Freundin gehabt hätte.

Es hat mir sehr entspannt den Kopf abschalten zu können und einfach nur zu lesen ohne sich groß anstrengen zu müssen. Ich war endlich wieder angekommen in der Welt der YoungAdult-Romane – yippieh! Durch die besagte Leichtigkeit habe ich das Buch förmlich in mich eingesogen. Alle Charaktere konnte ich deutlich vor mir sehen und habe auch die Familie von Penny Porter, inklusive ihrer besten Freunde, in mein Herz geschlossen. Es fehlten mir ab und an die detaillierten Beschreibungen aber es ist nun mal ein Jugendroman und da ist es absolut in Ordnung auf so etwas zu verzichten – da macht sich wieder das ewige Thriller- und Romanlesen bei mir bemerkbar.

Durch die relativ kurzen Kapitel konnte man gut Pausen einlegen und war nicht zu sehr überfordert von der Informationsflut die manchmal kam. Des Weiteren war ich hin und weg von den eingefügten „Blogbeiträgen“ in denen Tipps und Ratschläge für Blogger oder einfach nur Jugendliche waren. Diese Blogbeiträge waren wunderschön gestaltet und haben sich somit abgehoben von der eigentlichen Geschichte.

Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so sehr fesseln würde, aber das hat es auf jeden Fall getan! Ich bin endlich wieder angekommen in der Welt des YoungAdult, habe einen unfassbaren Herzschmerz nach dem Ende und kann sagen, dass ich endlich weiß wer Zoella ist und ihr gut gemeint versichern, dass sie weitermachen kann mit dem Schreiben – ich wurde als Leserin gewonnen!

vier-punkte

Volle Punktzahl für dieses wundervolle Buch über Liebe, Freundschaften und der Leidenschaft zur Fotografie!


„Fühlt sich erwachsen werden wohl so an?“, fragt er und lacht ein wenig.

„Wenn du meinst, dass es ein merkwürdiges Gleichgewicht gibt von glücklich, traurig, furchterregend und aufregend, dann liegst du, glaube ich, richtig.“


Fazit

Egal ob das Buch für einen Teenie ist oder für einen begeisterten YoungAdult-Leser, egal welchen Alters – es lohnt sich definitiv! Es ist außerdem das perfekte Buch für nebenbei und zum Abschalten. Lasst die Seele baumeln mit Penny Porter und ihrem Leben. Genießt die kleine Reise zurück in Eure Jugend und entdeckt viele der damaligen Erinnerungen wieder.

Ich habe nach dem Lesen eines draus gelernt: Ich werde wahrscheinlich nie wirklich erwachsen, ich habe meine alten Lieblingslieder herausgekramt und die Fotos. Ich habe mir Zeit genommen um alles Revue passieren zu lassen und mit diesem wohligen, erinnerungsreichen Gefühl sitze ich nun in der Sonne und merke wie langsam der Frühling den Winter verdrängt. Alles wird neu und aufregend – begebt auch Ihr Euch auf die Reise in die Vergangenheit und behaltet das tolle Gefühl!


„Das sind du und ich, Penny. Das meinte ich, als ich „für immer“ gesagt habe.“


unterschrift-cindy

„Bis ans Ende der Geschichte“ – Jodi Picoult

DasBuch

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Verlag: Penguin


Aber Vergebung ist nichts, was man für einen anderen tut. Man tut es für sich selbst.


Klappentext

Sage Singer ist eine junge, leidenschaftliche Bäckerin. Als sie den allseits beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennenlernt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem Dilemma. Denn wo verläuft die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?


In jedem von uns steckt ein Ungeheuer, in jedem von uns steckt ein Heiliger. Die wahre Frage ist die, welchen von beiden wir befördern und welcher den anderen vernichten wird.


Bewertung

Jeder Mensch von uns trägt mindestens ein Geheimnis in sich – davon bin ich überzeugt. Egal ob es groß oder klein ist, wichtig oder eher unwichtig, ausschlaggebend oder doch eher schnell zu vernachlässigen – es existiert in Jedem von uns.

Jedoch gibt es auch Geheimnisse, die in die gesamte Weltgeschichte einschneiden und vielleicht besser nicht gesagt werden. In Picoult’s Buch wird eines der bewegendsten und zugleich verschwiegendsten Thema behandelt: Holocaust.

Es fällt eher schwer über dieses Buch zu urteilen, da es definitiv jeder Leser anders auffinden würde bzw. wird. Für viele könnte die Kombination aus fünf Erzählsträngen für etwas Verwirrung sorgen. Trotz alledem ist zu sagen, dass Picoult wieder einmal einen unglaublichen Schreibstil geboten hat und eine neue herzzerreißende Geschichte entwickelt hat. Die Charaktere sind so ehrlich und natürlich beschrieben, dass man sie einfach verstehen und annehmen muss. Es ginge gar nicht anders …

vier-punkte

Volle Punktzahl für eine weitere herzzerreißende Geschichte von Picoult.


Du verstehst also, warum ich meine Geschichte nie erzählt habe. Wenn man sie erlebt hat, weiß man auch, dass es keine Worte gibt, die das Erlebte auch nur annähernd beschreiben können. Und sofern das nicht möglich ist, wird man es nie verstehen.


Fazit

Nicht nur für Geschichtsbegeisterte ist dieses Buch ein absolutes Muss. Wer Picoult kennt und ebenso ihren überragenden Schreibstil, der wird wissen in welche Richtung sich dieses Buch bewegt. Hier sind Atemaussetzer, Herzpochen und Tränen vorprogrammiert – wenn man ein so sensibler Leser ist wie ich 😉


Gute Menschen und schlechte Menschen. Als wäre das so einfach. Jeder ist beides zugleich.


unterschrift-cindy